14.01.2021 - 17:44 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Hermann Böhm will neuer Bürgermeister in Poppenricht werden

Der CSU-Ortsverband Poppenricht-Traßlberg nominiert Hermann Böhm einstimmig als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Poppenricht im März. Bürgermeister Roger Hoffmann (SPD) hatte im Oktober seinen Rücktritt angekündigt.

Wir werden uns auf einen nicht für möglich gehaltenen Wahlkampf ohne Präsenzveranstaltungen einstellen müssen, sagte Hermann Böhm. Er ist der CSU-Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Poppenricht.
von Autor GFProfil

Irgendwie befremdlich war am Mittwoch die Ortshauptversammlung des CSU-Ortsverbands Poppenricht-Traßlberg im Gasthof Kopf in Altmannshof. Die CSU-Mitglieder durften sich zu dieser verfassungsrechtlich geschützten Versammlung im Sinne des Art. 8 Grundgesetz treffen. Zu beachten war jedoch die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, nach der weder Tische aufgestellt noch eine Bewirtung erfolgen durfte. Mund-Nase-Schutz war Pflicht.

Die Mitgliederversammlung arbeitete binnen einer dreiviertel Stunde sämtliche Punkte der Tagesordnung ab. Zwei oder drei Stunden waren vor Corona schon üblich. Eindeutig war das Ergebnis: Die CSU Poppenricht-Traßlberg schickt erneut Hermann Böhm ins Rennen um das Amt des Ersten Bürgermeisters.

Poppenrichter Bürgermeister Roger Hoffmann (SPD) stellt sein Amt zur Verfügung

Poppenricht

Fraktionssprecher Andreas Kopf unterstrich, dass die Gemeinde Poppenricht wieder geordnete Strukturen brauche. Dafür sei ein Bürgermeister notwendig, der dieser Aufgabe auch gewachsen ist, eben der langjährige Zweite Bürgermeister Hermann Böhm. Böhm betonte, dass alle im Poppenrichter Gemeinderat vertretenen Fraktionen den Rücktritt von Roger Hoffmann mit Bedauern zur Kenntnis genommen hätten, doch dessen persönliche Gründe seien zu respektieren. Am 14. März werde nun über die weitere Zukunft der Gemeinde entschieden, sagte Böhm. Ende vergangenen Jahres habe er sich der familiären Unterstützung versichert. Auch sein Ortsverband und die Fraktion hätten ihn ermuntert, zu kandidieren. Maßgeblich für seine Entscheidung sei auch das hervorragende Ergebnis der letzten Kommunalwahlen gewesen, bei dem ein "kompetentes CSU-Team" in den Gemeinderat gewählt worden sei. Er selbst bringe 24 Jahre Erfahrung als Gemeinderat ein, seit 2002 sei er Zweiter Bürgermeister und als "überzeugter Poppenrichter" wolle er mit "Leidenschaft, Tatkraft und Mut" die Geschicke seiner Heimatgemeinde lenken.

In den zurückliegenden Jahren seien nahezu 90 Prozent der Gemeinderatsbeschlüsse einstimmig gefasst worden und diese fraktionsübergreifende Einigkeit wolle er auch in Zukunft erhalten. Im Falle seiner Wahl zum Ersten Bürgermeister habe für ihn der Vollausbau der Häringloher Straße und der Neuen Heimat Priorität, außerdem stünden die Sanierung der Schulturnhalle und des Allwetterplatzes an, die künftige Nutzung des Dachbodens im „Weißen Schulhaus“, außerdem Dorferneuerung in Witzlhof, Dorfplatz in Traßlberg, eine Bereinigung der unzureichenden Verkehrssituationen an der „Netto-Kreuzung“ und die dringend notwendige Querungshilfe über die Staatsstraße 2040 bei der Einmündung der Goethestraße sowie eine zügige Einführung einer Bürger-App für Poppenricht, führte Böhm aus. Alles Maßnahmen, die vom Gemeinderat bereits beschlossen seien. Alle angedachten Maßnahmen würden jedoch von den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde abhängen.

Bei einem Wahlerfolg, so Böhm, sehe er Handlungsbedarf bei der Betreuung der Kleinkinder, denn Krippen-Plätze seien knapp. Die medizinische Betreuung stehe auf seiner Agenda, Poppenricht brauche wieder einen Allgemeinarzt. Und auch ein Lebensmittelgrundversorger sei dringend notwendig. Anstelle einer Staumauer im Vilstal zwischen Neumühle und Witzlhof, fünf Meter hoch und rund 35 Meter breit, müsse eine andere Lösung mit dem Wasserwirtschaftsamt gefunden werden. Das im Kommunalwahlkampf 2020 erarbeitete Programm „Poppenricht 2040“ werde er fortführen, außerdem seine Erfahrung einbringen. Er traue sich das Amt des Ersten Bürgermeisters zu, denn in den letzten Jahren habe er als Zweiter Bürgermeister die Vertretung in seiner Freizeit meistern müssen, als Erster Bürgermeister könne er sich zu 100 Prozent auf diese Aufgabe konzentrieren. Mit "Erfahrung, Engagement und Entschlossenheit sowie einem offenen Ohr für alle Bürger" wolle er die Aufgabe eines Ersten Bürgermeisters angehen.

Familien, so Böhm, wolle er generationsübergreifend stärken, den Umwelt- und Klimaschutz vorantreiben und die Gemeindeverwaltung zu einem bürgerorientierten Service- und Dienstleistungszentrum ausbauen. Auf lebensnahe, unbürokratische sowie maßvoll vorausschauende Entscheidungen sei er bedacht, so der CSU-Bürgermeisterkandidat.

Ohne große Personaldiskussion folgte die Ortshauptversammlung dem Vorschlag des CSU-Vorstandes und nominierte Hermann Böhm, Andreas Kopf, Michael Laußer, Horst Pongratz, Hubert Siegert und Nici Wendl-Willerich als Delegierte für die CSU-Kreisvertreterversammlung. Ersatzdelegierte sind Martin Bechtold, Bernd Lang, Johannes Hauer, Claudia Kammerl und Barbara Wagner. Die Wahl der Delegierten und Ersatzdelegierten war zur Aufstellung eines CSU-Bewerbers oder einer -Bewerberin für die anstehende Bundestagswahl erforderlich.

 

 

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