Premenreuth bei Reuth bei Erbendorf
20.12.2020 - 11:05 Uhr

Zwei Tierärztinnen im Steinwald: Berufswunsch seit der Kindheit klar

Den Traum von einer eigenen Tierarztpraxis, wollen sich Kerstin Stobrawe und Susanne Karban nächsten Sommer in Premenreuth verwirklichen. Bis es soweit ist, behandeln sie weiterhin kranke Vierbeiner in Napfberg bei Erbendorf und Pfreimd.

Kerstin Stobrawe und Susanne Karban (von links) eröffnen in Premenreuth eine gemeinsame Tierarztpraxis. Bild: kaz
Kerstin Stobrawe und Susanne Karban (von links) eröffnen in Premenreuth eine gemeinsame Tierarztpraxis.

Schon seit ihrer Kindheit wissen Kerstin Stobrawe und Susanne Karban, was sie später einmal werden möchten: Tierärztinnen. Den Traum von einer eigenen Praxis erfüllen sich die beiden nächstes Jahr in Premenreuth.

"Ich war schon immer sehr tieraffin", sagt Kerstin Stobrawe. Bereits mit elf Jahren absolvierte sie ihr erstes Praktikum in einer Tierklinik. "Da wusste ich schon, dass ich das einmal machen will", blickt sie zurück. Nach dem Abitur studierte die aus Oberfranken stammende Stobrawe Veterinärmedizin an der Universität in Leipzig. Mit ihrer Familie wohnt sie derzeit in Erbendorf.

Optimale Anbindung

Ähnlich ist auch der Werdegang von Susanne Karban. "Wir hatten schon immer viele Tiere zu Hause", sagt Karban, die aus Wiesau stammt. Einen anderen Berufswunsch gab es in ihrer Kindheit selten. Veterinärmedizin studierte die 35-Jährige ebenfalls in Leipzig. Dort haben sich die beiden Frauen aber nicht kennen gelernt. Das geschah 2008 in einer gemischten Tierarztpraxis in Mitterteich. "Wir haben uns gut verstanden und redeten schon damals davon, eine Praxis zusammen zu führen", sagt Stobrawe.

Susanne Karban bildetet sich 2014 im Bereich Chiropraktik weiter. 2019 macht sie sich mit einer Kleintierpraxis in Napfberg bei Erbendorf selbstständig. Für Hunde gibt es dort bereits jetzt ein Unterwasserbecken. "Wir wollen eine medizinische Betreuung auf hohem Niveau bieten und eine Verbindung schaffen zwischen naturwissenschaftlicher und alternativer Tiermedizin", sagt Karban.

"Die Behandlung soll so erfolgen, wie der Tierbesitzer es möchte", ergänzt Stobrawe weiter. Stobrawe selbst ist derzeit in einer Kleintierpraxis in Pfreimd tätig. Die 37-Jährige freut sich bereits jetzt darauf, wenn die Fahrt zum Arbeitsplatz kürzer wird. Nächstes Jahr im Sommer, wollen die beiden ihre eigene Praxis in Premenreuth beziehen.

"Premenreuth liegt zentral zwischen den Landkreisen und hat eine gute Anbindung an die Autobahn", sagt sie. "Außerdem ist kein reiner Kleintierpraktiker in der näheren Umgebung", ergänzt Karban. Circa 12 auf 33 Meter soll das Gebäude groß, ebenerdig gebaut und mit einem Satteldach errichtet werden.

Wohnzimmeratmosphäre

"Soweit es möglich ist, soll in unserer Praxis eine gemütliche Atmosphäre herrschen", sagt Susanne Karban. "Fast wie zu Hause im eigenen Wohnzimmer", ergänzt Stobrawe. Davon erhoffen sich die Tierärztinnen, dass ihre vierbeinigen Patienten entspannter sind und weniger Stress haben. Für weniger Aufregung wird es auch getrennte Wartezimmer für Hunde und Katzen geben. "Katzen sind besonders gestresst, wenn sie eingesperrt sind und Hunde die Transportbox beschnüffeln", erklärt Stobrawe.

In Planung ist auch ein separater Zahn-OP-, sowie ein Stationsbereich. "Diesen benötigen wir hauptsächlich für Katzen. "Die können nach der OP dann eine Nacht bei uns bleiben", so Karban. Ihr Unterwasserlaufband zieht dann ebenfalls nach Premenreuth um.

Alternative Methoden helfen

Diese Art der Physiotherapie bieten Stobrawe und Karban für Hunde an, um ihre Muskelkraft, Ausdauer und Beweglichkeit zu verbessern. "Auch Haustiere werden immer älter", erklärt Karban. Deshalb gibt es auch bei den Tieren immer mehr Alterbeschwerden, wie zum Beispiel Arthrose. "Das kann man mit alternativen Methoden gut behandeln."

Das Therapiebecken kann nach einer Operation oder einer Verletzung zum Einsatz kommen. Aber auch Bandscheibenvorfälle können mit Hilfe des Wassers behandelt werden. "Beim Aquatraining werden die Gelenke des Tieres entlastet", erklärt Karban. Durch den Auftrieb des Wasser ist das Körpergewicht scheinbar vermindert. "Auch Tiere mit Schmerzen können das Training ausführen", sagt sie.

Die beiden freuen sich bereits jetzt auf die Zeit in der neuen Praxis. Stobrawe: "Die Arbeit ist total abwechslungsreich, jeden Tag warten neue Aufgaben."

BildergalerieOnetzPlus
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