24.04.2019 - 18:33 Uhr
PressathOberpfalz

Beerdigung von Theresa Baudler - Ihr Aufruf: "Lebt für mich weiter"

„Weint nicht, sondern feiert, tanzt, lacht und trinkt einen für mich mit" - Theresas Baudler hatte einen Abschiedsbrief hinterlassen und ihren rund 150 Trauergästen klare Anweisungen gegeben. Tränen flossen dennoch reichlich.

Rund 150 Trauergäste sind Theresas Wunsch nachgekommen: Keiner trug ganz schwarz. Die Sargträger stellten die Ausnahme dar.
von Stefan NeidlProfil

Die junge Frau war unheilbar an Krebs erkrankt, der unter anderem ihre Lunge geschädigt hatte. Am frühen Karfreitag war sie an einer Lungenentzündung verstorben. Ihre Beerdigung hatte sie schon vor Monaten gemeinsam mit ihrer Schwägerin Sabrina Peugler geplant. Diese fand nun doch früher statt als erwartet.

Rund 150 Trauergäste begleiteten Theresa Baudler auf ihrem letzten Weg. Schwarz durfte niemand tragen.

Tiefe Verbundenheit

Ein Teil dieses Plans war ein klarer "Dress-Code" für die Trauernden: keine Trauerkleidung, kein Schwarz. Ihr Wunsch wurde erfüllt. Mit Ausnahme der Sargträger waren kaum schwarze Kleidungsstücke zu sehen. Wolfgang Göldner war Trauerredner und richtete ein paar letzte Worte an Theresa. Er hatte sie erst auf dem Benefizkonzert im März kennengelernt, deren Spenden ihrer "Bucket List" zu gute kamen. Er spürte sofort eine innere Verbundenheit zu Theresa.

Theresas Weg und die letzten Monate erinnerten ihn an Franz von Assisi: Dieser hatte auf dem Totenbett zu singen begonnen, da er in ein neues, besseres Leben starten würde. Theresa habe die Liebe zu Gott gefunden. "So lange diese Liebe besteht, wird sie unter uns weilen."

Wolfgang Göldner hielt eine Rede auf Theresa und verlas ihren Abschiedsbrief. Bettina Mildner sorgte für die passende musikalische Untermalung.
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"Das Leben ist schön"

Die Schwerkranke hatte einen Abschiedsbrief an alle verfasst, die sie kannten. "Der Löwenmut hat mich verlassen und ich bin über die Regenbogenbrücke gegangen", las Göldner vor. Den Lebensmut und ihr Lachen habe sie nie verloren. Gerne hätte sie noch weitere Späße, Unterhaltungen und Feste erlebt. "Lebt für mich weiter", schließt sie ihren Brief, "P.S.: Das Leben ist schön."

Pfarrer Edmund Prechtl wollte sich persönlich verabschieden. Er zitierte Theresa Zukic, die wie Theresa Baudler ihren Tod nicht als Grund zur Trauer sieht: "Wenn sie im Himmel ist, will sie Gott erst einmal 300 Jahre lang knuddeln, für all die Steine, die er ihr aus dem Weg geräumt hat." Prechtl schloss mit den Worten, es sei menschlich zu versagen aber göttlich zu verzeihen: "Und so wollte Theresa gehen: versöhnt mit der Welt." Eine Eigenschaft, mit der sie auch ihre Umwelt bewegt habe.

Bettina Mildner von "Soulmate" sang Theresas Wunschlieder. Mit "Run" von Leona Lewis, "Das Leben ist schön" von Sarah Connor und "Einmal sehen wir uns wieder" von Andreas Gabalier sorgte sie für Gänsehaut. Theresas Tochter Pia hatte sich zusätzlich "Ein Geschenk" von Ewig gewünscht. So sehr sich die Anwesenden auch anstrengten, Theresas Wunsch zu entsprechen und nicht zu weinen, gab es dennoch viele Tränen. Denn: Theresas Geschichte hat Spuren bei vielen hinterlassen.

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