Pressath
31.08.2020 - 11:34 Uhr

Fasching während der Coronakrise: Feiern oder nicht feiern?

Wird es eine Faschingssaison 2020/21 geben? Die große Politik diskutiert noch. Die lokalen Faschingsvereine Eschenbach und Pressath haben sich bereits mit der Thematik befasst und erklären ihre Einschätzung.

Ob es eine Faschingssaison 2020/21 gibt, weiß noch niemand. Die Mädchen von der Prinzengarde des Pressather Faschingsvereins trainieren erst einmal ganz normal weiter. Bild: sne
Ob es eine Faschingssaison 2020/21 gibt, weiß noch niemand. Die Mädchen von der Prinzengarde des Pressather Faschingsvereins trainieren erst einmal ganz normal weiter.

Gesundheitsminister Jens Spahn hat bereits offen über eine Absage der Karnevals- und Faschingszeit gesprochen. Der Grund dafür ist natürlich das Coronavirus. Nicht alle Betroffene stimmen mit ihm überein: Manche halten es für verfrüht, andere denken, dass unter Auflagen eine Durchführung möglich wäre. Doch wie denken der Eschenbacher und Pressather Faschingsverein darüber? Vorsitzender Michael König von der Faschingsgesellschaft Eschenbach (EFG) und Präsident Martin Reis vom Pressather Faschingsverein (PFV) äußern sich dazu.

Eschenbach31.07.2020

Beide Vereine haben sich bereits vor Spahns Äußerung Gedanken über Fasching in Corona-Zeiten gemacht. König hat beobachtet, dass die Menschen sich nach den Lockerungen weniger an die Abstands- und Hygieneregeln hielten, ein Anstieg der Fallzahlen war für ihn realistisch. Für Reis stand eine Durchführung in Frage, da Großveranstaltung aktuell bis Ende Oktober abgesagt sind. Ob große Events dann wieder durchführbar seien, war für ihn fraglich. Reis und König haben schon über eine Durchführung nachgedacht, ohne ins Detail zu gehen. Anpassungen müssen sein, soviel ist klar. Für den Rathaussturm in Eschenbach gäbe es schon erste Ideen.

Die Vereine haben bereits Buchungen und Verträge für die kommende Saison geschlossen - es ist üblich, dass dies weit im Vorfeld ausgemacht wird. Reis hat noch keinem abgesagt oder ihm ists abgesagt worden. Die Planungen laufen normal weiter. "Es bleibt die Hoffnung auf ein Ende der Pandemie - nicht aber auf einen Fasching in Pandemie-Zeiten", erklärt der Präsident. Ein Verbot durch die Politik wäre zwar schade, "aber die Gesundheit der Menschen und das Eindämmen der Infektionszahlen sind um einiges wichtiger". Auch die EFG hat bereits Buchungen und Verträge. Eine Absage würde finanziell schaden. König könnte es aber verstehen, auch wenn es wirtschaftlich weh tut.

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Pressath17.02.2020

Während die Gruppen der EFG erst für September mit dem Beginn des Trainings planen, sind beim PFV Prinzen- und Jugendgarde sowie das Funkenmariechen schon mittendrin, Showtanz-Ensemble und Männerballett werden auch im September einsteigen. "Natürlich unter Einhaltung der aktuell gültigen Regelungen", garantiert Reis. Beide Vereine halten das Training unabhängig vom Stattfinden der Faschingssaison ab: Es gehe um ein Stück Rückkehr ins normale Leben, Sport- und Gruppenbindung. Diese soziale Komponente wollen sie ihren Mitgliedern nicht nehmen.

Trotz allen Verunsicherungen wegen Covid-19 hoffen Präsident und Vorsitzender auf eine Saison 2020/21. Reis will die Entscheidungen des Gesetzgebers genau beobachten. "Wenn die Entscheidung allerdings zugunsten eines Faschings ausfallen sollte, so werden wir aber dennoch prüfen, ob die vorhandenen oder möglicherweise nicht vorhandenen Regeln mit unserer Auffassung der Lage vereinbar beziehungsweise umsetzbar sind," stellt er klar.

König kann sich eine Maskenpflicht bei manchen Events vorstellen. Er hofft auf präzise Vorgaben und keine "08/15-Corona-Auflagen", die konkret nicht zu verstehen sind. Die Registrierung und Abstandsregel sind ohnehin alle gewohnt. Abschließend sagt er generell, dass das Verbot des gemeinsamen Trainings die Jugendarbeit gefährdet hat. Die fehlenden gemeinsamen Aktivitäten könnten zum Mitgliederaustritten führen, was das Vereinssterben begünstigt. "Die wichtigste Medizin ist das gesellschaftliche Leben und die sozialen Kontakte. Wir nehmen die Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern gerade in Corona-Zeiten in jeder Hinsicht ernst," versichert er.

Die Eschenbacher Faschingsgesellschaft mit Garde und Prunkwagen am Zug in Pressath Anfang des Jahres. Ein solches Bild ist im Augenblick schwer vorstellbar. Archivbild: sne
Die Eschenbacher Faschingsgesellschaft mit Garde und Prunkwagen am Zug in Pressath Anfang des Jahres. Ein solches Bild ist im Augenblick schwer vorstellbar.
Die Eschenbacher Faschingsgesellschaft mit Jugend- und Prinzengarde sowie Prunkwagen am Zug in Pressath Anfang des Jahres. Ein solches Bild ist im Augenblick schwer vorstellbar. Archivbild: sne
Die Eschenbacher Faschingsgesellschaft mit Jugend- und Prinzengarde sowie Prunkwagen am Zug in Pressath Anfang des Jahres. Ein solches Bild ist im Augenblick schwer vorstellbar.
Die Eschenbacher Faschingsgesellschaft auf einem Faschingszug. Ein solches Bild ist im Augenblick schwer vorstellbar. Archivbild: sne
Die Eschenbacher Faschingsgesellschaft auf einem Faschingszug. Ein solches Bild ist im Augenblick schwer vorstellbar.
 
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