02.02.2020 - 11:28 Uhr
PressathOberpfalz

Ein Foto, das um die Welt ging

Als turbulentes Jahr blieb 2019 bei der Pressather Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes in Erinnerung. Für einen virtuellen Wirbelwind sorgte Sylvia Eibl – genauer gesagt: ein Foto von ihr, das beim Faschingszug aufgenommen wurde.

Auf das Jahr der Rotkreuzgruppen blicken "Helfer vor Ort"-Leiter Florian Eibl (links, neben Vizebereitschaftsleiterin Andrea Fürst), Bereitschaftsleiter Thomas Rauch und Simon Götz (Dritter und Zweiter von rechts) zurück, der gemeinsam mit Lisa-Maria Bräu (rechts) die Jugendrotkreuzgruppe leitet. Bräu und Götz danken den drei "großen" Gruppenchefs für deren Unterstützung.
von Bernhard PiegsaProfil

Im „Kostüm“ einer Sanitäterin und mit dem Schild „Wer Retter angreift, schlägt die Menschlichkeit“ hatte die Rotkreuzlerin gegen die aggressiven Übergriffe demonstriert, derer sich Mitarbeiter von Sanitätsdiensten, Feuerwehr, Polizei und anderen humanitären Institutionen immer öfter erwehren müssen. Rund 30.000 „Likes“, Kommentare und andere Reaktionen habe das Bild auf "Facebook" erhalten, berichtete Bereitschaftsleiter Thomas Rauch bei der Jahresversammlung im DJK-Heim: „Dieses Foto ist durch die Decke und um die Welt gegangen“, betonte er.

Im Mittelpunkt der Rückschau stand freilich auch das traditionelle „Portfolio“ an Hilfeleistungen. Dass sich für diese anspruchsvollen Dienste immer wieder neue und vor allem junge „helfende Hände“ finden, freute Rauch besonders, der vermelden konnte, dass am 1. April 2019 eine Bereitschaftsjugendgruppe unter Leitung von Lisa Marie Bräu und Simon Götz gegründet wurde. Diese Nachwuchsgruppe, so Götz, zähle zurzeit vier Mädchen und einen Burschen. Sie habe bereits 20 Ausbildungsabende bis hin zur Sanitätsdienst- und Betreuungsdienst-Grundausbildung belegt und 483 Ausbildungs- und Dienststunden absolviert.

An achtunggebietenden Zahlen fehlte es auch sonst nicht: 216 Patienten (Vorjahr: 226) hätten die ehrenamtlichen „Helfer vor Ort“ (HvO) bei 216 (Vorjahr: 225) mobilen Ersthilfe-Einsätzen versorgt und 139 (Vorjahr: 142) Einsatzstunden absolviert, blickte HvO-Leiter Florian Eibl zurück. Dabei seien sie im Durchschnitt fast sieben Minuten vor dem hauptamtlichen Rettungsdienst am Einsatzort eingetroffen und somit nochmals eineinviertel Minuten schneller gewesen als 2018. Rechne man die Zeiten der Rufbereitschaft hinzu, kämen die „Helfer“ auf 7172 Dienst- und Bereitschaftsstunden (Vorjahr: 7117).

Viel zu tun gab es auch für die Rotkreuz-Bereitschaftsmitarbeiter im Sanitäts- und Rettungsdienst: Laut Thomas Rauch absolvierten sie 5350 Ausbildungs- und Dienststunden, 139 mehr als 2018. Hiervon entfielen 1462 (Vorjahr: 1.231) Stunden auf den Rettungsdienst und 837 (Vorjahr: 1.081) Einsatzstunden auf den Bereitschaftsdienst bei 38 Festen, Konzerten, sportlichen und kirchlichen Veranstaltungen. Als Highlights erwähnte Thomas Rauch die Gewerbeschau PEGA in Pressath, das „AfterWord-Open Air“ und die „JUst Ballern-Party“ der Jungen Union am Kiesibeach, die Dießfurter „Beach Party“, das Pressather Maibaumfest, die Flosser Kirwa sowie die Faschingszüge in der Kreisstadt und in Pressath.

Sogar beim „Taubertal-Festival“ in Rothenburg ob der Tauber taten die Pressather „Sanis“ wieder Dienst und gaben auch bei einer Großübung von Rettungskräften aus Pressath und Umgebung im Seniorenheim ihr Bestes. Zur Unterstützung der Einsatzkräfte bei vier Schadensereignissen, darunter einem Gefahrstoffaustritt und drei Bränden, wurde die Schnelleinsatzgruppe (SEG) „Betreuungsdienst“ gerufen, eine 2012 gegründete Spezialabteilung für humanitäre Hilfe.

Info:

Neue Heimat bei der Feuerwehr

Vorbei sei die Zeit des „Asyls“ im Haus der Wasserwachtgruppe, hielt Rauch bei der Jahresversammlung fest. Die Pressather BRK-Bereitschaft hätte im Feuerwehrhaus eine neue Heimat gefunden: „Die Anregung war vom Feuerwehrkommandanten Andreas Kneidl ausgegangen, und auch die Stadt hatte die Idee begrüßt, frei gewordene Räume für uns nutzbar zu machen. Aus dem Feuerwehrhaus ist damit ein Rettungszentrum geworden, in dem Feuerwehr und Rotes Kreuz unter einem Dach untergebracht sind.“ In 128 Arbeitsstunden hätten die Rotkreuzler ihre neuen Diensträume hergerichtet, die offiziell am 7. Februar eingeweiht und gesegnet würden. Im neuen Domizil würden auch wieder öfter Erste-Hilfe-Kurse für die Bevölkerung abgehalten. Der Wasserwacht dankte Rauch für deren seit 2015 bewiesene Gastfreundschaft.

Gut besucht wurden die vier Blutspendetermine: „Wir konnten 40 Erstspender und 535 Spendewillige begrüßen – beide Zahlen lagen fast auf Vorjahresniveau“, freute sich Rauch. Vier Ersthilfekurse, zwei besondere Ersthilfe-Ausbildungsabende für Feuerwehrmitglieder, eine Aktionswoche im Kindergarten und der Glühweinstand am dritten Advent vervollständigten das Jahrespensum der Rotkreuzbereitschaft. Nicht unerwähnt ließ Rauch die Fortbildung der aktiven Mitglieder, die 1303 Schulungsstunden umfasste.

Pressath

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