17.03.2019 - 17:47 Uhr
PressathOberpfalz

Straßenverkehr der beste "Jäger"

Es ist vergebene Liebesmüh: Rudi Deglmann, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, geht im Vorfeld auf die "Pirsch" nach einem Kandidaten für das Amt des Schriftführers, doch er findet niemanden. Und so hofft er auf die Jahreshauptversammlung.

Günther Habelitz (links) war seit April 1999 Pächter des Jagdreviers Frögau. Sein Nachfolger wird zum 1. April Christian Schreglmann.
von Autor ISProfil

Dort begann alles planmäßig: Deglmann wurde einstimmig im Amt bestätigt, und auch bei den anderen Vorstandsmitgliedern gab es keine Veränderungen. Philipp Wolfram bleibt stellvertretender Vorsitzender, als Beisitzer fungieren auch künftig Josef Eichermüller und Michael Wiesend. Kassenverwalter ist weiterhin Anton Murr, Manfred Ficker und Erwin Deglmann prüfen auch in den nächsten Jahren die Kasse der Jagdgenossen.

Nur der Posten des Schriftführers blieb unbesetzt - daran konnten auch die Bemühungen des Vorsitzenden sowie von Bürgermeister Werner Walberer nichts ändern. "Dann kommen wir halt in einigen Wochen wieder zusammen", sagte danach kurz und lapidar Rudi Deglmann.

Laubholzverbiss

Nach einer Gedenkminute für den vor kurzem verstorbenen ehemaligen Jagdvorsteher Norbert Höfer ging der Vorsitzende im Beisein von Stadtpfarrer Edmund Prechtl sowie dem Leiter der Hegegemeinschaft Pressath, Albert Butscher, auf die Arbeit des Vorstands ein. So seien mehrere Gespräche mit den Pächtern notwendig gewesen, bei denen es vorwiegend um die Verlängerung der Pacht ging, teilte er mit. Außerdem hat der Vorstand über die Verwendung des Pachtschillings entschieden. Schließlich nahm Deglmann an der Jahreshauptversammlung der "Arge Jagdgenossen" im BBV-Kreisverband Neustadt/WN teil. "Der Laubholzverbiss ist zwar rückläufig, jedoch ist das Aufwachsen der Laubholzverjüngung ohne Schutzmaßnahmen nicht möglich", ging er auf das Verbissgutachten ein.

Dann berichteten die Jagdpächter über die Geschehnisse in den Revieren. Es sei bedauerlich, hinsichtlich des Rehwild-Abschusses von einem 80-prozentigen Anteil an Fallwild berichten zu müssen, merkte Stefan Grafberger für das Jagdrevier I (Judenberg) an. Zudem wurden drei Wildschweine, ein Fuchs und ein Hase erlegt.

Michael Hösl ging auf das Revier Pressath II (Frögau) ein. Neben dem erlegten Rehwild wurden vier Schwarzkittel, ein Hase, drei Füchse und zwei Dachse geschossen. Im Bereich "Ebene" (Revier Pressath III) fielen 70 Prozent des vorgesehenen Abschusses bei den Rehen dem Straßenverkehr zum Opfer. Wildschweine wurden nicht erlegt, dafür aber acht Füchse, drei Steinmarder und vier Hermeline sowie ein zum Abschuss freigegebener Biber.

In Revier IV (Bürgerwald) sei nur ein Reh geschossen worden, gab Pächter Martin Heidenblut bekannt, Die übrigen elf der vorgesehenen zwölf Rehe habe der Straßenverkehr zur Strecke gebracht. Erfreulich sei es laut Heidenblut, dass elf Wildschweine erlegt werden konnten sowie acht Füchse und ein Dachs.

Nach den Berichten begann ein Wahl- und Abstimmungsmarathon. Dabei wurde der bisherige Jagdpächter des Revieres II, Günther Habelitz, einstimmig aus dem Vertrag entlassen. Er hatte das Revier in der Frögau seit 1. April 1999 bejagt. Vorsitzender Rudi Deglmann dankte ihm dafür und betonte: "Es war ein angenehmes Zusammenarbeiten mit Dir." Neuer Pächter ist Christian Schreglmann aus Eschenbach.

Neue Vertragsinhalte

Hinsichtlich der Pachtverlängerungen der vier Jagdbögen gab der Vorsitzende bekannt, dass sich die bejagbare Fläche durch Baumaßnahmen und Einzäunungen um 41 Hektar verringert hat. Bei den Vorgesprächen mit den Pächtern kristallisierte sich heraus, dass bei der Verlängerung der Verträge eine Wildschadensregulierung eingebaut werden muss.

Deglmann legte folgenden Vorschlag zur Abstimmung vor: Die Pachthöhe beträgt künftig 3,50 Euro pro Hektar. Die Festlegung erfolgt auf neun Jahre. Hinsichtlich der Schadensregulierung werden 1,20 Euro pro Hektar erhoben. Schätz- und Verwaltungskosten fallen zulasten der Pächter. Zur Mitte der Pachtdauer kann möglicherweise eine Neuansetzung der Schadensregulierung erfolgen. Die Jagdgenossen nahmen die Regelungen einstimmig an.

Keine Veränderung gab es hinsichtlich der Verwendung des Pachtschillings. Wie schon seit Jahrzehnten soll das Geld wieder für den Ausbau und die Erneuerung der Feldwege verwendet werden. Dieser Beschluss fiel mit 25 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.

Die Jagdversammlung endete mit dem traditionellen Jagdessen. Dabei richtete der Vorsitzende einen Appell an die Grundstücksbesitzer und Bewirtschafter: "Es wäre schön, wenn nicht bis auf den letzten Millimeter an die Grenze geackert wird", sagte er. Weiterhin regte Deglmann an, dass Landwirte, besonders mit großen Traktoren, eine "verständnisvolle Fahrweise" an den Tag legen sollten.

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