29.12.2019 - 13:32 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Ein echt dufter Abend in der Glasschleif

In der Glasschleif-Spinnstub‘n rücken die Wintersonnenwende und das Geschenkeeinpacken in den Mittelpunkt. Passend dazu sind auch die Musik am Abend, der von Liedern, einer Tuba und Trompete begleitet wird.

Simon Rauch zeigte am Spinnrad, was er kann. Wer wollte durfte dahinter auch einmal Platz nehmen.
von Werner RoblProfil

In der Spinnstub'n der Glasschleif waren diesmal die Wintersonnenwende und das Einpacken von Geschenken wichtige Themen. Der Abend begann mit Liedern der Nageler Kräuterfrauen Hildegard Kern und Regina Sticht. Richard Schlösser aus Gleichhof bei Erbendorf, Landwirt und Obstbrenner, und Gemüsebauer Simon Rauch aus Krummennaab hatten Trompete und Tuba mitgebracht und spielten damit auf.

An diesem Abend machte die Spinnstub'n ihrem Namen alle Ehre, da Rauch auch die Arbeit am Spinnrad beherrscht und bei der Gesellschaft Steinwaldia eine Kostprobe seines Könnens gab. Cornelia Müller demonstrierte, wie sie Geschenke in Stoff statt in Papier hüllt. "Die Stoffgeschenktücher haben ihren Ursprung in Japan", fügte die Referentin aus Tannenhäusl hinzu. Mitgebracht hatte sie einfache Leinen- und Nesselstoffe mit alten Motiven, die Bettina von Bechtolsheim der Gesellschaft Steinwaldia gespendet hatte.

Ausgeschenkt wurden auch Holunderglühwein und Dezembertee, die einen lieblichen Duft verströmten. Auch das Thema Räuchern stand auf dem Programm. Adelheid Koch aus Tressau erzählte: "Die Menschen räuchern, seit sie das Feuer entdeckt haben. Man verwendet dazu verschiedene Hölzer, Blüten, Wurzeln und Harze." In den Raunächten sei es ein wichtiger Brauch, die Häuser auszuräuchern, erklärte Koch, die auch viele Kräuter zum Räuchern mitgebracht hatte. Auf der Speisekarte standen Brotsuppe, ein typisches Winteressen, und Schwarzbrotpudding. Hildegard Kern brachte sie in die gute Stube und erzählte von der einst so kargen Dezemberzeit. Wer vor Weihnachten geschlachtet hatte, habe das trockene Brot mit Wurstsuppe aufgießen können. Ansonsten sei oft das Kochwasser der Salzkartoffeln verwendet worden, wusste Müller. "Wer eine Kuh und einen Garten hatte, wertete die Brotsuppe mit einem Löffel Butterschmalz und Schnittlauch auf." Zutaten wie Slibowitz, Wein, Zucker und viele Eier hätten reicheren Leuten ermöglicht, Schwarzbrotpudding zur Leckerei zu machen.

Hintergrund:

Im Januar geht's weiter mit der Spinnstub'n

Die nächste Spinnstub'n auf der Glasschleif findet am 8. Januar statt. Da die Veranstaltung bereits ausgebucht ist, findet am Donnerstag, 9. Januar, ein zweiter Abend statt. Anmeldungen dafür nimmt Cornelia Müller unter Telefon 09234/9280 985 oder 0171/1 198 575 entgegen. (wro)

Die Nageler Kräuterfrauen Hildegard Kern und Regina Sticht (von links) steuerten passende Lieder bei, um die Erzählpausen zu überbrücken.
Wie man Geschenke statt mit Papier mit Stoff verpacken kann, zeigte Conny Müller, die einige Beispiele mitgebracht hatte.
Man hatte es sich wieder einmal gemütlich gemacht. In der Glasschleif wurde geredet und den Erzählungen gelauscht.
„Man kann die verpackten Geschenke auch schön dekorieren.“ Die Zutaten stammen aus dem Wald und von der Wiese, erklärte Conny Müller aus Tannenhäusel im Steinwald.
Simon Rauch und Richard Schlösser (von rechts) begleiteten den Abend mit ihren Instrumenten.

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