01.07.2020 - 11:50 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Hochzeitsplanerin trotzt Corona: Maria Frank gibt Einblicke

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Maria Frank, bekannt als Fernsehköchin in der TV-Show „The Taste“ ist Hochzeitsplanerin. Sie freut sich, dass sich Paare wieder „trauen“, sich trauen zu lassen.

Brautpaare, die sich für ihre Hochzeit an Hochzeitsplanerin Maria Frank wenden, sind in guten Händen. Die Pullenreutherin hat sich auch in Coronazeiten um ihre Brautleute gekümmert. Jetzt können die zeitlich geschobenen oder teils völlig umorganisierten Hochzeiten endlich dennoch stattfinden.
von Ulla Britta BaumerProfil

Der große Kaffeeautomat dampft und zischt. Nur wenige Sekunden braucht eine große Tasse. Maria Frank, 53 Jahre alt und seit ihrem 18. Lebensjahr Hochzeitsplanerin, kann das anregende Getränk jetzt gut brauchen. Die Pullenreutherin hat alle Hände voll zu tun. Für sie ist es geradezu ein Segen, dass sich die Liebespaare wieder vor den Traualtar wagen.

„Das Telefon steht nicht mehr still“, sagt Maria Frank und strahlt. Die Hochzeitsplanerin, die allein schon durch ihre liebenswerte Art im Umgang mit Menschen Vertrauen weckt, freut sich mit den Brautpaaren. Viele Anrufe kommen von Pärchen, die eigentlich bereits verheiratet wären. „Man muss sich das vorstellen. Sie planen ihre Hochzeit meist eineinhalb Jahre früher und freuen sich die ganze Zeit schon darauf. Und dann sowas“, verweist sie auf die Corona-Pandemie.

Über 100 Veranstaltungen abgesagt

Maria Frank hat mit jedem einzelnen Paar mitgelitten. Sie betreut die Heiratswilligen vom ersten Anruf bis über den Hochzeitstag hinaus. Eine persönliche Bindung während dieses Zeitraums gehöre ja dazu, sagt sie. „Wir mussten zunächst über 100 Veranstaltungen absagen“, berichtet Maria Frank vom Corona-Schock, der auch sie und ihre Familie schwer traf. Ihr Mann und ihre Tochter, Lena Heindl, sind mitbeschäftigt, eine komplette Familie stand im Aus.

Interview mit Maria Frank nach ihrer Teilnahme bei der TV-Koch-Show "The Taste" (Sat.1):

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Die Köchin, die Tausende Herzen aus ganz Deutschland mit ihrer Teilnahme an der TV-Kochshow „The Taste“ gewonnen hat, ging aber auch in mageren Zeiten mit Herzblut ans Werk. Unzählige Termine mussten storniert oder umverlegt werden. Ganz zu schweigen von all den verzweifelten Brautpaaren, die am Telefon ihr Leid klagten. Das große Aufatmen nach der Lockerung der Corona-Einschränkungen auch für Brautpaare beschert ihr jetzt wieder glückliche Paare, die aufgeregt fragen, wann sie jetzt heiraten können oder sollen und wie das weitergeht mit der Hochzeitsfeier und diesem Mundschutz und überhaupt.

Gesetze und Vorgaben beachten

Maria Frank wurde von heute auf morgen gleichzeitig Vermittlerin zwischen unsicheren Brautleuten und dem gestrengen Gesetzesgeber. „Keiner kennt sich richtig aus, was erlaubt ist oder nicht“, erläutert sie. Maria Frank kennt sich aber aus. Auf ihrem Schreibtisch türmen sich E-Mail-Ausdrucke mit mehrseitigen Gesetzestexten oder Empfehlungen, wie vom Hotel- und Gaststättenverband.

Maria Frank zeigt, wie man eine Barbarie-Entenbrust zubereitet:

Und hier gibt es die Auflistung der Zutaten für das Rezept:

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„Wir können viel wieder machen. Unsere Hochzeitsfeiern werden sehr individuell organisiert ganz persönlich auf das Paar zugeschnitten“, beruhigt Maria Frank ihre Schützlinge. Ratschläge zur Gesetzeslage gibt sie allerdings nicht. Sie verweist die Brautleute zum Beispiel ans zuständige Ordnungsamt, wenn es darum geht, ob eine Musikband spielen darf. „Dann sind alle auf der sicheren Seite“, sagt sie.

Als weiteres Beispiel nennt sie eine geplante Hochzeit unterm weißen Zeltdach. „Das Brautpaar dachte, ein komplettes Zelt gelte als Außenbereich mit 100 Gästen.“ Dem sei aber nicht so. Bei geschlossenen Wänden – auch im Zelt – seien nur 50 erlaubt. Auch beim Tanzen könne sie keinen Rat erteilen. „Paare dürfen tanzen, aber wer will das kontrollieren?“ Sie werde sich bei den Planungen streng an die Regeln halten, betont Maria Frank. Da ihr Service bis in die Hochzeitsfeier hineinreicht mit Anwesenheit vor Ort, sei das erforderlich.

Statt 180 werden es 40 Gäste

Umso lieber ist es ihr, wenn Fragen zur gesetzlichen Regelung vorher mit den zuständigen Ämtern geklärt werden. „Am besten schriftlich geben lassen“, sagt sie. Viel Arbeit hatte Frank mit den ganz großen Feiern, die teils von 180 auf 40 Gäste geschrumpft werden mussten. „Das sind völlig neue Vorgaben“, seufzt sie. Nach der ersten Enttäuschung der Paare über das Ende ihres rauschenden Festes habe sie aber jedem ein gleichwertig schönes Fest im kleinen Rahmen bieten können.

Schade nur, dass ausgerechnet die Kochkünste der zeitweisen Fernseh-Köchin nicht in Anspruch genommen werden können. Die mobile Hochzeits-Küche bleibt wegen der Hygienebestimmungen bis August kalt. Die Hochzeitsgesellschaft kann das komplette Equipment inklusive „Brautpaar-Bogen“ buchen. Aber ums Festessen muss sich momentan selbst gekümmert werden. Immerhin liefern die Franks von 3500 unterschiedlichen Stühlen, was sogar Brautpaare aus Nürnberg und München nach Pullenreuth lockt, bis zum eingangs erwähnten Kaffeevollautomaten, der ebenfalls mobil ist, einfach alles.

Auch moderne Brautschuhe, wo der Modemarkt nahezu überall momentan leider nur mit altbackenen Restposten strotzt? „Auch coole Brautschuhe. Wir haben eine Schuhdesignerin“, lacht Maria Frank. Kein Wunder, dass es bei dieser Hochzeitsplanerin trotz Corona kaum Absagen gegeben hat. Zwei oder drei seien es schon gewesen, schmunzelt Maria Frank ein weiteres Mal. „Aber nicht, weil wir eine Terminverlegung nicht gestemmt hätten. Diesen Brautpaaren ist Nachwuchs dazwischen gekommen.“

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