28.05.2020 - 18:42 Uhr
RegensburgOberpfalz

Corona-Vollbremsung bei Oberpfälzer Betrieben

Die Auswirkungen der Coronapandemie sind auch in der ostbayerischen Wirtschaft massiv zu spüren. Doch bei allen Belastungen gibt es auch positive Überraschungen.

Die Autoproduktion läuft langsam wieder an.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die jüngste Konjunkturumfrage unter 330 Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammer Regensburg für Oberpfalz/Kelheim zeigt, wie schwer die Wirtschaft in der Region von den Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen worden ist. Der Konjunkturklimaindex sinkt um 34 Punkte auf 85,5 Punkte. "Das ist der niedrigste Wert seit der Finanzkrise im Sommer 2009", sagte dazu IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes am Donnerstag.

In der Umfrage berichten 46 Prozent der Unternehmen über stornierte Aufträge. Am stärksten betroffen sind der Tourismus mit einem Auftragsrückgang von 97 Prozent und die Industrie mit einem Minus von 51 Prozent. Im Bereich Tourismus berichten 70 Prozent von schlechter oder existenzbedrohender Liquiditätslage. Bei den Hotels, Pensionen, Campingplätze erwarten rund 29 Prozent eine Lageverbesserung. Nur das Bauwesen meldet bisher noch keine Einbußen. Dort würden die vollen Auftragsbücher abgearbeitet. Gleichzeitig gehen die Prognosen beim Tiefbau zurück, laut IHK ein Frühindikator für die konjunkturelle Abschwächung der Branche.

15 Prozent der Unternehmen, vor allem Dienstleister aber auch Handel und Industrie, veränderten angesichts der Corona-Bedingungen ihre Geschäftsmodelle oder die Vertriebswege.

Jürgen Helmes, IHK-Hauptgeschäftsführer

Coronafolgen bei Krones

Neutraubling

Die Beschränkung "des öffentlichen Lebens hat in einigen Branchen für einen sofortigen Zusammenbruch der Geschäftslage gesorgt", sagte Helmes weiter. Es gebe auch positive Signale. "Es ist bemerkenswert, wie agil unsere Wirtschaft auf geänderte Rahmenbedingungen reagiert hat", sagte Helmes. "15 Prozent der Unternehmen, vor allem Dienstleister aber auch Handel und Industrie, veränderten angesichts der Corona-Bedingungen ihre Geschäftsmodelle oder die Vertriebswege." Einige Industriebetriebe sattelten um und stellten Schutzmasken oder Desinfektionsmitteln her. Händler und Restaurants digitalisierten ihren Vertrieb und lieferten aus. Helmes ist zudem überzeugt, dass Hotellerie, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen dank der ersten Lockerungen aus der Talsohle starten.

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