04.05.2020 - 18:52 Uhr
RegensburgOberpfalz

Handwerk vermisst öffentliche Aufträge

Die Handwerkskammer appelliert an Kommunen und Kreise in der Region, die Bauhandwerker nicht im Stich zu lassen. Zudem gibt es Sorgen um die Ausbildungsplätze.

Ein Maurer trägt auf einer Baustelle Klebemörtel auf eine Wand auf. Das Handwerk in der Region baut darauf, dass die Gemeinden trotz Corona ihre Bauvorhaben verwirklichen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

In Krisenzeiten gelten staatliche Investitionen in die Infrastruktur als wichtiger Teil der Konjunkturhilfen. Vor diesem Hintergrund ist der Befund der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, wonach ostbayerische Handwerksbetriebe vermehrt melden, dass "Aufträge im öffentlichen Sektor aufgrund der Coronakrise verschoben oder storniert werden" besorgniserregend. Wie die Kammer am Montag mitteilte, sind von den Ausfällen insbesondere Bau- und Ausbauhandwerke betroffen.

Die Kammer zeigt Verständnis für die Vorsicht der Kommunen und Kreise angesichts der Coronakrise. Kammerpräsident Georg Haber warnt aber zugleich: "Es ist das falsche Signal - mit negativen Folgen für die Baubetriebe und ihre Belegschaft." Denn der öffentliche Sektor, dazu gehören auch Kommunen und Kreise, habe eine Vorbildfunktion. "Gerade die Bau- und Ausbauhandwerke sind sowohl eine wichtige Konjunkturstütze als auch Arbeitgeber und Ausbilder für viele Menschen in der Region", sagt Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger. Derzeit könnten die Betriebe zwar noch Auftragspolster aus dem Jahr 2019 abarbeiten, aber es fehlten die neuen Aufträge.

Nach eigenen Angaben hat die Handwerkskammer allen Oberbürgermeistern und Landräten geschrieben und diese gebeten, Aufträge zu verwirklichen, nicht auf die lange Bank zu schieben und zügig voranzutreiben. Auch die Kammer halte an ihren Baumaßnahmen fest. Als positives Signal begrüßt die Kammer, die Ankündigung der Staatsregierung, Tranchen aus dem kommunalen Finanzausgleich in Höhe von zwei Milliarden Euro vorzeitig auszuzahlen.

Hilfen für den Neustart

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Unterdessen kündigte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ein Treffen der Allianz für Aus- und Weiterbildung an. Diese soll verhindern, dass es zu einem Einbruch bei Ausbildungsplätzen kommt. Es müsse verhindert werden, dass wegen der Pandemie "ein Jahrgang entsteht, in dem Ausbildungsplätze auf breiter Front wegbrechen". Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat bereits einen finanziellen Bonus für Firmen gefordert, die zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten. Genannt werden unter anderem Einmalzahlung oder Zuschüsse zur Vergütung.

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