02.07.2019 - 15:39 Uhr
RegensburgOberpfalz

Jutta Speidel erhält Ellen-Ammann-Preis

Der Ellen-Ammann-Preis wird zum vierten Mal vergeben. Er geht an Frauen, die wie die Frauenbund-Gründerin Ammann "Grenzen überschreiten" und sich für die Rechte von Frauen engagieren, wie zwei Regensburgerinnen.

Die Hauptpreisträgerin Jutta Speidel (Zweite von links) war von Sozialministerin Kerstin Schreyer (rechts) vorgeschlagen worden. Sie erhielt die Ellen-Ammann-Kamee von der KDFB-Landesvorsitzenden Emilie Müller (links) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (Zweite von rechts).
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die Schauspielerin Jutta Speidel hat im bayerischen Landtag den Ellen-Amman-Preis 2019 des Katholischen Frauenbundes in Bayern (KDFB) erhalten. Damit wurde ihr Einsatz für obdachlose Frauen und Kinder in München seit dem Jahr 1997 gewürdigt. "Damals wie heute sind Gewalterfahrungen einer der Hauptgründe, warum Frauen mit ihren Kindern ihr Zuhause fluchtartig verlassen und auf der Straße stehen", sagte Speidel bei der Verleihung im Maximilianeum am Montag laut Mitteilung des KDFB vom Dienstag.

Mit dem Preis zeichnet der Katholischen Deutschen Frauenbund Landesverband Bayern Frauen aus, für "Rechte anderer Frauen mutig und kreativ Grenzen überschreiten". Neben Speidel erhielten die Regensburgerinnen Claudia Burmeister mit dem Projekt "Waagnis" und Sabine Demel aus Regensburg mit "Donum Vitae Bayern" sowie Ele Schöfthaler aus Landshut mit den "Kindernestern" und Jana Weidhaase aus München mit dem Projekt "We talk - Women fight violence".

Als Speidel im Jahr 1997 gehört habe, dass es im reichen München obdachlose Mütter und Kinder gibt, beschließt die Mutter zweier Töchter, dagegen anzukämpfen. Die Schauspielerin mietet ein ehemaliges Hotel und bietet seitdem mit ihrem inzwischen 40-köpfigen Team des Projekts "Horizont" den Betroffenen einen Ort der Ruhe und Sicherheit. Speidel sagte, sie trage mit Stolz die Ellen-Ammann-Kamee. Die Kanne ist ein für den Preis geschaffenes Schmuckstück und die besondere Auszeichnung für die Hauptpreisträgerin.

"Die fünf Preisträgerinnen und 17 weitere Frauen haben sich für den diesjährigen Preis beworben", sagte Emilia Müller, KDFB-Landesvorsitzende aus Bruck (Kreis Schwandorf). "Ihr Engagement beweist, wie groß die Bandbreite ist, wenn es darum geht, Frauenrechte umzusetzen und ihnen Geltung zu verschaffen", betonte Müller. Die Preisträgerinnen hätten "die Zeichen der Zeit erkannt", sagte die Schirmherrin des Preises, Landtagspräsidentin Ilse Aigner: "Sie sind wahre Nachfolgerinnen von Ellen Ammann, indem sie ihre Idee der sozialen Arbeit in die Gegenwart übersetzen: Aus innerer Überzeugung, selbstbewusst und mit vorbildlicher Tatkraft."

Mehr zur Auszeichnung

Regensburg

Ellen Ammann (1870-1932), nach der der Preis benannt ist, war eine Frauenrechtlerin und eine der ersten Frauen im Landtag. Sie gründete im November des Jahres 1911 den Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Der Verband ist nach eigenen Angaben mit 165 000 Mitgliedern der größte Frauenverband im Freistaat.

Ellen-Ammann-Darstellerin Gertrud Ströbele (von links), KDFB-Landeschefin Emilia Müller, Jana Weidhaase, Sabine Demel, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Jutta Speidel Claudia Burmeister Ele Schöfthaler.

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