15.09.2020 - 18:06 Uhr
RegensburgOberpfalz

Wo in der Oberpfalz sollen Moria-Flüchtlinge aufgenommen werden?

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Die Bundesregierung plant, weitere 1500 Flüchtlinge aus Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufzunehmen, vor allem Familien mit Kindern. Wie groß ist die Bereitschaft in den hiesigen Kommunen, die Geflüchteten unterzubringen?

Eine Familie steht innerhalb des ausgebrannten Flüchtlingslagers Moria. Mehrere Brände haben das Lager fast vollständig zerstört.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Von Hanna Gibbs, Stephanie Wilcke und Clemens Hösamer

Amberg/Sulzbach-Rosenberg

In Amberg und Sulzbach-Rosenberg ist man sich einig: "Ich bin überzeugt, dass Menschen in Not geholfen werden muss und wir eine europäische Pflicht haben, Griechenland in der Lage zu unterstützen", sagt Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU). Sein Kollege in Sulzbach-Rosenberg, Bürgermeister Michael Göth (SPD), pflichtet bei: "Menschen in Not muss man helfen, als Kommune müssen wir beistehen." Er zeigt sich offen, Flüchtlinge in seiner Stadt aufzunehmen. Cerny hingegen warnt: Als Stadt könne man zwar eine politische Willenserklärung abgeben. "Aber für mich sollten sie dann zumindest ansatzweise tragbar sein. Wenn wir uns politisch bereiterklären, Flüchtlinge aufzunehmen, und gleichzeitig wissen, dass sie letztlich in einem Ankerzentrum in Regensburg oder Bamberg ankommen, dann ist eine solches Signal unehrlich und man sollte davon Abstand nehmen." Derzeit leben im Landkreis Amberg-Sulzbach 486 Asylbewerber in den Gemeinschaftsunterkünften, dezentralen Einrichtungen oder Privatwohnungen.

Schwandorf

Der Kreisausschuss Schwandorf diskutierte am Montag nach einem Antrag von Rudolf Sommer (Grüne) über die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria. Sommer wollte, dass der Kreis "zusätzlich zur Verteilungsquote Asylsuchender" Menschen aufnimmt. Der Antrag fand bei der Abstimmung keine Mehrheit.

Weiden

Die Pressestelle der Stadt Weiden erklärte auf Nachfrage, dass aus Sicht der Jugendhilfe die Aufnahme von fünf unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen möglich wäre. Da es im Stadtgebiet Weiden derzeit keine stationäre Facheinrichtung gibt, die auf die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Kindern oder Jugendlichen spezialisiert ist, würde die Unterbringung in einer Einrichtung der Jugendhilfe erfolgen.

Tirschenreuth

Im Landkreis Tirschenreuth steht die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria aktuell nicht auf der politischen Agenda, erklärte Walter Brucker, Pressesprecher des Landratsamts Tirschenreuth, auf Nachfrage. Auch im nächsten Kreisausschuss sei zu dem Thema nichts geplant. Die Zuteilung von Flüchtlingen sei Aufgabe der Regierung, sagte Brucker. Der Landkreis sei gehalten, im Rahmen einer Zuteilungsquote Flüchtlinge aufzunehmen.

Regensburg

Regensburg ist seit August Mitglied im Bündnis „Städte Sicherer Häfen". Der Stadtrat hatte sich Ende Juli für eine Mitgliedschaft ausgesprochen. Die mittlerweile 174 deutsche Städte in dem Netzwerk heißen Geflüchtete in ihrer Mitte willkommen – und sind bereit, mehr Menschen aufzunehmen als sie müssten. Angesichts der aktuellen Lage auf Lesbos hat Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) jüngst bekräftigt, dass Regensburg bereit sei, Menschen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria aufzunehmen. Es sei nicht neu, dass dort untragbare, menschenunwürdige Zustände herrschen würden, sagte Maltz-Schwarzfischer dem Bayerischen Rundfunk. Nun sei die Situation eskaliert. Regensburg habe nichts an seiner Haltung geändert, Flüchtlinge aufzunehmen.

Ein Kommentar zu Moria

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Kommentare

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silvia blödt

wir haben doch inzwischen mehr als genug flüchtlinge hier. irgendwann sollte es doch auch mal gut sein. wir sind nicht für die ganze welt verantwortlich!!!

16.09.2020