Dass lauter Lärm das Gehör beeinträchtigt, ist bekannt. Aber über die Schädigungen durch leisere Töne wissen die meisten Menschen laut einer Mitteilung von "Medizin.Report" kaum Bescheid. Diese Erkenntnisse seien auch relativ neu. "Heute wissen die Experten, dass störend empfundene Geräusche, wie etwa ein tropfender Wasserhahn, das Brummen eines Transformators oder das gedämpfte Wummern des Straßenverkehrs auf Dauer eine verheerende Wirkung auf die Gesundheit haben können."
Entscheidend sei, dass Geräusche subjektiv als Belästigung empfunden werden. Dann reagiere der Körper auf sie mit Ausschüttung von Stresshormonen, was zur Erhöhung der Cholesterin- und Triglyzerid-Spiegel und der Blutgerinnungsfaktoren führen könne. "Bleibt eine mäßige Lärmbelästigung über Jahre hinweg bestehen, kann dies die Entwicklung von Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Diabetes begünstigen."
Noch vor wenigen Jahren kannte die Lärmforschung nur den hohen Lärmpegel als Gradmesser für Gesundheitsprobleme durch Lärm. Heute wisse man, dass die in Dezibel (dB) gemessene Lärmstärke nur zu einem Drittel dafür verantwortlich sei. Auch Frequenz, Dauer und Veränderlichkeit des Lärms würden eine Rolle spielen. "Und natürlich die persönliche Einstellung zum Lärm", so die Experten von "Medizin.Report".
Deshalb wird Fluglärm bei gleicher Lautstärke von den meisten Menschen schlimmer empfunden als Straßenverkehrslärm. Und deshalb kann ein Eisenbahnliebhaber problemlos neben einem Rangierbahnhof wohnen – der Lärm ist eher Musik für seine Ohren. "Dagegen empfinden Anwohner die abendlichen Klänge einer Dixielandkapelle im benachbarten Biergarten als unerhörte Belästigung."
Der Mensch ist weitgehend, aber nicht ganz machtlos gegenüber Lärm. Natürlich sollte er es vermeiden, Dauerbelastungen über 85 Dezibel ausgesetzt zu sein. "Schon bei Lärmstärken von 65 dB beginnen viele Menschen, Kopfschmerzen zu entwickeln." Die Schädigungsgrenze, bei der Hör- und Gleichgewichtsstörungen auftreten, beginne aber bereits bei 80 bis 90 dB. Die Schmerzgrenze werde bei etwa 120 dB erreicht.
Wer sich durch leise Töne gestört fühlt, kann einen Kunstgriff anwenden, indem er zum Beispiel durch etwas lautere, aber angenehme Radiomusik das Uhrticken oder den tropfenden Wasserhahn übertönt. "Wer allerdings glaubt, ein Schlafmittel löse sein Problem, der irrt: Lästige Töne wirken auch unterbewusst im Schlaf."
Was wie viel Lärm entfaltet
- Atmen: 10 dB
- Stille: (bis zu) 20 dB
- Nächtliches Froschquaken: 64 dB
- Vorbeifahrender Pkw: 80 dB
- Krähender Hahn: 85 dB
- Vorbeifahrender Zug: 90 dB
- Presslufthammer: 105 dB
- Disco und Rockkonzerte: 110 dB
- In-Ear-Kopfhörer/Smartphones (bei maximaler Lautstärke): bis zu 100 bis 105 dB
- Laubbläser/Rasenmäher: circa 90 bis 95 dB
- Düsenflugzeug: 120 dB
Quelle: medizin.report
















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