27.02.2020 - 10:28 Uhr
RegensburgOberpfalz

Auf den Spuren von Kepler & Co.

Im Regensburger Dom erkannte der Astronom Johannes Kepler erstmals Sonnenflecken. Besucher der Stadt können die älteste Volkssternwarte Bayerns und das Sterbehaus Keplers entdecken.

Auf ein Flachdach wurde damals eine kleine Kuppel gebaut, deren nur von Hand zu bedienender Drehmechanismus immer noch funktioniert.

Der Blick in den Sternenhimmel hat Menschen seit jeher fasziniert. Seit Jahrhunderten versuchen Wissenschaftler die Geheimnisse ferner Galaxien zu lüften. In Regensburg können Hobby-Astronomen und passionierte Sternengucker auf eine besondere Reise in die Geschichte der Astronomie gehen.

Neben dem berühmten "Regensburger Astrolabium", einem frühen "Stern-Finder-Instrument" aus dem 11. Jahrhundert, gibt es auch historische Geräte und Original-Schriften des weltbekannten Astronomen Johannes Kepler in seinem Regensburger Sterbehaus zu entdecken.

In der ältesten Volkssternwarte Bayerns können Besucher in historischem Ambiente selbst einen Blick in die Weiten des Weltalls wagen. Am 12. Januar 2020 feierte die Sternwarte ihr 100-jähriges Bestehen als Volkssternwarte. Regensburg hat eine Jahrhunderte alte astronomische Tradition: Bereits Mitte des 11. Jahrhunderts stellte der Benediktinermönch Wilhelm von Hirsau im Kloster Sankt Emmeram erste astronomische Beobachtungen an. Hirsaus berühmt gewordenes "Regensburger Astrolabium", ein Messgerät zur Bestimmung des Standorts der Gestirne, ist heute im Regensburger Stadtmuseum zu besichtigen. Etwa 500 Jahre nach Hirsau machte der heute weltbekannte Wissenschaftler und Zeitgenosse Galileo Galileis - Johannes Kepler - bei einem Besuch im Regensburger Dom durch einen banalen Zufall eine fundamentale Entdeckung: Brüchig gewordene Fensterscheiben projizierten kleine Sonnenscheiben auf den Kirchenboden. Kepler erkannte in den Lichtscheinen erstmals Sonnenflecken.

Bei seinen zahlreichen Aufenthalten in Regensburg rechnete Johannes Kepler auch an den "Drei Keplerschen Gesetzen", mit denen erstmals die Bahn der Planeten korrekt beschrieben wurde. 1630 starb Kepler in der Donau-Metropole. Sein Sterbehaus ist heute wieder im Originalzustand und beherbergt ein Museum mit historischen Geräten, Briefen und Büchern aus dem Leben und Werk des weltberühmten Astronomen.

Die erste Sternwarte in Regensburg wurde 1774 durch Fürstabt Frobenius Forster im Stift Sankt Emmeram als "physikalisches Kabinett" eingerichtet. Die Mönche beobachteten Mond- und Sonnenfinsternisse und 1799 den vor der Sonne vorüberziehenden Planeten Merkur. Nachdem das Kloster aufgelöst war, baute der Regensburger Fürst Karl Alexander von Thurn und Taxis in seinem Hofgarten eine neue Sternwarte, den "Placidusturm".

Als diese astronomische Einrichtung der Spitzhacke zum Opfer fiel, entstand zwischen 1902 und 1905 die heute noch bestehende Sternwarte, die zum weitläufigen Gebäudekomplex der Regierung der Oberpfalz gehört.

Auf ein Flachdach wurde damals eine kleine Kuppel gebaut, deren nur von Hand zu bedienender Drehmechanismus immer noch funktioniert.

Heute bietet die Regensburger Volkssternwarte moderne Teleskope, mit denen Besucher auf den Spuren von Kepler & Co. ins All blicken können. Der Nachthimmel bietet zu Beginn des neuen Jahres viele attraktive Sternbilder. Darunter auch der berühmte Nebel des Orion, eines der schönsten und hellsten Entstehungsgebiete neuer Sterne. (obx)

Besucherinformationen:

Volkssternwarte:

Die Sternwarte ist jeden Freitag geöffnet, mit Ausnahme der Sommerpause (1. Juni bis 15. Juli) und Feiertagen: von September bis April um 20 Uhr (Einlass ab 19.45 Uhr), von Mai bis August um 21 Uhr (Einlass ab 20.45 Uhr). Stern-Führungen (Dauer rund zwei Stunden) finden jeden Freitagabend bei klarem Himmel statt. Der Eintritt ist frei.

Adresse:

Verein der Freunde der Sternwarte Regensburg e.V., Ägidienplatz 2, 93047 Regensburg.

Mehr Informationen auf www.sternwarte-regensburg.de.

Historisches Museum:

Das Historische Museum im ehemaligen Minoritenkloster erläutert die Kunst- und Kulturgeschichte von der Steinzeit bis zum 19. Jahrhundert. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr.

Adresse:

Dachauplatz 2 bis 4, 93047 Regensburg.

Mehr Informationen auf www.regensburg.de/kultur/museen/alle-museen/historisches-museum .

Kepler-Gedächtnishaus:

Das Sterbehaus Johannes Keplers gibt mit seinen Exponaten einen Einblick in Keplers Leben und Werk. Geöffnet ist samstags, sonntags und an Feiertagen von 10.30 bis 16 Uhr.

Führungen sind um 14.30 Uhr. Eintrittsfrei ist an jedem ersten Sonntag im Monat.

Adresse:

Keplerstraße 5, 93047 Regensburg.

Mehr Informationen auf www.regensburg.de/kultur/museen/alle-museen/document-keplerhaus . (dt)

Zwischen 1902 und 1905 entstand die heutige Sternwarte, die zum weitläufigen Gebäudekomplex der Regierung der Oberpfalz gehört.
Am 12. Januar 2020 feierte die Sternwarte ihr 100-jähriges Bestehen als Volkssternwarte.
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