23.08.2018 - 17:48 Uhr
RegensburgOberpfalz

Vegan unterwegs

In Regensburg ist nicht nur die Kneipendichte am höchsten, auch die Anzahl veganer Lokale ist dort sehr hoch. In der nördlichen Oberpfalz ist das Angebot jedoch viel kleiner. Das will der Verein Proveg ändern.

In Miriam Lills Kochbuch "Vegan ohne Salat" ist beschrieben, wie die Zucchini-Fladen zubereitet werden.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Bei der Anzahl der Restaurants mit veganen Gerichten kommt der Großraum Regensburg auf Platz 5 in der Bundesrepublik. 55 Gaststätten bieten dort vegane Gerichte an. Das haben die Mitarbeiter von "Vanilla Bean" ermittelt. Das Regensburger Start-up hat eine gleichnamige App entwickelt, mit der Nutzer Gasthäuser, Cafés, Eisdielen und Bäckereien finden, die mindestens ein veganes Gericht auf der Speisekarte anbieten. Veganer verzichten auf alle tierischen Produkte wie Käse oder Eier, Vegetarier auf Fleisch. Allergiker können in der App Filter setzen und sich so passende Lokale anzeigen lassen.

"Zu Hause vegan zu kochen ist noch einfach", sagt Sandra Hönisch von "Vanilla Bean". Schwierig sei es für Veganer unterwegs einen passenden Snack oder ein Gasthaus zu finden, das Speisen für sie kocht.

Das hochgesteckte Ziel des Start-ups mit 15 Mitarbeitern ist es, "eine nachhaltige Lebensweise so einfach zu machen wie die konventionelle", heißt es auf ihrer Homepage. Dass das funktioniert, bestätigt Lyn Lampmann. Die Regensburgerin engagiert sich im Verein Proveg international und ist Veganerin. "Ich liebe diese App, weil sie super hilfreich ist - gerade für Menschen, die viel unterwegs sind." Die 30-Jährige nutzt die App auch, um in Regensburg neue Lokale zu entdecken. Oder um herauszufinden, ob das Café, in dem sich ihre Freunde am Abend treffen wollen, ein Gericht für sie bereithält.

Wie lecker veganes Essen sein kann, will der Verein bei Informationsständen zeigen. Die Vereinsmitglieder verteilen Kostproben. Manche Passanten würden sich dann wundern: "Huch, man schmeckt ja gar nicht, dass kein Ei drin ist", würden einige dann sagen, erinnert sich Lampmann. Die Mitglieder wollen "Menschen zu pflanzlicher Lebensweise inspirieren und Alternativen aufzeigen, aber nicht missionieren."

Ist die Auswahl in Regensburg recht groß, sieht es in der nördlichen Oberpfalz für Veganer dagegen dürftig aus. "Vanilla Bean" ermittelt für Amberg einen Treffer, in Weiden sind es vier: Dort bieten zum Beispiel der Rockmusik-Club Salute (Rothenstadt) Gemüseschnitzel an, der Bio-Laden Eseo mittags vegane Suppen. Im "Bio Organic 56" in Amberg können sich Veganer täglich Eintöpfe oder Burger schmecken lassen. Für Neustadt/WN und Tirschenreuth meldet die App null Treffer. Ein Tipp von Gloria Bauer: die Altmugler Sonne in Neualbenreuth.

Am dürftigen Angebot in der nördlichen Oberpfalz will Bauer etwas ändern. "Ich hatte das Gefühl: Es tut sich nichts", sagt die 38-Jährige. Deshalb hat sie vor Kurzem eine Weidener Regionalgruppe von Proveg gegründet. Die Gruppe will nun monatlich ein veganes Picknick im Max-Reger-Park veranstalten, bei dem jeder Besucher ein Gericht, Teller, Besteck und Gläser mitbringt. Das nächste Picknick ist am Sonntag, 23. September. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Pavillon. "Unser Ziel ist nicht, dass jeder vegan wird", erläutert Bauer. Schön fände sie es, wenn die Besucher nach dem Picknick mehr auf ihr Essen achten und Fleischesser neue Gerichte entdecken, die sie zu Hause mal nachkochen.

Ein ähnliches Ziel verfolgt auch Miriam Lill aus Flossenbürg. Damit Veganer und Nicht-Veganer mehr Inspirationen fürs Kochen erhalten, hat sie ein Rezeptbuch geschrieben. In "Vegan ohne Salat", im Buch- und Kunstverlag Oberpfalz erschienen, stellt sie eigene Rezepte vor, zum Beispiel Zucchini-Fladen.

Das Start-Up "Vanilla Bean" aus Regensburg hat eine App entwickelt, mit der sich Nutzer Restaurants mit veganen Speisen anzeigen lassen können.

Lyn Lampmann aus Regensburg ist Veganerin. Am liebsten mag sie die mediterrane Küche. "Die hat von Haus aus viele pflanzliche Gerichte."

Rezept von Miriam Lill:

Zucchini-Fladen

1 Zucchini grob raspeln, salzen, aus der Masse das Wasser herausdrücken und abgießen. 2 Kartoffeln in Salzwasser 10 Minuten kochen, abgießen. Etwas abkühlen lassen, schälen, zu der Zucchini raspeln, zusammen mit 2 EL Speisestärke, 2 EL Mehl, reichlich Dill-Blättern (frisch oder tiefgefroren), etwas Petersilie und Pfeffer mischen. Zu Fladen formen,

flachdrücken und in einer gut beschichteten Pfanne mit heißem Rapsöl scharf anbraten, etwas braun werden lassen. Aioli: 50 ml lauwarmen Sojadrink natur mit 1 Knoblauchzehe in ein schmales Gefäß geben und cremig pürieren, dabei 120 ml Rapsöl in dünnem Strahl einlaufen lassen, salzen, 1 Spritzer Zitronensaft, etwas Schnittlauch und Petersilie untermischen.

Das Rezept entstammt dem Kochbuch "Vegan ohne Salat" von Miriam Lill, Buch- und Kunstverlag Oberpfalz/Battenberg Gietl Verlag, ISBN: 978-3955870386.

Miriam Lill aus Flossenbürg hat das Buch "Vegan ohne Salat" geschrieben.

Zur Buchvorstellung "Vegan ohne Salat"

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