18.02.2020 - 19:32 Uhr
Oberpfalz

Röttgen stellt die Hinterzimmer-Runde von Merz, Spahn und Laschet bloß

Norbert Röttgen ist mit seiner Kandidatur für den Parteivorsitz ein Coup gelungen. Seine Courage hilft der CDU. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Norbert Röttgen, (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, kandidiert für CDU-Parteivorsitz.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Mit seiner Kandidatur für den Parteivorsitz leistet Norbert Röttgen einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der CDU. Er wirft seinen Hut in den Ring - und tritt mit offenem Visier an. Damit stellt er jene bloß, die in Hinterzimmerrunden die Macht innerhalb der Partei unter sich aufteilen wollten.

Wenn der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet nach Röttgens Pressekonferenz noch einmal auf die Notwendigkeit einer "starken Mannschafts-Aufstellung der Union mit CDU und CSU" verweist, bestätigt er nur, dass Röttgen die Pläne von Laschet, Friedrich Merz und Jens Spahn durchkreuzt hat.

Sicher, ohne Teamarbeit kann eine Partei keine Erfolg haben. Eine Binse. Wie aber die drei Männer, Laschet, Spahn und vor allem Merz auf den Gedanken kommen, sie könnten jetzt alles unter sich ausmachen, bleibt ihr Geheimnis. Zwei aus der Runde, Spahn und Merz haben erst vor etwas mehr als einem Jahr gegen die scheidende Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer verloren. Die Frau, die nach einem längerem innerparteilichen Prozess die Mehrheit erhalten hatte.

Dass Kramp-Karrenbauer nun das Amt der Parteichefin wieder abgibt, liegt sicher auch an Fehlern, die sie beging. Es liegt aber auch daran, dass ein Teil der CDU nie das Votum des Parteitages akzeptiert hat. Dies ist vor allem mit einem prominenten Namen verbunden: Merz hat keine Gelegenheit ausgelassen, gegen die Parteivorsitzende zu sticheln.

Freunde macht sich Röttgen nicht. In Nordrhein-Westfalen ist er der Wahlverlierer von 2012, der im Anschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem Kabinett geworfen worden war. Eine Hausmacht hat er auch nicht. Aber der Nordrhein-Westfale hat sich zurückgekämpft. Vor allem aber hat er eine klare Haltung - zur Werteunion, zur AfD. Und: Röttgen fordert eine inhaltliche Debatte. Das braucht die CDU dringend nach dem politischen Irrlichtern der Thüringer CDU.

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