10.11.2021 - 15:50 Uhr
Rottendorf bei SchmidgadenOberpfalz

Schreinerei Schönberger in Rottendorf liefert individuelle Möbel seit 100 Jahren

Genau hier, Zum Kalvarienberg 6, in Rottendorf, hat vor hundert Jahren alles begonnen. Schreinermeister Werner Schönberger schaut stolz zurück. Sein Blick für massgenaue Einrichtungen richtet aber sich in gleicher Weise nach vorne.

Werner Schönberger steht neben seinem Gesellenstück. Der Inhaber kommt inzwischen kaum mehr zum Arbeiten an der Werkbank.
von Irma Held Kontakt Profil

Werner Schönberger nimmt im Sozialraum der Schreinerei Schönberger Platz. "Da, wo wir jetzt sitzen, war die erste Werkstatt", sagt er zu Oberpfalz-Medien. Die Mauern seien noch Original, auch die Größe der Fenster habe sich in einem Jahrhundert nicht verändert. Auf diese Tradition ist er stolz, darauf legt er Wert ohne die Zukunft aus den Augen zu verlieren.

Werner Schönbergers Großvater Georg hat 1921 genau an dieser Stelle den Schritt in die Selbstständigkeit mit einer Bauschreinerei und einem Möbelhandel gemacht. "Mein Opa hat damals alles gefertigt, auch Kammerwägen." Kammerwagen gibt es längst nicht mehr, den Familienbetrieb Schönberger aber nach wie vor. Und die Geschichte wird mit Tochter Katrin Schönberger, jetzt Projektleiterin, in der vierten Generation fortgeschrieben.

Familienbetrieb

Der Familienbegriff erstreckt sich bei den Schönbergers auch auf die 15 Beschäftigten. Deshalb wurde das Jubiläum mit Ehrengästen und Würdigungen der Mitarbeiter, in der für diesen Anlass herausgeputzten Werkstatt, gefeiert. Leben und Arbeiten gehört bei den Schönbergers untrennbar zusammen, auch wenn das Küchenatelier ausgelagert ist. Immerhin ist dieser Showroom 2014 von Amberg fast wieder heimgekehrt, in der nahe gelegenen Dorfstraße in Rottendorf.

Küchenspezialist

"Küche ist unser Steckenpferd", sagt der 55-Jährige. Dafür finden Kunden aus Regensburg, Nürnberg oder sogar München den Weg nach Rottendorf. Im Laufe von hundert Jahren hat sich mit jedem Generationswechsel im Portfolio ein Wandel vollzogen, über Wand- und Deckenverkleidungen hin zum Innenausbau mit dem Akzent auf Küchen.

Schönberger baut eigene Küchen. Das Hauptgeschäft besteht aber darin, das Angebot eines Herstellers mit individuell designten passgenauen Anfertigungen aus der Rottendorfer Werkstatt zu einem Unikat zu machen. Besondere Hölzer kämen zum Einsatz, ausgefallene Ergänzungen, dann sei es eben keine Küche von der Stange mehr, sondern ein Unikat, ergänzt Werner Schönberger. Dem sogenannten Aufhübschen seien preislich keine Grenzen gesetzt. "Unsere teuerste Küche hat 100 000 Euro gekostet." Passend dazu fertigt der familiengeführte Handwerksbetrieb auch Essbereiche, Wohnzimmer, Bad- oder Einzelmöbel. nimmt manches Material oder manche Formen wieder auf. "Diese Lösungen werden immer mehr." Ebenso nehme der Trend bestehenden Küchen ein Facelifting zu verpassen, zu.

Aus heimischem Holz

"Wichtig ist uns die Verwendung von heimischen Hölzern", betont Werner Schönberger. Die Schreinerei in Rottendorf kann Hölzer lagern, stapeln und verarbeitet auch Bäume, die bei Kunden im Garten oder im Wald stehen. Wenn das Holz geeignet sei und reiche, erfülle die Schreinerei Wünsche, wie beispielsweise einen Essplatz aus eigener Eiche. Denkverbote oder Berührungsängste gebe es nicht, wenn es über Echtholz hinausgehe. Kombinationen mit Glas, Metall, Stoffe oder Leder und anderen Materialien seien umsetzbar.

Firmeninhaber und Geschäftsführer Werner Schönberger kommt bei dieser Größe des Betriebes kaum mehr zur regelmäßigen Arbeit an der Werkbank. Er ist mit Akquise und Organisation beschäftigt und er ist derjenige, der den Überblick behält, was Termine, Fertigstellungen oder Kontakte zu Architekten anbelangt. Natürlich ist sich der Chef nicht zu schade, hinzulangen, wenn in der Werkstatt Not am Mann ist, egal wo. "Ich helfe aus, wenn es pressiert." Er nennt ein Beispiel. "Wenn abends unbedingt noch etwas lackiert werden muss, dann mache ich das." Und für ihn, den gelernten Schreiner, ist "am schönsten ein interessanter Innenausbau ober ein schönes Einzelteil". Weitere Bilder: www.onetz.de/

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Rottendorf bei Schmidgaden
Hintergrund:

Schreinerei Schönberger

  • Gegründet 1921 von Georg Schönberger
  • Übernahme durch Sohn Emmeram Schönberger 1964
  • Übernahme durch Werner Schönberger, Enkel des Firmengründers, 1989
  • Festakt zum hundertjährigen Bestehen am 4. November
  • Ehrung folgender Mitarbeiter zum Firmenjubiläum: Josef Niedermeier (25 Jahre, wegen Corona ein Jahr verspätet), Dominik Baumer, 15 Jahre.

 

 

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