XL-Kunstwerk ziert Sassenreuther Spielplatz

Bunt, kreativ und vor allem riesig: Mit Pinsel, Farbe und vielen Ideen haben die Sassenreuther ihren neuen Spielplatz mitgestaltet. Über 34 Meter weit erstreckt sich das Kunstwerk auf Holz. Ein Bild bildet dabei das Herzstück des Projekts.

Ein 34 Meter langes Kunstwerk rahmt den Sassenreuther Spielplatz ein. Ein Teil stammt von Künstler Dieter Windisch (rechts). Die anderen Holzbretter haben mehrere Dorfbewohner bemalt. Die Idee dazu hatte Silvia Schecklmann (links).
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Die Spiegelung des Lichts in den Fenstern eines Wintergartens, die weißen Siloballen neben einem Bauernhof, der Traktor auf dem Feld: Es sind die Details, die das Bild des Sassenreuther Künstlers Dieter Windisch ausmachen. Stunden über Stunden hat der 64-Jährige an seinem Kunstwerk für den neuen Spielplatz im Ort gearbeitet - 500 Stunden, schätzt er, ohne sie gezählt zu haben. In einem Schupfen neben seinem Haus hatte er die zunächst noch leere Holzplatte aufgestellt. Immer wieder, wenn er Zeit und Lust hatte, malte er dort ein bisschen weiter. So entstand mit verschiedenen Pinseln, Schwämmen, Klebeband, Noppenfolie und manchmal auch den Fingern ein Kunstwerk aus Buntlack: ein detailliertes Ortsporträt von Sassenreuth.

Als Vorlage schaute er sich immer wieder die Fotos an, die er von der "Ortsleit'n" aus - im Nordwesten von Sassenreuth - gemacht hatte. Von den Häusern fertigte er auch eine Skizze an. "Die Ansicht des Ortes ist insgesamt aber ein bisschen gestrafft, damit alles drauf passt", erklärt der Künstler ein paar nicht ganz originalgetreue Abbildungen. "Dort ist eigentlich eine größere Lücke", sagt er und zeigt zwischen Feuerwehr- und Nachbarhaus. Auch der Kirchturm sei auf seinem Bild ein wenig höher als er in Wirklichkeit ist. Mit Sonnenblumen, einem Marienkäfer und Grashüpfer baute Windisch noch ein paar Extra-Motive für die Kinder ein. Der große Traktor im Vordergrund sei nicht von Anfang an geplant gewesen, erzählt der Künstler. Stattdessen prangte dort zunächst ein weißer Lamborghini, wie ihn ein Dorfbewohner fahre. "Den habe ich aber wieder weggemacht, der hat mir nicht gefallen." Die Nähe zum Truppenübungsplatz zeigt ein Düsenjet am Himmel. Auch bei den Wolken sei er sich anfangs unsicher gewesen, ob der Himmel nicht zu turbulent sei, sagt er. "Manchmal sieht er aber so aus und irgendwann muss man auch aufhören, sonst verhunzt man das Bild."

Dieter Windisch ist aber nicht der einzige, der das insgesamt 34 Meter lange Kunstwerk am Sassenreuther Spielplatz gestaltet hat. Jedes Kind durfte ein eigenes Brett bemalen, die restlichen Holzwände gestalteten die Erwachsenen aus dem Dorf, erzählt Silvia Schecklmann. Sie hatte die Idee dazu. Circa 40 Kinder haben mitgeholfen. Auf einem weiteren Brett sind nun auch die bunten Handabdrücke der kleinen Künstler zu sehen. Eine Lücke im Holzzaun gehört außerdem noch den Kindern, die in diesem Jahr auf die Welt kommen.

Ein weiterer Bericht aus Sassenreuth:

Die Häuser, die Straßen, die Äcker: Fast jedes Detail von Sassenreuth hat Künstler Dieter Windisch auf eine Holzwand gemalt. Diese schmückt nun den Spielplatz im Dorf.
Hintergrund:

Recycling-Spielplatz: Vom Joghurtbecher zum Klettergerüst

Weit über 1000 Arbeitsstunden haben Dorfbewohner und Gemeindearbeiter bislang für den neuen Spielplatz in Sassenreuth aufgewendet, berichtet Initiatorin Silvia Schecklmann. Seit September entsteht auf der Wiese gegenüber des Feuerwehrhauses im Zuge der Dorferneuerung ein Platz, wo sich die Kleinen austoben können. 42.000 Euro Budget sind dafür vorgesehen. 67 Prozent übernimmt das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, 33 zahlt die Marktgemeinde Kirchenthumbach, zu der Sassenreuth gehört. Die Sitz-Garnitur sei eine Spende von Heinz Biersack.

Eine Besonderheit: Die Spielgeräte wie Klettergerüst, Schaukel, Rutsche bestehen aus Recycling-Kunststoff. "Alles, was im Gelben Sack landet, ist da verwendet worden", betont die 49-jährige Sassenreutherin. Die neueste Anschaffung sei außerdem eine Liege, die sich in alle Richtung drehen lasse. "Und die Kinder wünschen sich noch ein Kleeblatt-Federtier." Dass bei dem Projekt alle Dorfbewohner zusammengeholfen haben, macht Schecklmann stolz. Besonders ihr Mann Manfred und Jürgen Adelhardt seien immer zur Stelle gewesen.

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