28.04.2021 - 16:20 Uhr
Oberpfalz

Schluss mit "Doomscrolling"

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Ertappen Sie sich auch immer öfter dabei, dass Sie sich in den sozialen Netzwerken von einer schlechten Nachricht zur nächsten klicken und dabei Ihre Laune immer schlechter wird? Hören Sie auf damit, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Das exzessive Scrollen durch negative Schlagzeilen macht uns alles andere als glücklich.
von Evi WagnerProfil

Steigende Inzidenzwerte, neue Mutanten, schleppende Impfzahlen - spätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie können wir uns in den sozialen Netzwerken vor schlechten Nachrichten kaum noch retten. Immer öfter scrollen wir von einer Negativmeldung zur nächsten, es scheint fast schon so etwas wie eine Sucht zu sein. Inzwischen gibt es für diesen obsessiven Konsum von schlechten Nachrichten sogar ein eigenes Wort: "Doomscrolling". Der Begriff tauchte 2018 erstmals auf Twitter auf und ist inzwischen auch im Merriam-Webster-Wörterbuch zu finden.

Aber warum tun wir das? Warum klicken wir uns permanent durch Horrormeldungen und Schreckensszenarien, auch wenn diese alles andere als gut für unsere Stimmung sind? Neurowissenschaftler haben eine Erklärung für diesen Effekt: Der Grund dafür sei unser sogenanntes "Steinzeithirn", das im Lebensalltag mit Säbelzahntiger und Mammut so etwas wie eine Lebensversicherung war. Unser Hirn habe sich seither nicht viel verändert und sei immer noch darauf programmiert, Negatives besser und schneller zu verarbeiten. Auch für diesen Effekt gibt es einen schlauen Begriff: Negativitätsbias.

"Das ist ja alles schön und gut", sagen Sie nun vielleicht, während Sie schon die nächste Negativmeldung auf Ihrem Smartphone lesen und von Panik ergriffen werden. "Aber wie kann ich denn nun mein Klick-Verhalten ändern?" Denn wahrscheinlich merken Sie selbst, dass Ihr Verhalten eine Belastung darstellt und alles andere als förderlich für die Laune ist. Inzwischen weiß man: Doomscrolling kann sogar zu Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen führen.

Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist: "Was will ich eigentlich in den sozialen Netzwerken?" Haben wir Sehnsucht nach Kontakten, dann können wir auch einfach mal wieder jemanden anrufen. Wollen wir uns informieren, können wir auch ganz klassisch die Tageszeitung lesen oder eine seriöse Nachrichtenseite im Internet aufrufen. Schließlich reicht es doch, sich einmal täglich über die wichtigsten Ereignisse auf dem Laufenden zu halten. Lassen Sie uns Schluss machen mit dem Endlos-Scrollen und die Zeit lieber für Dinge nutzen, die uns glücklich machen.

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