15.04.2021 - 10:31 Uhr
Oberpfalz

Schluss mit dem Kopfhunger

Etwas Schokolade zwischendurch oder ein Griff in die Chipstüte – oft essen wir nicht, weil wir wirklich Hunger haben, sondern um andere Bedürfnisse zu befriedigen. Schluss damit, rät die OWZ-Glücksexpertin. Denn das geht auch anders.

Unser Körper reagiert auf manche Lebensmittel so, wie er auf Drogen reagieren würde.
von Evi WagnerProfil

„Ist nicht noch Eis im Kühlfach?“ „Jetzt ein paar Chips.“ „Ich könnte mir doch noch das übrige Stück Pizza warm machen …“ „Oh, die Pommes sehen aber lecker aus. Solche gönne ich mir jetzt auch.“ Kennen Sie das? Plötzlich ist sie da, die Lust etwas zu essen. Wir schnappen uns die Schokolade in der Schublade, holen die Reste vom Mittagessen aus dem Kühlschank oder kaufen uns einen Snack an der nächsten Imbissbude – und das, obwohl wir doch eigentlich satt sind. Seien Sie ehrlich: Wann essen wir schon noch wirklich aus echtem Hunger? Und wie oft ist es eigentlich nur Appetit oder eine Art Kopfhunger, der uns dazu bringt, unnötige Kalorien zu uns zu nehmen?

Ob Stress, Nervosität, Liebeskummer oder Sorgen – oft scheint es uns im ersten Moment besser zu gehen, wenn wir etwas Fettiges, Süßes, Kalorienreiches zu uns nehmen. Kein Wunder, denn schließlich regen Zucker und Fett auch die Produktion der Botenstoffe Dopamin und Serotonin an. Und diese werden oft auch als „Glückshormone“ bezeichnet, weil sie Gefühle von Freude und Wohlbefinden auslösen können. Unser Körper reagiert also auf bestimmte Lebensmittel oft so, wie er auch auf Drogen reagieren würde. Und oft sind diese leider auch genauso schädlich. Das heißt: Glücklich macht uns ein solches Essverhalten auf Dauer nicht – und erst recht nicht die überflüssigen Kilos auf der Waage.

„Der Mensch ist, was er isst“, wusste schon Philosoph Ludwig Feuerbach. Und längst ist wissenschaftlich erwiesen: Es wirkt sich erheblich auf unsere Psyche und unser Wohlgefühl aus, was und wie wir essen. Eine Ernährung mit vielen verarbeiteten Lebensmitteln erhöht sogar das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Doch wie können wir es verhindern, dass wir dennoch immer wieder zu fettigem Fast-Food greifen und permanent irgendwelche Snacks in uns hineinschaufeln, obwohl wir eigentlich gar keinen Hunger haben?

Zunächst ist es wichtig, dass uns bewusst wird, in welchen Situationen wir unkontrolliert essen. Der zweite Schritt ist es dann, dass wir diese ungesunden Gewohnheiten durchbrechen und wieder lernen, aus Hunger und ausgewogen zu essen. In ihrem Buch „Eat Like The Animals“ haben die Biologen David Raubenheimer und Stephen J. Simpson, die Erkenntnisse ihrer Forschung zu diesem Thema veröffentlicht. Sie raten dazu, dass wir wieder so essen, wie es auch die meisten Tiere tun. Schluss mit extrem verarbeiteten, industriell erzeugten Lebensmitteln. Denn diese enthalten hauptsächlich Fett und Kohlenhydrate, sind weder gesund, noch machen sie uns – zumindest auf Dauer – wirklich glücklich.

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