17.03.2021 - 14:19 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen Vorreiter bei Online-Proben

Das Osterkonzert ist abgesagt, und auch viele weitere Termin gelten als vakant. Mit Online-Proben versucht die Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen in Pandemiezeiten den Musikbetrieb einigermaßen aufrechtzuerhalten.

In Online-Proben studieren die Musiker der Blaskapelle St. Ägidius seit Dezember vergangenen Jahres Stücke ein. Mit diesem Konzept ist die Blaskapelle Vorreiter für eine der Corona-Pandemie angepassten Musikausbildung gewesen, gerade auch im Nachwuchsbereich.
von Paul BöhmProfil

Das Osterkonzert der Blaskapelle St. Ägidius ist alljährlich traditionell ein besonderes gesellschaftliches Ereignis in Schmidmühlen. Doch heuer ist aus bekannten Gründen auch hier alles anders. Nach der Absage im vergangenen Jahr kann diese Musikveranstaltung am Ostermontag erneut nicht stattfinden.

„Wir haben uns auf das Konzert riesig gefreut und noch Anfang des Jahres gehofft, dass es klappt“, erzählt Dirigent Christian Bäuml in der menschenleeren "Musikwerkstatt“ der Blaskapelle St. Ägidius. In Frage gestellt sind aber auch weitere Auftritte wie das Bratwürstlfest an Pfingsten. Und sogar das Marktfest in Schmidmühlen scheint in Gefahr. „Die Absage aller Blaskapellenauftritte im vergangenen Jahr, darunter auch das Feuerwehrfest in Schmidmühlen, hat unserer Gemeinschaft sehr weh getan“, sagt Bäuml und erwähnt hier die stornierten Präsentationen bei Vereinsfesten, die Sommerserenade als Vorspann zum Marktfest und natürlich das Weihnachtskonzert als großer Klassiker zum Jahresausklang und das Neujahranspielen. „Das zehrt schon sehr an der Substanz und der Energie unserer Musiker“, stellt Blaskapellenvorsitzender Richard Fischer fest. „Wir haben im letzten Herbst gehofft, dass sich spätestens im Frühjahr die Pandemiewellen wieder glätten werden“, sagt er. Aber davon sei man weit entfernt. Auch die Jahreshauptversammlung sei auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der Probenbetrieb in Präsenz musste ab November erneut ausgesetzt werden. Trotz alledem ist es Vorsitzendem Richard Fischer und Dirigent Christian Bäuml sowie dessen Frau Lucia, die Dirigentin der Kolping-Blaskapelle Hohenfels ist, wichtig, den eingeschlagenen Weg mit gemeinsamen digitalen Proben von zu Hause aus weiterzugehen. Denn seit Anfang Dezember üben die beiden Musikkapellen gemeinsam, aber digital. „Eine normale Probe kann dies freilich nicht ersetzen. Aber mit Atem-, Technik- und Intonationsübungen halten sich die Musiker fit“, erklärt Christian Bäuml. Für Musikausbildung habe man neue Wege beschreiten müssen. Sogar das Einstudieren von Orchesterwerken sei mit Midi- und mp3-Dateien möglich. Bei der Einzelausbildung von Nachwuchsmusikern ist die Blaskapelle ebenfalls auf die digitale Schiene umgestiegen“, sagt Fischer. Was natürlich viel aufwendiger sei und mehr Kraft koste.

Auch die Zukunft erscheint Bäuml nicht besonders rosig. „Wir dürfen uns nach wie vor nicht physisch treffen, um zusammen zu musizieren. Und es gibt derzeit auch keine Aussicht, dass dies demnächst möglich sein wird“, sagt er. Die Online-Proben ermöglichten es, überhaupt gemeinsam Musik spielen zu können“, sagt Vorsitzender Fischer. Dabei erarbeite man Musikstücke für die hoffentlich bald wieder möglichen Auftritte. Vom sinfonischen Konzertwerk über Filmmusik bis hin zur traditionellen Blasmusik sei alles dabei.

Die Musiker treffen sich jeden Freitag um 20 Uhr via Zoom-Meeting. Das Musizieren von zu Hause aus wird dem Vernehmen nach gut angenommen. „Es macht schon auch Spaß, so miteinander zu proben. Und auch die Geselligkeit kommt trotz der Distanz nicht zu kurz, betont Christian Bäuml. Und weiter: „Mit ein wenig Stolz kann man behaupten, dass wir Pioniere auf dem Gebiet der Online-Probe waren.“ Diese Feststellung wird dadurch unterstrichen, dass Lucia und Christian Bäuml ihre Erfahrungen in sechs Web-Seminaren des Nordbayerischen Musikbunds an andere Musikkapellen weitergeben durften. Beide Dirigenten waren auch maßgeblich daran beteiligt, dass mittlerweile vier D-Prüfungen im Bezirk Oberpfalz vollkommen digital abgenommen werden konnten. „Unser großes Ziel ist aber, bald wieder gemeinsam Musik machen zu können“, hat Richard Fischer in einer seiner E-Mails an die Blaskapellengemeinschaft geschrieben.

Darüber hinaus nutzten die Mitglieder der Blaskapelle St. Ägidius die Pandemiezeit, um neue Konzertmappen zu erstellen, das Notenmaterial zu archivieren und die eine oder andere Verbesserung im Probenheim anzugehen. Doch auch dabei mussten sich alle Beteiligten an die Infektionsschutzrichtlinien halten.

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Menschenleer ist das Probenheim der Blaskapelle St. Ägidius in Schmidmühlen. Die großen Instrumente stehen in der Ecke, die Noten wären aufgelegt. Wie lang dieser Zustand noch andauert, ist ungewiss.

 

 

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