12.03.2021 - 10:52 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Schmidmühlener Feuerwehrhaus platzt aus allen Nähten: Neubau angedacht

Am Gerätehaus der Feuerwehr Schmidmühlen nagt nicht nur der Zahn der Zeit, sondern es platzt auch aus allen Nähten. Die Verantwortlichen fassen einen Neubau ins Auge.

Der Zahn der Zeit nagte in den vergangenen 40 Jahren gewaltig am Gerätehaus der Feuerwehr Schmidmühlen. Das Ergebnis einer Ortsbegehung: Es besteht dringender Handlungsbedarf.
von Autor POPProfil

"Es wird doch allmählich Zeit." Zu diesem Resümee kam Schmidmühlens Bürgermeister Peter Braun, als er sich zusammen mit den beiden Kommandanten Jürgen Ehrnsberger und Mathias Huger sowie dem Vorsitzenden Christian Renghart ein Bild vom Zustand des Gebäudes machte. Der Zahn der Zeit hat an dem Gebäude deutlich seine Spuren hinterlassen, mit dem dritten Einsatzfahrzeug (First Responder) wird auch Platz recht knapp.

Dass ein neues Gerätehaus kommen wird, steht für Bürgermeister Peter Braun fest. Nach seiner Worten wurde eine Summe bereits in den Investitionsplan für „spätere Jahre“ aufgenommen. Ein offizieller Beschluss des Marktgemeinderats liegt zwar noch nicht vor, aber bei den Haushaltsvorberatungen vor einigen Jahren ging man von einem Neubau an der Kallmünzer Straße aus. Eventuell gibt es noch eine zweite Möglichkeit, zu der sich der Bürgermeister aber noch nicht äußern wollte.

Wenn es zu dem Neubau kommen sollte, wäre dies das dritte Gerätehaus in der Geschichte der Feuerwehr Schmidmühlen. Bis es zum Bau des bestehenden Gebäudes kam, vergingen viele Jahre. Bereits 1972 war der Neubau eines Gerätehauses Thema bei einer Jahreshauptversammlung. Der damalige Bürgermeister Anton Rogg teilte den Mitgliedern mit, dass man gerne bauen würde, wenn man das passende Grundstück hätte. Im Februar 1973 fiel dann die Entscheidung, das Löschfahrzeug von der Feuerwehr Vilshofen zu kaufen. In dieser gleichen Sitzung forderte der damalige Kreisbrandrat Paul Kredler für die Wehr „ein zweiräumiges Gerätehaus mit einer Grundfläche von mindestes zehn mal zehn Metern. 1978 schließlich beschloss der Marktrat einen Neubau an der Kallmünzer Straße. Die Zustände in dem ehemaligen Gerätehaus gegenüber dem Rathaus waren nicht mehr tragbar. Das LF 8 passte gerade noch durch das Tor, der Lagerraum für die Gerätschaften war zu klein und die Feuchtigkeit in den alten Gemäuern setzte den Uniformen zu.

Ausschlaggebend für den neuen Standort war in erster Linie die zentrale Lage an der Staatsstraße und die gute Erreichbarkeit für die Aktiven der Wehr. Das neue Gerätehaus umfasste zwei Fahrzeughallen, einen kleinen Geräteraum, Sanitäranlagen, eine Schlauchwaschanlage und vor allem auch einen Ausbildungsraum – bis dahin wurde im alten Benefizium geschult. Die Kosten waren auf 300 000 Mark veranschlagt. Im Oktober 1978 fand der erste Spatenstich statt. Nach einjähriger Bauzeit erhielt das Gerätehaus am 19. Oktober den kirchlichen Segen. In der Chronik kann man nachlesen, dass das neue Gerätehaus zu einem Aufschwung in der Wehr führte.

Doch bald zeigte sich, dass das Gerätehaus zu klein war. Es musste immer wieder erweitert und neu strukturiert werden. Mit den neuen Fahrzeugen kam auch zusätzliche Ausrüstung hinzu, die gelagert werden musste. Die Anforderungen an die Ausbildung wurden immer anspruchsvoller. Zudem nahm die Einsatzhäufigkeit deutlich zu. Lange überlegte man im Gemeinderat und bei der Feuerwehr: sanieren, erweitern oder neu bauen. Nun zeichnet sich die Tendenz für einen Neubau ab. Zwar laufen die Vorbereitungen etwas schleppend an, intensive Gespräche mit den Führungskräften des Landkreises und verschiedene Ortstermine fanden schon statt. Sobald die Standortfrage geklärt ist, sollen die Planungen konkrete Züge annehmen. Dies auch, weil für die Schmidmühlener Wehr heuer noch ein Mehrzweckfahrzeug (11/1) zum Preis von rund 60 000 Euro erhalten soll. Dafür erhält der Markt 16 500 Euro Zuschuss.

Feuerwehr Schmidmühlen erhält neue Ausrüstung

Schmidmühlen
Inspizierten das Gerätehaus (von links): 1. Kommandant Jürgen Ehrnsberger, Bürgermeister Peter Braun, Vorsitzender Christian Renghart, 2. Kommandant Mathias Huger.
Platznot: Die Einsatzfahrzeuge stehen hintereinander.
Angesichts der Platznot ist im bestehenden Gerätehaus eine sachgerechte Lagerung kaum mehr möglich.
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