11.04.2021 - 08:53 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

US-Trucks rollen auf Marktplatz in Schmidmühlen: Wie soll das jetzt weitergehen?

Es ist die unendliche Geschichte mit dem Militärverkehr in Schmidmühlen. Zum Auftakt von "Dragoon Ready 21" rollen schwere Militärtrucks ins Ortszentrum und kommen erst am Marktplatz zum Stillstand.

von Paul BöhmProfil

Wie soll das jetzt weitergehen? Das fragen sich die Schmidmühlener und Bürgermeister Peter Braun zu den ungewollten Manöversituationen. Gerade einmal sechs Wochen sind ist es erst her, dass sich ein mit etwa 3000 Gallonen Treibstoff beladener Tankwagen der US Army in der Flutmulde der Hochwasserfreilegung in Schmidmühlen festgefahren hatte. Doch jetzt ist ein ähnliches Dillema schon wieder passiert: „Eine neue Übung, ein neuer Fauxpas mit Fahrzeugen der US Army in Schmidmühlen“, sagen die Schmidmühlener. Am Samstagvormittag ging nichts mehr im Markt Schmidmühlen, weil zwei schwere Militärtrucks vom Typ Oshkosh die beiden Zufahrts-Strassen zum Markt blockiert haben.

US-Tanklaster steckt fest

Schmidmühlen

Es dauerte schon eine geraume Zeit, bis die schweren Lastkraftwagen in den engen Straßen wieder auf den richtigen Weg gebracht werden konnten. In einem Fall musste sogar der Anhänger abgekoppelt werden, weil man trotz der Zuhilfenahme der Parkbuchten als Straße einfach nicht die Kurve um die Hausecken gekriegt hat. Jetzt fragen die Schmidmühlener erneut, wie nach dem Tanklastwagen-Debakel vor etwa sechs Wochen sich ein weiterer Zwischenfall dieser Art ereignen konnte.

Eine Lösung müsse doch machbar sein, hörte man viele sagen. Ist es die mangelhafte Ausschilderung und das Navigationssystem, das die Amerikaner ständig in die falsche Richtung lotst, oder sind da gar geheime Mächte am Werk, die sich solchen verfahrenen Situationen einen derben Spaß erlauben? „Not amused“ zeigte sich vor Ort Bürgermeister Peter Braun und einer seiner Stellvertreter, Matthias Huger, über die erneute Situation, wie sich diese überschweren Transporter so im Marktkern verfranzen konnten.

Direkt vor der Kirche am Marktplatz mussten schwierige Wendemanöver gemacht werden. Ein besorgter Bürger hatte einem amerikanischen Captain seine Sorge unterbreitet, dass die über 100 Jahre alte Brücke über den Lauteracharm an der Engstelle bei der Sparkasse nicht ausgelegt sei, mit diesem schweren Gefährt darüber zu fahren.

Beschilderung nützt nichts

Wie es jetzt weiter geht, darüber muss man wohl oder übel schnell in die Gänge kommen, war zu hören. „Eine Beschilderung an der Staatsstraße ist zwar angebracht, aber das hilft überhaupt nichts, dass die Militärfahrzeuge in den Markt kommen“, sagte Bürgermeister Peter Braun zur Situation. "Auch bevor man in den Markt einbiegt, ist nochmals ein Schild mit Zone 30 und einer Gewichtsbeschränkung von 7,5 Tonnen an nicht zu übersehender Stelle angebracht.“

„Alles für die Katz“, hörte man von besorgten Schmidmühlener Bürgern, die warten mussten, weil sie mit ihren Autos nicht mehr von den Parkplätzen im Markt wegkamen. "Was da noch einzig und allein hilft", meinte Bürgermeister Peter Braun, "ist ein ständiger Posten an der Vilsbrücke mitsamt einem Postenhäusl, der immer dann zur Stelle ist, wenn Militärfahrzeuge im Anmarsch sind".

Wie Bürgermeister Peter Braun sagte, ist er wiederholt schon wegen derartiger Vorfälle bei den Dienststellen in Hohenfels und in Grafenwöhr vorstellig geworden. „Doch Lehren und Verbesserungen hat man daraus nicht gezogen und das finde ich im Zuge einer guten Nachbarschaft mit den US-Amerikanern sehr, sehr schade“. Jetzt will Braun mit einen erneuten Vorstoß in Sachen intelligenter Verkehrsführung starten und bei den US-Militärs vorstellig werden - denn so könne es nicht weitergehen! „Dies sind wir letztendlich auch unserer Bürgerschaft schuldig.“

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Kommentare

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Weid ener

...mir kommt es so vor, als werden solche Sachen bewußt aufgebauscht um Stimmung gegen die US-soldaten zu machen.

Auch dieser Tanklaster... ein Schreck für den Fahrer, eine kleine Bergeübung und ein harmloser Flurschaden... wozu dieser Aufstand? Was denken Sie wie viele zivile LKWs sich tagtäglich deutschlandweit irgendwo verfahren, festfahren, erheblich mehr Schäden und Verkehrbehinderungen verursachen... und mit erheblich größerem Aufwand geborgen werden müssen?

Was denken Sie, wie oft wir uns mit unseren Baustellen-LKWs in irgendwelchen total verplanten Baugebieten sprichtwörtlich zu Tode rangieren, weil ein Großteil der Autofahrer nicht annähernd in der Lage ist seine Karren so abzustellen, dass Kreuzungsbereiche, Rangierflächen, etc. frei bleiben.

Und diesem um irgendwelche Brücken besorgten Spezialisten... diese Fahrzeuge der US-Amerikaner auf den Bildern sind für schweres Gelände ausgelegt d.h. die Achslasten sind sehr gering und auch die Bereifung ist so gewählt, dass die Last auf eine möglichst große Fläche verteilt wird um eben im Gelände nicht zu versinken.

11.04.2021