22.02.2021 - 14:11 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Bauausschuss lehnt Schließung des Skilifts Sitzambuch ab

Der Skilift in Sitzambuch gehört zur Stadt Schnaittenbach wie das Naturerlebnisbad mit dem Campingplatz. Gemeinsam haben die beiden Freizeiteinrichtungen, dass sie in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie außer Betrieb waren.

Der TÜV fordert, den Hauptspleiß am Skilift in Sitzambuch zu erneuern. Die Anlage deshalb komplett zu schließen, lehnt der Bauausschuss des Schnaittenbacher Stadtrats ab.
von Klaus HöglProfil

Skilift und Bad gleichen sich auch darin, dass ihr Betrieb kein Plus für die Stadtkasse abwirft. Darauf wiesen Bauamtsleiter Markus Stiegler und Klaus Kittler bei des Sitzung des Bauausschusses hin. Demnach fallen für den Skilift in Sitzambuch im Durchschnitt je Haushaltsjahr rund 27 000 Euro Defizit an. Die Berechnungen gehen dabei zurück bis ins Jahr 2011. Die Zahlen für die Haushaltsjahre 2010, 2012 und 2013 werden noch nachgetragen. Genau gesagt wurden im Einrechnungszeitraum insgesamt 27 089,50 Euro durch den Skiliftbetrieb eingenommen. Ausgegeben werden mussten aber 219 481,55 Euro, ergibt also einen Saldo von 192 406, 80 Euro.

Nun ist aber ein Problem aufgetreten. Im Dezember 2020 nahm der TÜV Süd die Magnetinduktive Seilprüfung für den Schlepplift vor. Das Ergebnis: Der TÜV-Prüfer festgelegt, dass der Hauptspleiß bis zum 30. April 2021 zu sanieren ist. Die beste Option wäre nun, das Stahlseil zu erneuern. Laut dem Angebot einer Seil- und Hebetechnik-Firma ist mit Kosten von 7300 Euro für die Lieferung des neuen Seiles und dann noch mit weiteren rund 4000 Euro für die Montage zu rechnen. Die Sanierung des Hauptspleiß sei kostengleich mit erhöhten Montagekosten, berge aber Risiken, wiesen die Vertreter der Stadtverwaltung hin.

In der Diskussion über das Für und Wider der Erneuerungsmaßnahme schälte sich im Bauausschuss heraus, dass eine komplette Schließung des Schlepplifts nicht in Frage kommt, die Freizeitanlage soll erhalten bleiben. Zu prüfen wäre jedoch, sagte Josef Werner (CWU), ob der Betrieb der Anlage so weitergeführt werden soll wie bisher. Er war für eine Erneuerung, "um dann zu sehen, wie es im kommenden Jahr weitergeh". Möglichst mit einer dringend erforderlichen Toilette. Manfred Schlosser (FW) forderte, vor einer Investition erst einmal die offenbar schwierigen Eigentumsverhältnisse zu klären.

Gerald Dagner (SPD) brachte einen möglichen Sommerbetrieb ins Spiel. Das sei wohl nicht so einfach, weil es sich bei dem fraglichen Bereich um ein FFH-Gebiet handelt, gab Bürgermeister Marcus Eichenmüller zu bedenken. Man brauche „gesicherte Rahmenbedingungen“, forderte Schlosser, die es bis dato so nicht gebe. Auch über eine Pause in den Jahren 2021/22 wurde gesprochen. Letztlich war man sich einig, dass noch eine ganze Reihe von Fragen zu klären sind, auch im Zusammenhang mit dem TÜV. Da ist dann die Verwaltung gefordert.

Liftanlage in Sitzambuch seit Jahrzehnten Winterskiparadies

Der TÜV fordert, den Hauptspleiß am Skilift in Sitzambuch zu erneuern. Die Anlage deshalb komplett zu schließen, lehnt der Bauausschuss des Schnaittenbacher Stadtrats ab.
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