Bebbo Schuller, Kulturführer und städtischer Marterlbeauftragter von Schnaittenbach, freute sich über 20 Teilnehmer, die sich für die Marterlwanderung interessierten. Im Mittelpunkt der Tour standen die Seblasmühle und der Ortsteil Forst. Dort entdeckte die Gruppe Marterln und deren spannende Geschichten.
Schuller erklärte zunächst den Teilnehmern die Bedeutung von Flurkreuzen, Bildstöcken und Erinnerungstafeln, die seinen Worten nach in katholischen Gegenden auch als Marterln bezeichnet werden. "Sie sind Zeichen des christlichen Glaubens und sollen die vorbeigehenden Menschen zur Besinnung und zum Gebet einladen", sagte er.
Aus verschiedensten Anlässen seien Flurdenkmäler errichtet worden. So wurden an Schauplätzen von Unfällen und Verbrechen Gedenkkreuze aufgestellt. Marterln wurden aber auch aus Dankbarkeit errichtet, wenn Menschen von Seuchen, Krieg und Krankheit verschont geblieben seien. Außerdem gibt es noch Votivkreuze. Sie gehen zurück auf Gelübde aus Dank zur Errettung aus einer Notlage. Pest- und Florianskreuze seien in früheren Jahrhunderten aufgestellt worden, um an Pestepidemien oder Brandkatastrophen zu erinnern, fuhr Schuller fort.
Mit der Marterlführung startete die 20-köpfige Gruppe am Hochkreuz bei der ehemaligen Tankstelle Rosner. Der Kreuzbildstock bei der Seblasmühle war selbst den meisten Teilnehmern aus Schnaittenbach nicht bekannt. Weitere Stationen waren das Hans-Busch-Gedenkkreuz und das Siedlerkreuz, die Holzbildsäule beim Anwesen Wendl (Gungbauer). Für die auswärtigen Gäste weckte die "Faschterer Dorfkapelle" als Kleinod am Kapellensteig besonderes Interesse. Letzte Station war die Statue des Heiligen Vitus, die sich auf der Brücke an den Bachwiesen befindet.















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