Der ehemalige Schnaittenbacher Pfarrer Blüml wäre heuer 100. Jahre alt geworden. In seiner Laudatio bezeichnete der ehemalige Pfadfinder, Sippenführer, Stammesführer und Hobbychronist Hans Grieger das Jahr 1954 als Glücksjahr für Schnaittenbach mit seinen zwei Höhepunkten, nämlich der Erhebung zur Stadt und der Gründung der Pfadfinderschaft St. Georg. 1954 kam Hermann Blüml auf seinem Motorrad der Marke Hofmann, einer 175er-Maschine, in Schnaittenbach an, um seine neue Kooperatorstelle in der Pfarrei St. Vitus anzutreten.
Sein damaliger „Chef“, Pfarrer Simon Utz, übertrug ihm vor allem die Jugendarbeit. Obwohl in Schnaittenbach schon eine aktive Kolpingfamilie und auch eine Jungkolpinggruppe existierte, gründete Blüml noch im selben Jahr auf Anraten von Pfarrer Josef Fruth, einem gebürtigen Schnaittenbacher, die Pfadfinderschaft St. Georg. Nachdem Blüml im Religionsunterricht die Werbetrommel rührte, trat die damalige 7. Klasse der Knabenschule nahezu geschlossen bei und rief die Sippe Adler ins Leben. Auf Blümls elterlichem Bauernhof in der Gemeinde Falkenstein fand das erste Stammeslager der neuen Gemeinschaft statt.
Nur wenige besaßen damals schon eine Pfadfinderkluft, die aus einem grasgrünen Hemd, einem blauen Halstuch und einer kurzen schwarzen Kordhose bestand. Um Kooperator Blüml bei seiner Führung des Stammes zu unterstützen, wurde ihm mit Günther Rom der erste Stammesführer zur Seite gestellt.
Als die Nachbarpfarrei Ehenfeld frei wurde, nahm Blüml nach längerem Zögern diese Stelle in der benachbarten Ortschaft an und damit nach vierjährigem erfolgreichem Wirken als Benefiziat und Pfadfinderkurat Abschied von St. Vitus Schnaittenbach. Zeit seines Lebens hat er die Schnaittenbacher Pfadfinder nicht vergessen. Am 8. November 2015 ist Blüml im Altersheim in Roding verstorben.
Der Geistliche wäre heuer 100 Jahre alt geworden. "Tot ist nur derjenige, der vergessen ist", sagte Hans Grieger. Es war ihm daher ein Anliegen, die Erinnerung an den Pfadfindergründer wachzuhalten. So hat er sich in Abstimmung mit der Stammesführung entschlossen, eine Gedenktafel zu stiften und im Beisein von 2. Bürgermeisterin Elisabeth Kraus, den beiden Stammesführern Moritz Heldmann und Kim Ruhnau, Stadtpfarrer Helmut Brügel sowie Pfadfinderkurat Stefan Dotzler am Eingang des "Pfadiheimes" anzubringen.













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