11.04.2019 - 10:36 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Wie geht es weiter beim Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler Schnaittenbach?

Der langjährige Vorsitzende Josef Lang will sein Amt abgeben. Damit stellt er den Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler vor große Probleme. Eine Krisensitzung wurde einberufen, zu der alle 250 Mitglieder eingeladen wurden.

Über die ungewisse Zukunft des Heimat- und Volkstumsvereins Ehenbachtale diskutieren der stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Trachtenverbands, Günther Frey (links), als Moderator und der stellvertretende Gauvorsitzende Alfred Kerschner (rechts) bei einer Krisensitzung im Vereinsheim mit Vorsitzendem Josef Lang (Mitte) von den Ehenbachtalern und zahlreichen Mitgliedern.
von Adele SchützProfil

Die große Diskussionsrunde über die Zukunft des Vereins eröffnete Josef Lang, der nach Jahrzehnten aus Altersgründen seinen Führungsposten ebenfalls niederlegen will. Einen Termin für diesen Schritt nannte er nicht. Der eigens aus dem Allgäu angereiste stellvertretende Landesvorsitzende des Bayerischen Trachtenverbands, Günther Frey, stellte die Frage in den Raum: „Was muss sich im Verein ändern, damit der Vorstand besetzt werden kann?“

Laut Hans Grieger fehlen dem Verein Mitglieder im Alter zwischen 40 und 60 Jahren, die Verantwortung übernehmen. Viele Wortmeldungen folgten, die der Moderator für alle sichtbar auf einem Flip-Chart notierte, so dass nach und nach die unterschiedlichen Interessen, Aufgabenschwerpunkte und Strukturen im Verein erkennbar wurden. Frey fiel bei den Ehenbachtalern auf: „Von außen und auch von den aktiven Mitgliedern selbst werden die Musikanten der Ehenbachtaler Blaskapelle, der Trachtenkapelle, die Tanzfraktion des Vereins sowie die Gruppe Heimatpflege und Buchbergfreunde nicht als ein gemeinsamer Verein wahrgenommen. Jede der genannten Gruppierungen macht sein eigenes Ding, und eigentlich ist nur das Buchbergfest eine gemeinsame Vereinsaktion.“ Hier habe er keinen üblichen Trachtenverein vor sich, sondern einen Heimat- und Volkstumsverein mit breitem Spektrum - was der Vereinsname ja schon aussage, wie Hans Kiener und Erwin Meier anmerkten.

Was die Jugendtanzgruppe betrifft, stellte Frey fest, dass es diese im Verein praktisch nicht mehr gebe. Ein paar jugendliche Tänzer brächten sich bei der Erwachsenentanzgruppe um Erwin Meier und Maria Schwab ein. Sandra Lindner, selbst längere Zeit in der Jugendtanzgruppe aktiv, zeigte Möglichkeiten auf, die Jugendarbeit im Vereinsheim wieder zu aktivieren. Ihrer Meinung nach sollten die Geselligkeit und gemeinsame Aktivitäten in den Mittelpunkt rücken. Die Gruppe Heimatpflege und Buchbergfreunde um Erwin Meier und Hans Kiener berichtete von allerlei Aktionen wie die monatlichen Musikertreffen in der Buchberghütte und die Erneuerung und Markierung der Wanderwege auf dem Buchberg.

Die stärkste Gruppierung im Verein ist die Ehenbachtaler Blaskapelle mit vielen jungen Mitgliedern. Die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Truppe mit über 60 Mitgliedern bedankte sich für die Unterstützung des Heimat- und Volkstumsvereins in den vergangenen Jahren, zeigte jedoch auch deutlich auf, dass sie kein Problem habe, sich auf eigene Beine zu stellen. Günther Frey erläuterte, dass das Überleben der eigentlich drei Vereine bei den Ehenbachtalern nur mit Übernahme des gesamten Vorstands durch Jüngere möglich sei. Von vielen Seiten wurde die Änderung der Strukturen, vor allem im Aufgabenbereich des Vorstands, angeregt.

Bürgermeister Josef Reindl sagte, er wolle und könne sich nicht vorstellen, dass in einem Verein mit 250 Mitgliedern und einer überaus erfolgreichen Blaskapelle kein gemeinsamer Vorstand gefunden werden könne. Er erinnerte auch an die erbpachtrechtlich im Vereinsbesitz stehende Buchberghütte und nicht zuletzt an das weit über die Landkreisgrenzen bekannte Buchbergfest. „Der Verein wird alle Unterstützung der Stadt Schnaittenbach erhalten. Aber bitte versucht auch alles Mögliche, um den Verein vor der Auflösung zu retten“, appellierte das Stadtoberhaupt an die Ehenbachtaler. Abschließend forderte Moderator Günther Frey alle Mitglieder auf, sich Gedanken über eine Mitarbeit im Vereinsvorstand zu machen. Der Vize-Vorsitzenden des Gauverbands Oberpfalz, Alfred Kerschner, sicherte jede Unterstützung zu.

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