08.04.2021 - 12:50 Uhr
Schönhaid bei WiesauOberpfalz

Schnee und Frost im Frühling: Tipps für Gartengewächse

Erst plus 20 Grad, dann nur einen Tag später gleich wieder minus 3 Grad: Die heftigen Wetterkapriolen nerven nicht nur die Menschen. Die Gartengewächse leiden sehr darunter. Was zu tun ist, wissen Gärtner aus dem Landkreis Tirschenreuth.

Gärtnerin Marion Fröhlich von der Gärtnerei "Blumen Fröhlich" in Schönhaid rät dazu, die Salatpflänzchen draußen im Mistbeet bei Frostgefahr über Nacht abzudecken. Ansonsten halten die zarten Pflänzchen mehr aus, als man denkt. Kalte Nächte überstehen sie gut. Im Treibhaus muss man gar nichts tun. Da sind sie ausreichend geschützt.
von Ulla Britta BaumerProfil

Pippi Langstrumpf gießt ihre Blumen im Garten bei Regen: Eine nette Schmunzelszene im gleichnamigen Kinderfilm, denn Gießen bei Regen erscheint jedem Menschen im Grund völlig sinnlos. Tatsächlich aber ist Blumengießen bei manchen Extremwetterlagen gar nicht verkehrt. Kommt es zum Beispiel zu einem unerwarteten Wintereinbruch im Frühjahr, wie in diesen Tagen, raten die Gartenfachleute aus den Gärtnereien der Region an allererster Stelle zum Gießen.

"Die Frühjahrsblüher halten Frost aus", sind sich Gärtnerin Marion Fröhlich von "Blumen Fröhlich" in Schönhaid und Gärtner Thomas Gruber von "Blumen und Gärtnerei Förth" in Neusorg einig. Beide betonten, dass die zarten Pflänzchen teils Minustemperaturen bis zehn Grad ertragen. "Aber wegen der gefrorenen Erde bekommen sie kein Wasser mehr. Die Pflanzen verdursten deshalb eher, als zu erfrieren", sagt Fröhlich.

Schnee nicht unbedingt schädlich

Marion Fröhlichs Frühlingsgewächse draußen und in den Treibhäusern haben den unerwarteten Frost bestens überstanden. Echte Oberpfälzer Gewächse eben, die sich von ein wenig Kälte nicht "umbringen" lassen. Fröhlich wie Gruber haben ihre Pflänzchen ohne Heizung im Treibhaus kultiviert. Nicht sicher sind sich die beiden Fachleute, ob das bei Frühlingsblumen vom Discounter auch funktioniert. Die würden meist in warmen Treibhäusern gezogen und seien deshalb wesentlich weniger robust bei Kälteschocks wie in diesen Tagen.

Zwanzig Zentimeter Schnee über den Pflänzchen findet Marion Fröhlich keineswegs schädlich. "Zwar hat es einige Hochblüher niedergedrückt", sagt sie. Aber sie habe diese dann mit reingenommen ins Treibhaus. "Die haben sich schnell wieder erholt." Und so eisig sei es auch wieder nicht. Schnee sei sowieso besser als nur Frost, sagt sie. "Durch das Schmelzwasser gibt es ausreichend Flüssigkeit." Sie rät dazu, Blumen in Kästen, Schalen, auch auf dem Friedhof, mit lauwarmem Wasser zu versorgen. Salat könne man abdecken. Auch ihm würde ein bisschen Frost nicht schaden.

Vorsicht bei Geranien und Begonien

Auch Gruber findet den Schnee für die Pflanzen, die bereits aus der Erde herausspitzen, äußerst gut. Nur Frost bei klarem Himmel hätte wirklich in den Nächten Schaden anrichten können. Wie in der Gärtnerei Fröhlich kultiviert Gruber seine Frühlingsgewächse ganz ohne Heizung in seinen Treibhäusern. Deshalb seien sie von Haus aus robuster. "Die Zwiebeln halten bis sieben Grad Minus aus. Die Veilchen bis zehn oder zwölf Grad", sagt er.

Bellis oder Ranunkeln seien etwas empfindlicher, erklären beide Experten. Diese könne man nachts ins Haus holen oder mit Vlies abdecken. Bei der Frage nach ersten Geranien, Begonien, Glöckchen oder wie sie alle heißen, die bei nahezu allen Discountern bereits angeboten werden, runzelt Marion Fröhlich besorgt die Stirn. "Da wäre ich sehr, sehr vorsichtig", sagt sie. Selbst im Hinblick auf den kürzlichen Temperaturanstieg von bis zu 20 Grad sei das Anfang April keine Garantie für absolute Frostfreiheit. Das sei aktuell zu erleben.

"Bitte abwarten" lautet der einstimmige Ratschlag von Marion Fröhlich und Thomas Gruber. In den Treibhäusern der regionalen Gärtnereien seien die Sommerblüher doch bestens aufgehoben, bis die Eisheiligen durch sind. "Wir verhätscheln sie derweil mit gutem Dünger, bis die Zeit wirklich da ist. Dann sind sie kräftig genug, um den Hobbygärtnern sofort viel Freude zu machen", sagt Fröhlich lachend.

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Amberg

 

 

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