05.02.2020 - 17:31 Uhr
SchönseeOberpfalz

Die Bürger verstärkt ins Boot holen

Volles Haus beim Wahlkampfauftakt der "Bürgerliste Miteinander". Listenführer Josef Eibauer und die Bewerber für den Schönseer Stadtrat erläutern ihre Ziele. Die Palette reicht von Bürgerbeteiligung über Infrastruktur bis zum Tourismus.

von Udo WeißProfil

Wie Spitzenkandidat Eibauer im Gasthaus Haberl erinnerte, hatten sich 28 Kandidaten sowie zwei Ersatzbewerber für die Liste aufstellen lassen, um "eine neue politische Richtung" anzustoßen. „Wir haben ein politisches Defizit in der Möglichkeit, im kommunalpolitischen Prozess mitzuwirken, festgestellt“, begründete Eibauer die neue Liste.

Hauptantriebspunkt sei eine Analyse der Stadtratsarbeit der vergangenen sechs Jahre gewesen mit Streitthemen, persönlichen Angriffen und Nachtreten in den sozialen Medien. „Unser Ziel ist, mit lösungsorientiertem Denken und guten, durchdachten Argumenten konstruktive Arbeit zum Wohl unserer Heimat zu machen“, so Eibauer.

Als „Wunschliste“ für die nächsten sechs Jahre trug er sein Zehn-Punkte-Programm vor, das er an zahlreichen Beispielen festmachte. Als ersten Punkt nannte er das Klima im Stadtrat. Klare Richtlinien im Hinblick auf Rederecht, Debattenkultur, Protokolle sowie Transparenz müssten festgelegt und eingehalten werden. Auch Live-Übertragungen der Sitzung im Internet wären wünschenswert. Durch Infos im Internet, regelmäßige Versammlungen und Foren sollten die Bürger stärker mit einbezogen und vernetzt werden. Denkbar sei auch ein „Bürgerhaushalt“ mit festem Budget, um die Schönseer an der Gestaltung der Heimat mitwirken zu lassen.

Die Region müsse sich außerdem attraktiver für Bauwerber machen. In diesen Punkt bezog Eibauer auch Leerstände mit ein. Dringend notwendig seien Investitionen in die Infrastruktur wie die Sanierung von Straßen und Kanälen. Auch Rad- und Gehwege sowie Barrierefreiheit seien wichtige Themen.

Starke Gewerbetreibende sorgen für ein starkes Schönsee.

Josef Eibauer, Listenführer der "Bürgerliste Miteinander"

Bedürfnisse junger Familien und älterer Bürger gelte es bei Themen wie Tempolimit in Wohnanlagen, Mobilität und Unterstützung bei den Kindergartengebühren zu berücksichtigen. Der Schutz des Naturraums und die regionale Vermarktung sollten gefördert werden. Kultur, Sport und Vereine bräuchten Förderung und Unterstützung durch die Kommune, das Ehrenamt stelle eine wichtige Säule dar. Unter dem Slogan „Starke Gewerbetreibende sorgen für ein starkes Schönsee“ müsse alles getan werden, um Büroräume und Flächen für die Wirtschaft bereitzuhalten. Für die Stärkung von Gastronomie und Tourismus gelte es mit den Pfunden wie Seefest, CeBB, Bügellohe und Pascherspiel zu wuchern.

Abschließend nannte Eibauer die Vorteile der Zusammenarbeit in der ILE Brückenland Bayern-Böhmen. Es gelte den Austausch der zwölf beteiligten Kommunen zu nutzen. Im Anschluss stellten sich die Kandidaten vor. Kurt Nennstiel informierte über das Wahlrecht und gab Beispiele für fehlerfreie Stimmabgabe. Bei einer ausgiebigen Diskussion wurde das geplante Seniorenheim an der Alten Säge thematisiert. Auch die Sanierung des Schulgebäudes wurde mit verschiedenen Möglichkeiten diskutiert. Da sich die Schönseer von der öffentlichen Verkehrsanbindung „abgehängt“ fühlen, kamen auch Defizite beim ÖPNV zur Sprache.

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