17.09.2021 - 08:51 Uhr
SchönseeOberpfalz

Radweg zwischen Schönsee und Weiding hakt an Grundstücksfrage

Neben Wandern ist Radeln ein touristisches Schwerpunktthema im Schönseer Land. Der Stadtrat Schönsee zeigt sich aufgeschlossen für den Bau eines Radweges zum Nachbarort Weiding. Doch vorher gibt es noch Hürden zu nehmen.

Das untere Stück der alten Weidinger Straße aus Richtung Schönsee (links der Metzgereibetrieb Meindl und im Hintergrund die Osterbrunnen-Siedlung der Stadt) ist als Schotterweg erhalten. Die weitere Trasse müsste parallel zur Staatsstraße 2154 bis zur Gemeindegrenze Weiding neu gebaut werden.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Die erste Sitzung nach der Sommerpause wies in der Aula der ehemaligen Hauptschule nur eine kurze Tagesordnung auf. Erster Punkt war der Antrag der CSU-Stadtratsfraktion für einen Radweg zwischen Schönsee und Weiding. Es sollte ein Beschluss gefasst werden, um eine Prüfung zur Erstellung des Radweges in die Wege zu leiten. Wie Bürgermeister Reinhard Kreuzer ausführte, war dies bereits Thema der letzten VG-Sitzung. Im Weidinger Bereich sei die Strecke bis einschließlich Preißhof geklärt und als Wirtschaftsweg vorhanden.

Im Stadtbereich Schönsee könnte der Weg laut dem CSU-Antrag zunächst auf der alten Weidinger Straße verlaufen und müsste anschließend parallel zur Staatsstraße 2154 bis zur Gemeindegrenze neu gebaut werden. Hier müssen noch Verhandlungen mit den Eigentümern der Grundstücke erfolgen. "Ich habe mit dem Vorderlieger gesprochen, ob er einen Grund hergibt", informierte Kreuzer. Die Antwort sei jedoch ein "Nein" gewesen. Der Vorschlag des Bürgermeisters ans Gremium lautete dahingehend, alle neun betroffenen Grundstückseigentümer zu einer Sitzung einzuladen. Im Zuge des Radweg-Ausbaus sei es sicher auch möglich, den Straßenabschnitt zwischen Freyung und der Osterbrunnen-Siedlung zu asphaltieren.

Stephan Irlbacher wollte wissen, ob bereits Förderprogramme abgefragt worden sind. "Ein halber Radweg wird sicher nicht gefördert", meinte Reinhard Kreuzer und verwies darauf, dass es auch fraglich sei, ob neben der Trasse Dietersdorf-Stadlern ein zweiter Radweg bezuschusst wird. Im Rathaus sei zudem ein Schreiben zum "Kernwegebau" mit der Information eingegangen, dass das Programm mit 13 Millionen Euro schon überzeichnet ist. Geschäftsstellenleiter Matthias Jeitner werde aber Kontakt zum Sachbearbeiter bei der Förderstelle aufnehmen, nachdem dieser seit Montag wieder vom Urlaub zurück sei. "Ich fände es gut, wenn Schönsee, Weiding und Stadlern mit einem Radweg verbunden sind", meinte Christian Weinfurtner. Michael Präßl verwies darauf, dass die Zuschussgeber einen bestimmten Abstand zur Staatsstraße und auch eine Mindestbreite fordern. "Das loten wir aus und informieren dann wieder", versprach Kreuzer. Ein Beschluss war nicht notwendig.

Fassadenfarbe fürs Aktiv-Zentrum

Beim Tagesordnungspunkt zwei wurden die auf der Dienstversammlung neu gewählten Kommandanten der Feuerwehr Dietersdorf (Georg Bayer und Stellvertreter Florian Ring) bestätigt. Die Genehmigung der Sitzungsniederschriften vom 20. und 27. Juli 2021 erfolgte einstimmig.

Das Fenster zur ehemaligen Turnhalle, die derzeit zum Aktiv-Zentrum umgebaut wird, wurde beim Punkt Informationen, Fragen und Bekanntgaben geöffnet. Denn der Bürgermeister rief die Stadträte auf, sich die Farbmuster für die Fensterfront-Fassade noch einmal anzuschauen und sich zwischen Blau und Grün zu entscheiden. Das Gremium sprach sich mit acht Stimmen klar für einen Blauton aus. Stephan Irlbacher fragte nach Kostenstand und Baufortschritt der Maßnahme. "Die Kosten halten sich in den Grenzen", informierte Kreuzer und die Fertigstellung sei wie geplant Ende des Jahres möglich.

Landwirte müssen umfahren

Josef Eibauer wollte wissen, ob es wie angekündigt, bereits einen Termin mit den Eltern zwecks Verbesserungen im Moorbad gibt. "In den nächsten Wochen", lautete die Antwort des Stadtoberhauptes. Josef Fleißer sprach die für Mitte Dezember anvisierte Verkehrsfreigabe der neuen Staatsstraße 2159 zwischen Gaisthal und Schönsee an und meinte: "Vorher ist Silierzeit und die Landwirte sind mit schweren Geräten unterwegs." Laut Fleißer sei der kurze Umleitungsweg über Rackenthal dafür nicht geeignet, da schon etliche Rillen gezogen wurden. "Im Bereich Rosenhof laufen noch Sprengungen", erklärte der Bürgermeister. Eine Baustellendurchfahrt sei aufgrund der Vollsperrung nicht möglich, so dass nur die ausgeschilderte weiträumige Umleitung zur Verfügung stehe. Matthias Jeitner erinnerte noch einmal daran, dass für die Bundestagswahl am 26. September das Zäch-Haus als Wahllokal bestimmt wurde. Länger war die Tagesordnung dann im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung. Hierfür hatte der Bürgermeister einige Themen vorbereitet.

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Der Radweg zwischen Schönsee und Weiding war bereits im Frühjahr Thema im Weidinger Gemeinderat

Weiding
An der Fassade des künftigen Aktiv-Zentrums in Schönsee sind Farbmuster angebracht. Die Entscheidung fiel im Stadtrat.

"Das loten wir aus und informieren dann wieder."

Bürgermeister Reinhard Kreuzer zur Förderkulisse beim Radwegebau

Bürgermeister Reinhard Kreuzer zur Förderkulisse beim Radwegebau

Hintergrund:

Radwegenetz im Schönseer Land

  • Der Bayerisch-böhmische Freundschaftsweg ist aktuell zwischen Schönsee und Gaisthal gesperrt und wird im Zuge des laufenden Ausbaus der Staatsstraße 2159 teilweise neu angelegt.
  • Für den Radwegebau zwischen Dietersdorf und Stadlern liegt die Förderzusage vor (Start 2022).
  • Die Gemeinde Weiding plant eine Direktanbindung zum Bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg.
  • Die Stadt Schönsee klärt ab, ob der Bau eines Radweges zwischen Schönsee und Weiding möglich ist. Im Bereich Weiding ist die Trasse bereits als Wirtschaftsweg vorhanden. In Schönsee verläuft auf der alten Weidinger Straße (ab Freyung) ein Schotterweg, der etwas oberhalb des Metzgereibetriebes Meindl in die Staatsstraße 2154 einmündet. Ab hier müsste ein Radwegbau parallel zur Straße bis Höhe Preißhof erfolgen.

 

 

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