14.02.2020 - 19:04 Uhr
SchönseeOberpfalz

Sporthalle übt sich im Spagat

Die Turnhalle aus den 1960er-Jahren wird zum Bürgeraktivzentrum umgebaut. 1,35 Millionen Euro erhält die Stadt dafür als fixe Fördersumme. Im Stadtrat wurde das Innenraumkonzept vorgestellt und diskutiert.

Die ehemalige Turnhalle präsentiert sich bereits als Rohbau. Der Schwingboden bleibt erhalten und ist mit USB-Platten abgedeckt, während die Holz-Deckenverkleidung abgebaut ist. Die Glasbausteinwand (rechts) wurde für eine Baustellentür geöffnet, welche Sturmtief „Sabine“ Anfang der Woche umlegte.
von Gertraud Portner Kontakt Profil
Die Sanitärräume sind entkernt und werden verkleinert.

(ptr) Der Einstieg in das neue Bund/Länder-Förderprogramm "Investitionspaket Soziale Integration im Quartier" war sportlich: Innerhalb einer Woche musste die Stadt ein Konzept für die schon länger anvisierte Sanierung der ehemaligen Volksschulturnhalle einreichen. Auf der Stadtratssitzung erinnerte Bürgermeisterin Birgit Höcherl an die Abgabe am 15. März 2019. Und sie dankte Architekt Christian Schönberger für "durchgearbeitete Nächte". Nur drei Kommunen in der ganzen Oberpfalz kommen in den Genuss dieser 90-prozentigen Förderung. Für veranschlagte 1,487 Millionen Euro an Kosten ging in Schönsee eine fixe Förderzusage von 1,35 Millionen Euro ein.

Rohbauniveau erreicht

Das war ein Glücksfall, denn durch den Verlust der Mittelschule war die Turnhalle als solche nicht mehr förderfähig. Mittlerweile hat die Halle auch einen neuen Namen und nennt sich Bürgeraktivzentrum. "Es darf keine reine Turnhalle mehr sein", erklärte Bürgermeisterin Birgit Höcherl den Stadträten. Eine Vorgabe des Fördergeldgebers sei es auch, dass beim Umbau ein etwas unkonventionellerer Weg beschritten werden soll. "Jetzt geht es darum, Feinheiten abzustimmen", sagte Architekt Christian Schönberger und stellte den Räten das Innenraumkonzept vor. Wie aktuelle Bilder zeigten, ist die Halle aus den 1960er-Jahren bereits auf Rohbauzustand zurückgebaut. Der Boden ist mit USB-Platten abgedeckt und die Holzverkleidung an der Decke ist entfernt. "Der Schwingboden ist noch gut und bleibt", sagte Schönberger, "nur der Oberboden wird neu". Auch etliche Geräte könnten nach der Sanierung wieder rein. Die Glasbausteinwand wurde geöffnet und eine Baustellentür eingesetzt. Zwecks künstlichen Mineralfasern beim Rückbau ist eine Absaugeanlage im Einsatz.

Auch die Umkleideräume und großen Waschräume sind bereits entkernt. Von den vielen Duschköpfen und Toiletten ist nichts mehr zu sehen. "Die Sanitäranlagen werden auf ein Minimum reduziert", so der Architekt, denn es gehe um einen Spagat zwischen den verschiedenen Anforderungen, genauer gesagt um den Mittelweg "was eine Turnhalle leisten muss und ein Aktivtreff leisten soll". Christian Schönberger brachte einige Vorgaben wie Prall- und Schallschutz ins Gespräch und ermunterte dazu, den "Schuhschachtel-Charakter" zu verlassen. Die Seitenwand aus Glasbausteinen wird deshalb fallen. Ob allerdings ein Fernblick zum Stückstein mittels Verbundsicherheitsglas und verschiebbaren Prallschutz-Elementen (inklusive Sitzmöglichkeiten) verwirklicht werden kann, muss noch näher besprochen werden. Als Hallenheizung sind neue Deckenstrahlplatten angedacht. Die Gasbetonsteine im Dachbereich werden ertüchtigt und eine Innenraumdämmung angebracht, während das Kupferdachblech belassen wird.

Gleichzeitige Nutzung möglich

"Ich bin bezüglich der Fassade noch unentschlossen. Eine Aussicht wäre toll, aber die Sicherheit geht vor", so Höcherl. Sie appellierte: "Wir sollten flexibel sein und weiterdenken." Schließlich begleite die Regierung das Projekt in enger Absprache. Als nächsten Schritt nannte sie die Abstimmung mit den Nutzern der Halle - von der Mutter-Kind-Gruppe über Fußballspieler bis hin zum Seniorentreff. Es sei vorgesehen, dass sich Großeltern und Enkel - sowie auch mehrere Gruppen - gleichzeitig in der Halle aufhalten können.

"Ich fände eine Bolderwand mit Überstand gut", führte Josef Eibauer an und appellierte dran, den "Input" für die Bürger zu öffnen. "Das Konzept hat die Regierung überzeugt, weil die Nutzung jetzt schon generationenübergreifend gegeben ist", meinte die Bürgermeisterin. Sie gab aber auch zu bedenken: "Wir kriegen nicht alles rein." Doch durch die Möglichkeiten in der früheren Hauptschule sei die Stadt in einer sehr guten Position.

Ich bin bezüglich der Fassade noch unentschlossen. Eine Aussicht wäre toll, aber die Sicherheit geht vor.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl

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