Schwandorf
22.10.2019 - 15:02 Uhr

Alex: Die Gründe für die Ausfälle

In den vergangenen Wochen sind etliche Alex- und Oberpfalzbahn-Verbindungen ausgefallen. Ein Gutachten kommt nun zu dem Ergebnis: Vier Faktoren sind dafür verantwortlich. Die Länderbahn möchte genau in diesen Problemfeldern gegensteuern.

Der Alex-Zug hatte in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Verspätungen und Ausfällen. Bild: Petra Hartl
Der Alex-Zug hatte in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Verspätungen und Ausfällen.

Im Winter wird es weiterhin zu Fahrplanänderungen bei der Länderbahn kommen. Denn: Es dauert, bis die Maßnahmen des Unternehmens greifen. Außerdem naht die Urlaubs- und Erkältungszeit, wo die Länderbahn doch ohnehin schon personell zu kämpfen hat.

Zumindest hat ein Gutachten im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft nun die Ursachen für die Zugausfälle und Verspätungen herausgearbeitet. Im Wesentlichen geht es um die vier Faktoren Infrastruktur, Personalsituation, Betriebskonzept und Instandhaltung. In einer Pressemitteilung heißt es: "Beim Thema Infrastruktur macht sich insbesondere die Eingleisigkeit der Strecke Schwandorf-Furth im Wald-Pilsen auf über 140 Kilometer mit höchster Störanfälligkeit und mangelnden zeitlichen Puffern ebenso bemerkbar, wie die überlasteten Knoten Regensburg und Schwandorf sowie die täglich durchschnittlich mehr als sechs Baustellen im Netz des Alex." Hinzu kämen zahlreiche Sperrungen aufgrund der Elektrifizierung zwischen München und Lindau. Sylvia Hubmann-Gradl von der Länderbahn erklärte, dass die Zugfolge umgestellt werde, um Verspätungen und Ausfällen entgegenzuwirken.

Die Gutachter machten auch die Personalsituation für die Probleme der Länderbahn aus. Hubmann-Gradl erklärte, dass das Unternehmen mit einer "Ausbildungsoffensive" darauf reagiert. Derzeit seien 70 Personen in einer Ausbildung. Das Problem: "Es ist nicht garantiert, dass die Leute bleiben. Wir wollen es ihnen aber so schmackhaft wie möglich machen. Jeder einzelne Mitarbeiter der geht, bedeutet eventuell ein Zug, der nicht fahren kann."

Weiden in der Oberpfalz02.09.2019

Beim Betriebskonzept stellten die Gutachter fest, dass es sehr ambitioniert sei. Wegen der vielen Baumaßnahmen käme es regelmäßig zu großen Verspätungen, deren Hauptteil die verzögerte Übergabe aus Tschechien ausmache. "Daher hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft beschlossen, ein modifiziertes Fahrplankonzept in Abstimmung mit Tschechien im Jahr 2023 einzuführen", heißt es in der Pressemitteilung. Vorgesehen sei ein stündliches Angebot zwischen München und Schwandorf, von wo aus die Züge dann abwechselnd nach Hof und Prag weiterfahren - dabei handelt es sich um die von Hubmann-Gradl angesprochene geänderte Zugfolge.

Bei der Instandhaltung empfahlen die Gutachter, die Abläufe zu ändern. Diesem Rat folge die Länderbahn. Nun werden die länderbahneigenen Loks nicht mehr von einem externen Dienstleister gewartet, sondern überwiegend von der Länderbahn selbst. "Seit Frühjahr merken wir einen deutlichen Qualitätsantstieg", erklärte Hubmann-Gradl dazu.

Weiden in der Oberpfalz17.07.2019
 
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