Update 29.10.2020 - 16:06 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Allerheiligen im Landkreis Schwandorf: Individuelle Regeln für Gräbergang

Menschenansammlungen und Corona lassen sich einfach nicht vereinbaren, doch Allerheiligen steht kurz bevor und hunderte Leute besuchen dann die Friedhöfe. Im Landkreis Schwandorf gibt es für dieses Problem ganz unterschiedliche Lösungen.

Die Pfarreien im Landkreis Schwandorf regeln Allerheiligen in Coronazeiten individuell.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Der Gang zum Friedhof an Allerheiligen ist für viele Gläubige ein fester Bestandteil des Jahres und hat Tradition. Die Gräber von geliebten verstorbenen Angehörigen werden dann auf Vordermann gebracht und mit einem Blumengesteck oder einem Kranz sowie Kerzen geschmückt. Dazu gibt es noch eine Segnung der Geistlichen und das gemeinsame Beten, normalerweise auch in der Messe. Doch wegen der steigenden Corona-Fallzahlen muss im Landkreis Schwandorf umgedacht werden. Die vier Pfarreien im Stadtgebiet - St. Jakob, Herz Jesu, St. Paul und Unsere liebe Frau vom Kreuzberg - haben bereits das gemeinsame Totengedenken abgesagt. In einer Mitteilung der Pfarreien wird aber versprochen, dass die Gräber alle gesegnet würden, nur eben zu einem undefinierten Zeitpunkt. Wer trotzdem die Segnung miterleben will, kann diese auch selbst vornehmen. Dazu gibt es ein Gebetsblatt und die Möglichkeit Weihwasser entweder abzufüllen oder zu erwerben. Es wird dazu aufgerufen, die Gräber zu einer freien, individuell gewählten Zeit zu besuchen, um Ansammlungen möglichst zu vermeiden.

Appell an gesunden Menschenverstand

Ganz anders ist es in Nabburg angedacht. Dort bleibt alles so, wie es vor der "roten Ampel" - also dem Inzidenzwert über 50 - geplant war: Totengedenken mit Gräbersegnung in Brudersdorf um 13 Uhr, im Stadtfriedhof um 14 Uhr, in Perschen um 14.30 Uhr und am Waldfriedhof um 15.30 Uhr. "Die Regeln gelten nicht für die Kirchen, erst bei dunkelrot. Wir dürfen Gottesdienste feiern und deswegen werde ich das auch so ansetzen", sagt Pfarrer Hannes Lorenz bestimmt. Die Leute sollten das selber entscheiden, ob sie kommen oder lieber zu einem anderen Zeitpunkt aufs Grab gehen würden. Er appelliere da an den gesunden Menschenverstand. "Wir müssen auch nicht die Besucher zählen, sondern dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden", so Lorenz weiter. Das bedeutet 1,5 Meter Abstand und Mund-Nasen-Schutz. Dass in Schwandorf alles ausfällt habe er schon mitbekommen, was ihn aber nicht verunsichert. "Das entscheidet jeder für seinen Bereich." Natürlich - und das betont er - ändere sich die Lage, wenn die Fallzahlen "uns überrollen" würden und es ein Verbot vom Landkreis und den Gesundheitsämtern geben würde.

Auch in Schwarzenfeld gibt es keine gemeinsame Gräbersegnung, wie dem Pfarrbrief zu entnehmen ist. In der Marienkirche ist um 8.30 Uhr Pfarrgottesdienst um 10.30 Uhr Heilige Messe und um 14 Uhr eine Andacht. In Stulln ist um 9.30 Uhr Heilige Messe und um 14 Uhr Andacht ebenfalls ohne die anschließende gemeinsame Gräbersegnung.

Eintrittskarten in limitierter Zahl

Wieder eine andere Methode wird in Oberviechtach mit Pullenried und Wildeppenried angewandt. Dort gibt es - wie schon zuvor geplant - zwar eine Gedenkandacht um 14 Uhr, allerdings ist der Besuch den Angehörigen von Verstorbenen des vergangenen Jahres Vorbehalten. Dazu werden Eintrittskarten vergeben, pro Verstorbenen fünf Stück, die sich die Angehörigen zuvor abholen. "Wir rechnen aber damit, dass nicht jeder kommt. Wir stellen uns in Oberviechtach bei 35 Verstorbenen auf 120 Besucher ein", so Pfarrer Alfons Kaufmann. Das sei hinzukriegen, da Familien zusammen sitzen dürften. In Pullenried und Wildeppenried seien es noch viel weniger und der Abstand dadurch auch kein Problem. Die Gräbersegnung für alle findet für alle um 8 Uhr statt. "Natürlich dürfen die Leute da kommen", sagt Kaufmann. Er ruft aber auch dazu auf, möglichst im Laufe des Tages die Gräber zu besuchen, sodass nicht alle auf einmal kommen.

Ähnlich läuft es in Neunburg vorm Wald ab. Auch hier gibt es Karten, Abstandsregeln und Maskenpflicht. Gebetsvorschläge liegen aus, Weihwasser kann man kaufen. "Es ist uns ein großes Anliegen, dass alle Gläubigen die Gräber ihrer Verstorbenen gut und sicher besuchen können", betont Pfarrer Stefan Wagner. Die Gräbersegnungen werden die Form einer kurzen Andacht auf dem Friedhof haben. Dabei segnet der Priester vom Leichenhaus aus die Gräber und den Friedhof. Auf die musikalische Begleitung der Stadtkapelle wird heuer verzichtet. Die Andacht mit Totengedenken in der Pfarrkirche ist wegen der Kirchenrenovierung ohnehin nicht möglich. Das Gedenken für alle Verstorbenen des vergangenen Jahres findet daher im Allerseelen-Gottesdienst am 2. November statt.

Jede Pfarrei entscheidet also prinzipiell für sich, wie Allerheiligen gehandhabt wird. Ein paar Grundregelnd sind aber festgelegt. Der Pressesprecher des Landratsamts, Hans Prechtl, informiert dazu: "Für freie Friedhofsgänge von Gläubigen außerhalb eines Gottesdienstes gelten die Beschränkungen für Zusammenkünfte in der Öffentlichkeit, das heißt pro Grab maximal Angehörige von zwei Hausständen oder fünf Personen, sowie Abstands- und Maskenpflicht bei unmöglichem Mindestabstand."

Artikel zum Stand Mitte Oktober

Schwandorf
Im Blickpunkt:

Ablauf in den Pfarreien

Es folgt eine Auflistung aller katholischen Pfarreien im Landkreis Schwandorf mit ihren Vorhaben für Allerheiligen, Stand 29. Oktober. Alle Angaben sind unter dem Vorbehalt zu betrachten, dass sich die Corona-Lage nicht deutlich verschlechtert. Sollten die Zahlen weiter steigen und die bayerische Staatsregierung weitere Verordnungen treffen, müssten die Pfarreien kurzfristig reagieren. Für alle der aufgelisteten kirchlichen Veranstaltungen gilt: 1,5 Meter Abstand zueinander halten, Masken tragen (teilweise auch im Freien, ist vor Ort ausgeschildert) und nicht kommen, wenn man sich krank fühlt oder Symptome aufweist.

  • Schwandorf: in allen vier Stadtpfarreien kein gemeinsames Totengedenken, Pfarrer nehmen Segnung alleine vor, Gebetsblatt und Weihwasser liegen aus.
  • Nabburg: Totengedenken mit Gräbersegnung in Brudersdorf um 13 Uhr, im Stadtfriedhof um 14 Uhr, in Perschen um 14.30 Uhr und am Waldfriedhof um 15.30 Uhr.
  • Schwarzenfeld - Stulln: keine gemeinsame Gräbersegnung; Pfarrgottesdienst in der Marienkirche um 8.30 Uhr, um 10.30 Uhr Heilige Messe und um 14 Uhr Andacht. Heilige Messe um 9.30 Uhr in Stulln und um 14 Uhr Andacht.
  • Pfreimd: Pfarrgottesdienst um 10 Uhr in der Stadtpfarrkriche; Totengedenken um 14 Uhr für die Angehörigen der Verstorbenen seit Allerheiligen 2019; es werden Platzkarten vergeben; Anmeldung im Pfarrbüro nötig: für alle anderen zeitgleich Totengedenken in Klosterkirche; Segnung ohne Publikum.
  • Trausnitz - Hohentreswitz - Weihern: 8 Uhr Gottesdienst mit Totengedenken, 14 Uhr Rosenkranz für Verstorbene in Hohentreswitz; 10 Uhr Gottesdienst mit Totengedenken in Weihern; 14 Uhr Pfarrgottesdienst mit Totengedenken in Trausnitz.
  • Dürnsricht - Wolfring: 8.30 Uhr Festgottesdienst mit Gräbersegnung in Wolfring; 9.30 Uhr Andacht mit Totengedenken und Gräbersegnung in Högling; 10 Uhr Festgottesdienst mit Gräbersegnung in Dürnsricht; 14 Uhr Andacht mit Totengedenken und Gräbersegnung in Dürnsricht und Högling, um 15.30 Uhr in Wolfring.
  • Kemnath bei Fuhrn - Schwarzach-Altfalter - Unterauerbach: 8.30 Uhr Kemnath Eucharistiefeier; 8.30 Uhr Schwarzach Eucharistiefeier; 9.45 Uhr Altfalter Eucharistiefeier, mit Totengedenken und Gräbersegnung; 9.45 Uhr Unterauerbach Eucharistiefeier mit Totengedenken und Gräbersegnung; 13.30 Uhr Schwarzach Friedhof Wortgottesdienst mit Totengedenken und Gräbersegnung; 14 Uhr Fuhrn Friedhof Wortgottesdienst mit Totengedenken und Gräbersegnung; 15 Uhr Kemnath Friedhof Wortgottesdienst mit Totengedenken und Gräbersegnung.
  • Altendorf - Weidenthal: 8 Uhr Gottesdienst in Altendorf mit anschließendem Gräbergang, 10 Uhr Gottesdienst Weidenthal mit anschließendem Gräbergang, 13.30 Uhr zuerst Gräbergang und anschließend Gottesdienst in Gleiritsch. Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung durch die ausliegenden Listen.
  • Schmidgaden - Rottendorf: 9.30 Uhr Segnung der Gräber, keine Andacht in der Kirche. Es herrscht explizit auch im Freien Maskenpflicht.
  • Oberköblitz - Wernberg: auf den Friedhöfen in Oberköblitz, Wernberg, Glaubendorf und Neunaigen keine gemeinsamen Andachten. Segnung durch Pfarrer ohne Publikum; keine Zeitvorgabe für Gräberbesuch; Woppenhof: Segnung der Gräber direkt nach dem Sonntagsgottesdienst.
  • Oberviechtach - Pullenried - Wildeppenried: 8 Uhr Gräbersegnung auf allen Friedhöfen; 9 Uhr Gottesdienst in Oberviechtach für die Pfarrgemeinden; 10.30 Uhr Heilige Messe in Oberviechtach; 13 Uhr Rosenkranz für die Verstorbenen in Wildeppenried; 13.30 Uhr Andacht mit Totengedenken in Wildeppenried, nur für Angehörige der Verstorbenen des letzten Jahres; 13.30 Uhr Rosenkranz für die Verstorbenen in Oberviechtach; 14 Uhr Andacht mit Totengedenken in Oberviechtach, nur für Angehörige der Verstorbenen des letzten Jahres; 14 Uhr Rosenkranz für die Verstorbenen in Pullenried; 14.30 Uhr Andacht mit Totengedenken in Pullenried, nur für Angehörige der Verstorbenen des letzten Jahres; 19 Uhr Heilige Messe Oberviechtach; Karten für Andachten werden für Angehörige im Vorfeld herausgegeben; kein gemeinsamer Gräbergang.
  • Neunburg vorm Wald: 8.30 und 10.30 Uhr Heilige Messe in der alten Kirche mit vorheriger Anmeldung, es gibt Karten; Gräbersegnungen am Friedhof um 9.30, 13, 14, 15 und 16 Uhr; es gibt Gebetsblätter und Weihwasser zu erwerben.
  • Neukirchen-Balbini - Penting - Seebarn: 10 Uhr Messe mit Totengedenken in Neukirchen-Balbini; 8.30 Uhr Messe mit Totengedenken in Penting; in Seebarn bereits am Vorabend um 19 Uhr; Teilnahme an allen Gottesdiensten nur nach vorherige Anmeldung; Gräbersegnung ohne Publikum.
  • Schönsee - Gaisthal - Stadlern: 9. Uhr Festgottesdienst in Schönsee; 9 Uhr Festgottesdienst in Gaisthal; 13.30 Uhr Festgottesdienst in Weiding; 15.30 Uhr Festgottesdienst in Stadlern; telefonische Anmeldung zu allen Gottesdiensten im Pfarrbüro (09674/230) erforderlich; gemeinsamer Friedhofsgang nicht möglich; Segnung im Laufe des Tages ohne Publikum.
  • Teunz - Niedermurach - Pertolzhofen: 8.30 Feierliche Messe mit Totengedenken in Pertolzhofen mit anschließendem Friedhofgang und Gräbersegnung; 13 Uhr Feierliche Messe mit Totengedenken in Niedermurach anschließend Friedhofgang und Gräbersegnung; 14.15 Uhr Rosenkranz für die Verstorbenen in Teunz; 14.45 Uhr Andacht mit Totengedenken, anschließend Friedhofgang und Gräbersegnung.
  • Winklarn - Thanstein: 8.30 Uhr Gottesdienst in Winklarn; 10 Uhr Gottesdienst in Thanstein mit anschließendem Friedhofsgang und Gräbersegnung; 10.30 Uhr Gottesdienst in Kulz; 14 Uhr Andacht im Friedhof mit Gräbersegnung in Kulz; 14 Uhr Andacht im Friedhof mit Gräbersegnung in Winklarn; 15 Uhr Andacht und Gräbersegnung in Muschenried im Anschluss in Haag, nur Gräbersegnung; keine Anmeldung erforderlich.
  • Schwarzhofen - Dieterskirchen: 8.30 Uhr Gottesdienst in Schwarzhofen, Anmeldung erforderlich; 13.30 Uhr Totengedenken am Friedhof und Gräbersegnung; 10 Uhr Gottesdienst in Dieterskirchen mit Anmeldung; 15 Uhr Totengedenken am Friedhof und Gräbersegnung.

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