08.08.2018 - 17:16 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Nach Brand: B85-Brücke ab 20. August wieder frei

Die Schwandorfer dürfen bald aufatmen: Die Nordumgehung auf der Bundesstraße 85 ist voraussichtlich ab 20. August wieder befahrbar. Bis dahin sind die Arbeiten an der Brücke bei Krondorf erledigt.

Unter der Brücke ist ein Gerüst aufgestellt, das Team der Firma "Strabag"arbeitet an zwei der sechs Träger der Spanngliedbrücke.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

(ch) Unter der Brücke über die Verbindungsstraße Krondorf-Deiselkühn stehen Gerüste, kleine Presslufthämmer rattern. Ein Team der Firma "Strabag" schlägt den Beton ab, der bei dem Brand zweier Heuwagen in der Nacht zum 6. Juni Schaden genommen hat. Seither ist die Nordumgehung zwischen Kreith und dem Autobahnanschluss Fronberg komplett gesperrt, zwängt sich der Schwerverkehr (oft verbotenerweise) durch die Innenstadt und auf den Umleitungsstrecken durch die umliegenden Gemeinden.

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Schnell reagiert

"Das hat deutlich schneller geklappt als befürchtet", sagt Bauoberrat Hannes Neudam, beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach für Bauwerke zuständig. Die Behörde hat nach dem Unglück schnell reagiert, Gutachten in Auftrag gegeben und einen Belastungstest organisiert.

Die Ergebnisse gaben Anlass zur Erleichterung: Die Brücke war bei dem Feuer, das laut Polizei höchstwahrscheinlich durch Brandstifter gelegt worden war, doch nicht so schwer beschädigt worden wie zunächst befürchtet. Unmittelbar nach dem Brand standen noch "mehrere Monate Sperrung" im Raum. "Jetzt werden lose Betonteile abgestemmt, die sich von den Spanngliedern gelockert haben", erläutert Neudam im Gespräch mit der Redaktion.

Dabei die Spannglieder in den Trägern freigelegt, wenn sich Beton gelockert hat. Anschließend werden Schalungen angebracht und die Fehlstellen mit Spritzbeton ausgebessert. Dann folgt eine fein gespachtelte Schicht. Das alles soll bis Ende dieser, Anfang nächster Woche erledigt sein. Dann müsse der Beton belastungsfrei austrocknen, um keine Risse zu bekommen, sagte Neudam. Das wird bis zum 20. August dauern, dann soll die Brücke und damit die Nordumgehung zwischen Kreith und der Autobahn A 93 wieder frei gegeben werden.

Keine Begrenzung

Auch die Gummilager, auf denen die Brücke auf den Pfeilern liegt, müssen ausgetauscht werden. Dazu wird die Brücke mit Stempeln angehoben und nach dem Austausch wieder gesenkt. Die zwölf Lager waren durch die Hitze des Feuers beschädigt worden. Eine Tonnagebeschränkung wird es laut Neudam an der ausgebesserten Spanngliedbrücke nicht geben. Das Bauwerk werde die kommenden Jahre mit voller Last befahren werden können. Gutachten und Belastungstest hätten erfreulicherweise schnell geklappt, sagte Neudam, der sich auch erleichtert darüber zeigte, dass schnell eine Firma gefunden wurde, die die Arbeiten übernehmen konnte.

Über die Kosten konnte der Bauoberrat noch nichts sagen, weil sich manche nötige Arbeiten auch erst ergeben, wenn der Beton abgeschlagen ist. "Wir sind froh, dass das so schnell geklappt hat", sagte Neudam, "bei schwereren Schäden hätten wir die Brücke in diesem Jahr sicher nicht mehr aufmachen können." Während der Sperrung hat das Bauamt auch weitere Sanierungsarbeiten auf der Strecke erledigen lassen, eine weitere Maßnahme steht an: Die Brücke über die Kreisstraße 22 nördlich von Fronberg wird saniert (siehe Kasten).

Mit kleinen Presslufthämmern werden lose Betonteile von den Trägern abgeschlagen. Das Material hatte sich durch den Brand am 6. Juni gelockert. Die Schadstellen werden dann mit Spritzbeton wieder aufgefüllt.

Die Abbiegespuren für die Umfahrung an der Kreisstraße 22 bei Fronberg sind bereits abmarkiert. Dort wird die Brücke der Bundesstraße 85 saniert.

Umfahrung nötig:

Sanierung bei Fronberg

Voraussichtlich schon in der Woche vor dem 20. August beginnen die Sanierungsarbeiten der Brücke der Nordumgehung (B 85) über die Kreisstraße 22 (ehemalige B 15) bei der A-93-Anschlussstelle Schwandorf-Nord. Dazu wurde eine Rampe zur B 85 aufgeschüttet. Der Verkehr kann während der Sanierung nicht unter der Brücke durchlaufen. Deshalb müssen Verkehrsteilnehmer, die Richtung Schwarzenfeld oder umgekehrt unterwegs sind, einen "Schwenk" fahren, erläuterte Hannes Neudam vom Staatlichen Bauamt. Die Umfahrung der Brücke führt jeweils auf den bestehenden Rampen auf die Nordumgehung, dort sind Abbiegespuren abmarkiert, um auf der gegenüberliegenden Seite über die Rampe wieder auf die Kreisstraße zu gelangen. Die Sanierung von Beton, Kappe und Schutzeinrichtungen der Brücke soll bis Ende des Jahres dauern und ist mit Kosten von 1,3 Millionen Euro veranschlagt. (ch)

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