08.04.2020 - 17:51 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Freizeit für Gartenarbeit nutzen

Wegen der Coronakrise fallen Freizeitaktivitäten außer Haus flach. Wer einen Garten hat, kann sich nun umso glücklicher schätzen, aber auch das Grün auf dem Balkon oder die Zimmerpflanzen bieten eine sinnvolle Beschäftigung.

Die Zeit der Ausgangsbeschränkung kann man sehr gut für Gartenarbeit nutzen.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Wer im Moment aufgrund von Kurzarbeit und Ausgangsbeschränkung mehr Zeit zur Verfügung hat, kann diese sehr gut für den Garten nutzen. "Wer es noch nicht getan hat, sollte nun die Rosen und Sträucher zurückschneiden", rät Petra Schmid, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landschaftspflege des Kreisgartenamts in Schwandorf. Wegen der warmen Temperaturen treiben viele Rosen schon. Besonders wichtig sei, immergrüne Pflanzen wie Rhododendron, Kirschlorbeer oder Sternmagnolie jetzt schon regelmäßig zu gießen. "Alles, was schon aktiv ist, braucht Wasser", betont die Expertin. Wegen des Schneearmen Winters sind die Böden sehr trocken, auch die vergangenen heißen, trockenen Sommer haben die Wasserspeicher ausgezehrt. Schmid gibt den Tipp, sich den Boden genau anzusehen. "Das heißt auch mal unter die Oberfläche schauen." Dazu solle man einfach in einem Beet etwas tiefer graben und erkunden, wie weit die Trockenheit nach unten geht.

Womit man als Gartler allerdings noch abwarten sollte, ist das Aussäen von zum Beispiel Gemüsepflanzen beziehungsweise "allem, was keinen Frost verträgt." Bis Mitte Mai etwa, kann es nachts durchaus noch frieren. Wer es aber nicht mehr erwarten kann, kann zum Beispiel Tomate oder Gurke in einer Schale auf der Fensterbank ansäen, und dann bei durchgehend wärmeren Temperaturen in den Garten umsiedeln. "Man kann auch die Schale tagsüber rausstellen, da bekommen die Pflanzen noch mehr Sonne ab."

Auch die Zimmerpflanzen wollen gepflegt werden. Für das Umtopfen eignen sich pauschal Kübel, die ein bis zwei Nummern größer sind. "Doch nicht alle Arten mögen das", wendet die Kreisfachberaterin ein. Sind die Wurzeln derart zusammengepresst, dass man schon kaum mehr Erde sieht, empfiehlt sie, alles etwas zu lockern. "Sonst bleiben sie auch nach dem Umtopfen in dieser Form und die Wurzeln breiten sich nicht aus."

Solange es noch Nachtfrost gibt, bietet es sich an, Gemüse erstmal auf der Fensterbank in einer Schale anzusäen.
Im Blickpunkt:

Wer bereits das Gefühl hat, sein Rasen bräuchte einen Schnitt, kann dies durchaus schon machen. "Das kommt aber ganz auf den Zustand des Rasens an", betont die Schwandorfer-Kreisfachberaterin Petra Schmid. Auch vertikutieren sei in Ordnung, nur sei es aktuell schwierig, sich eine solche Maschine zu leihen, wenn man keine eigene besitzt. Kahle stellen in der Wiese können auch bereits jetzt mit Saat versehen werden. "April und Mai sind die idealen Monate dafür", so die Expertin. Im Sommer sei es für das Gras oft zu heiß. Ab 10 Grad Celsius und bei ausreichender Feuchtigkeit, bei der man durchaus etwas nachhelfen muss, wächst die Rasensaat am besten.

Wessen Rasen es bereits nötig hat, kann jetzt schon den ersten Schnitt machen. Auch zum Vertikutieren eignet sich die Jahreszeit.
Tipps und Tricks:

Manches im Garten kann man jetzt, auch früh in der Saison, schon erledigen, für einiges drängt die Zeit sogar schon: Gartenfachberaterin Michaela Basler vom Landratsamt Amberg-Sulzbach hat für beides Tipps und konkrete Beispiele parat.

Sputen sollten sich Gartenfreunde jetzt schon, wenn es um die Stauden geht, betont Basler: Bei Gewächsen wie Taglilie, Fetthenne oder auch bei Gräsern sollte man abgestorbene Teile wie alte Blätter, Fruchtstände oder Halme „unbedingt bald abschneiden“, empfiehlt die Expertin – „denn sie treiben aus ihren Wurzeln schon wieder frisches Grün nach“.

Auch bei den Rosen sollte man sich sputen. „Sie treiben jetzt schon stark aus“, betont Basler und rät deshalb, „Beet- und Bodendecker-Rosen stark zurückzuschneiden“. Etwa zehn Zentimeter über dem Boden seien dabei ein gutes Maß.

Bei Strauch- und Kletterrosen darf es noch etwas mehr sein. Hier sollte man „alte Triebe komplett vom Boden weg entfernen“, sagt Basler.

Schnell zur Schere greifen sollten Gartler zudem beim echten Wein. Bester Zeitpunkt für den Rückschnitt sei hier nämlich ein kalter und sonniger Wintertag. „Vorjährige Triebe auf zwei bis drei Augen zurückschneiden“, lautet Baslers Tipp hier – und weil der Wein dabei jetzt „stark bluten wird, zusätzlich wässern“.

Manche Aufgaben eilen noch nicht, können aber durchaus jetzt schon erledigt werden, berichtet Basler weiter. So könnte man derzeit ruhig schon mal „das Gewächshaus auf Vordermann bringen“, also die Scheiben abwaschen, Unkraut entfernen und bei Bedarf Gartenerde einbringen“. Frühe Gemüsearten wie Kopfsalat oder Kohlrabi könnten dann schon gepflanzt werden, sagt die Expertin.

Auch am Hochbeet können Gartenfreunde laut Basler bereits jetzt freie Zeit investieren. „Entstandenen Humus im Garten verteilen oder zwischenlagern, das Beet neu bepacken“, lautet eine To-do-Liste der Gartenfachberaterin. Außerdem könnten Radieschen, Rettich, Möhre und Rucola schon ausgesät werden.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.