Die Lager sind gespalten: In Befürworter von staatlichen Maßnahmen, um Menschenleben zu schützen und die Corona-Pandemie einzudämmen und in eine Gruppe von Gegnern rechtlicher Einschränkungen.
Agnes Meier empfindet die aktuelle Situation als „sehr belastend“. Die musikalische Leiterin des Musikvereins Wackersdorf-Steinberg am See bringt ihre Sorge in ihren Liedern zum Ausdruck. Bei der vierten „Samstag-Demo“ auf dem Schwandorfer Kolpingplatz ergreift sie das Wort. Sie spüre, wie ihre beiden Kinder leiden und die Lernmotivation schwinde. Meier sagt: „Die Lebensfreude der Kinder wird momentan in einer Maske erstickt“. Die Musiklehrerin möchte wieder in „fröhliche Kindergesichter“ schauen dürfen. Ihre Prioritätenliste liest sich deshalb anders als die der Politiker. Agnes Meier wünscht sich einen „Rettungsschirm“ für alle Menschen, „die die Situation hinterfragen, die Würde des Menschen einfordern und auf das Recht auf körperliche Unversehrtheit pochen“.
Initiatorin Anja Reich (38) hat mit ihrer Aktion „Wir halten Abstand“ eine Bewegung in Gang gesetzt. Beim vierten Treffen am Samstag waren es bereits etwa 150 Bürger, die ihren Protest gegen die Einschränkungen zum Ausdruck brachten. Sie waren diesmal vom Marktplatz an den Adolf-Kolping-Platz umgezogen und verteilten sich auf dem Rondell am Naabparkhaus. Anja Reich mahnte die Teilnehmer zum Mindestabstand von 1,50 Meter und dankte ihnen für die Disziplin. „Das ist nicht überall so“, stellte die dreifache Mutter mit Blick auf andere Städte fest. Sie will für all jene ein Sprachrohr sein, „die unter dem Deckmantel des Virus leiden und ihre Sorgen und Nöte nicht zum Ausdruck bringen können“. Für die Bewohner in den Altenheimen, die nicht getröstet werden dürften, und die Schüler, „die unter der Panikmache leiden“.
Dem Aufruf zur Kundgebung waren vor allem junge Eltern gefolgt, die auf Entlastung hoffen. Anja Reich achtet darauf, dass die Transparente frei bleiben von Parteisymbolen und die Treffen nicht für politische Zwecke missbraucht werden. Wer aber seinen Unmut über die Einschränkungen zum Ausdruck bringen und seine Grundrechte einfordern möchte, sei willkommen, so Anja Reich. Sie mahnt die politischen Entscheidungsträger zu Augenmaß und hält nichts von „Panikmache und dem Schüren von Ängsten“. Die Aktionen werden am Samstag, 23. Mai, um 15.30 Uhr fortgesetzt. Die Polizei hatte die Demonstration von einem Streifenwagen aus im Blick.


















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