Schwandorf
11.05.2020 - 17:17 Uhr

Protest gegen Einschränkungen

Die staatlichen Reglementierungen in der Corona-Krise bringt in Schwandorf 100 Bürger auf die Straße. Am Samstag, 16. Mai, soll erneut demonstriert werden.

Anja Reich (rechts) hatte am Samstag zu einer Demonstration gegen die Einschränkung von Grundrechten aufgerufen. Die Teilnehmer hielten die vorgeschriebenen Abstände ein. Bild: Hirsch
Anja Reich (rechts) hatte am Samstag zu einer Demonstration gegen die Einschränkung von Grundrechten aufgerufen. Die Teilnehmer hielten die vorgeschriebenen Abstände ein.

Die dreifache Mutter Anja Reich (38) empfand die Situation in den letzten Wochen als „sehr bedrückend“. Sie schrieb an Politiker, wandte sich an die Öffentlichkeit und zog mit einer Freundin durch die Stadt auf der Suche nach Verbündeten. Am ersten Treffen unter dem Motto „Wir halten Abstand“ beteiligten sich zehn Leute. Zur dritten Auflage am Samstag kamen 100. Inzwischen hat Anja Reich beim Gesundheitsamt einen Antrag für eine weitere Demonstration mit 200 Teilnehmern gestellt. Sie soll am nächsten Samstag wiederum um 15.30 Uhr am Schwandorfer Marktplatz stattfinden.

Die Teilnehmer reklamieren für sich, dass sie "auf friedliche Art und Weise" ihren Unmut gegen die Einschränkungen zum Ausdruck bringen wollen und ihre Grundrechte gefährdet zu sehen. Anja Reich mahnt die politischen Entscheidungsträger zu Augenmaß und erklärte bei der Kundgebung am Samstag: „Ich halte nichts von Panikmache und dem Schüren von Ängsten“. Unter dem Corona-Deckmantel würden Familien mit Kindern, alte und pflegebedürftige Menschen und Sterbende leiden. „Müssen wir uns als mündige Bürger in eine Krise ungeahnten Ausmaßes stürzen lassen?“ so ihre rhetorische Frage. Ihrem Aufruf war ein Querschnitt der Bevölkerung gefolgt, Familien mit Kindern ebenso wie ältere Mitbürger. Dass sich auch Mitglieder und Sympathisanten der rechten Szene unter die Teilnehmer mischten, störte Anja Reich nicht. Sie meint: „Wenn diese Leute einfach nur als Bürger zu uns kommen, die die gleichen Sorgen und Ängste haben wie wir, dann wollen wir da nicht differenzieren“.

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Die Polizei beobachtete den Ablauf aus der Ferne, hatte aber nichts zu beanstanden. Die Teilnehmer wahrten die geforderten Abstände. Einige von ihnen ergriffen spontan das Megafon und forderten "das Recht auf Freiheit" ein. Andere warnten vor einer Corona-Impfung und sprachen sich gegen die Maskenpflicht aus.

 
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