26.07.2021 - 10:37 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Heidelbeersaison in Schwandorf eröffnet

Erst waren die Kartoffeln und die Erdbeeren an der Reihe, nun folgte der nächste Ernteauftakt: Die Heidelbeeren und Himbeeren auf dem Mulzer-Hof bei Schwandorf sind reif.

Die Teilnehmer an der Himbeer- und Heidelbeer-Saisoneröffnung durften auch probieren. Das Bild zeigt (von links) Behördenleiter Georg Mayer, die Kreisbäuerinnen Sabine Schindler und Manuela Pronath, die Familie Rita, Simon, Peter und Marleen Mulzer, stellvertretenden Landrat Jakob Scharf und Ortsbäuerin Christine Mayer.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Rita und Peter Mulzer aus Naabsiegenhofen (Stadt Schwandorf) bauen seit 20 Jahren Sonderkulturen an. Die Heidelbeeren reifen in 65-Liter-Töpfen, die Himbeeren an Stöcken heran. Bewässert aus einem Tank, der mit Regenwasser gefüllt ist. Peter Mulzer hat dafür einen 100 Kubikmeter großen Behälter gebaut, in den er das Wasser von den Dachflächen hineinleitet.

Von Mitte Juli bis Anfang September dauert die Saison auf dem Mulzer-Hof, der sich regelmäßig von Erntehelfern unterstützen lässt. „Selbstpflücken“ bietet der Familienbetrieb nicht an. Die Beeren werden abgewogen im Hofladen verkauft. Der Mulzer-Hof baut sechs verschiedene Arten an und kann damit die Erntezeit „strecken“.

Musterbeispiel für Diversifizierung

Der Betrieb, dessen Wurzeln bis zum 30-jährigen Krieg zurückreichen, ist ein Musterbeispiel für die Diversifizierung, also die Veränderung in der Landwirtschaft. Die Familie betreibt Ackerbau und Viehzucht, bewirtet im Hofcafé jährlich bis zu 40 Besuchergruppen mit Kaffee und Kuchen, verkauft im Laden frische Beeren und veredelte Produkte und veranstaltet auf dem Hofgelände Konzerte. Im September ist zum Saisonabschluss das „Trio Schleudergang“ zu Gast.

Für Rita Mulzer war der Aufbau der verschiedenen Standbeine „ein steiniger Weg“. Ihr Mann arbeitet in einem mittelständischen Industriebetrieb, die Kinder Marleen (19) und Simon (16) sind ebenfalls berufstätig. Ohne Netzwerk an Helferinnen gehe es nicht, sagt die Bäuerin, „denn jede Struktur am Hof braucht ihre Pflege“.

Vielseitiges Portfolio

Kreisbäuerin Sabine Schindler ist beeindruckt von „diesem vielseitigen Portfolio“ und nennt den Mulzer-Hof „ein Paradebeispiel für regionale Erzeugung und Vermarktung“. Nahe am Verbraucher und eine Werbung für die Landwirtschaft. Stellvertretender Landrat Jakob Scharf stammt aus einer Bergarbeiterfamilie und gesteht: „Ich habe viel gelernt von der Landwirtschaft und bin stolz, dass wir im Landkreis solche Vorzeigebetriebe haben“.

Der Leiter des Landwirtschaftsamtes, Georg Mayer, nennt den Mulzer-Hof ein „Musterbeispiel für die Diversifizierung“. Der Familienbetrieb entwickle nicht nur neue Ideen, sondern setze sie auch um. Beim Pflücken und Probieren informierte sich der Behördenleiter über die verschiedenen Heidelbeersorten. Zum Abschluss servierte die Familie den „Heidelbeer-Fernandel“ im Hofgarten mit einer Tasse Kaffee.

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