04.06.2020 - 17:33 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Holmeier-Nachfolge: Macht ein Schwandorfer das Rennen?

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Nach dem Rückzug des Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier 2021 sind die Chancen für den Landkreis Schwandorf, den CSU-Kandidaten zu stellen, groß. Die Mehrheit könnte mit der Ausdehnung des Wahlkreises nach Regensburg aber dahin sein.

Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier, CSU, macht 2021 Schluss. Der neue Kandidat könnte wieder aus dem Landkreis Schwandorf kommen.
von Irma Held Kontakt Profil

Ob er 2021 vollständig in den Ruhestand gehe, wisse er nicht, sagt der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier am Donnerstag zu Oberpfalz-Medien. Aber: "Im September 2021 werde ich 65 Jahre alt. Wenn man das Rentenalter erreicht hat, soll man aufhören." Das bezieht sich definitiv auf sein Bundestagsmandat. Er verweist auf eine Mitteilung, in der es unter anderem heißt: "Ich trete 2021 nicht mehr für den Bundestag an, denn es ist an der Zeit auch Jüngeren eine Chance zu geben."

Diskussion beginnt

Hätte es vor Ablauf der Legislaturperiode Neuwahlen gegeben, hätte er noch einmal kandidiert. Die Diskussion um seine Nachfolge beginnt Holmeiers Worten nach jetzt. Der Schwandorfer Kreisverband macht sich berechtigte Hoffnungen, dass nach den beiden aus dem Kreis Cham stammenden Abgeordneten Klaus Hofbauer und Karl Holmeier der CSU-Bewerber für den Wahlkreis 234 aus Schwandorf kommt. "Aus dem Landkreis Schwandorf hat es schon mögliche Namen gegeben, aus dem Landkreis Cham noch nicht." Mehr sagt Karl Holmeier dazu nicht. Der Schwandorfer Kreisvorsitzende, Landtagsabgeordneter Alexander Flierl, sieht sich "in der glücklichen Lage, dass wir personell gut aufgestellt sind."

Aus der Bundeswahlkreiskonferenz

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Die Schwandorfer hatten bisher in der Wahlkreiskonferenz ausgehend vom Zweitstimmenergebnis 2017 mit 84 der 160 Delegierten eine komfortable Mehrheit. Doch nach dem Zuwachs um Brennberg und Wörth an der Donau (Verwaltungsgemeinschaft Wörth) aus dem Landkreis Regensburg ändert sich die Verteilung. Nach Flierls Berechnungen erhalten die Neuen neun Delegierte, Schwandorf 79 und Cham 72. Holmeier als Vorsitzender der Wahlkreiskonferenz hat nach den neuen Gegebenheiten die Verteilung "grob überschlagen" und kommt auf 81 "eher 82 Delegierte" für den Kreis Schwandorf. Die korrekte Berechnung erstellt die CSU-Landesleitung in München aufgrund der Zweitstimmen für die CSU bei der Wahl 2017, teilt Alexander Flierl mit. Heute stimmt zunächst der Bundesrat über die Neuordnung einiger Wahlkreise ab. Und Karl Holmeier ist sich sicher: "Daran wird sich nichts ändern." Was heißt: Die Verwaltungsgemeinschaft Wörth an der Donau wird dem Stimmkreis 234 zugeschlagen.

Neuzuschnitt zwingend

Neuzuschnitt des Wahlkreises Schwandorf

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Diese Neuerung sei zwingend notwendig geworden, damit die Wahl im nächsten Herbst gültig sei. Der stetig an Einwohnern wachsende Kreis Regensburg müsse abgeben, weil es ein Plus von 25 Prozent zum Normwahlkreis gebe. Dieser besteht zurzeit aus 243 523 Personen. Eine Änderung des Wahlrechts verbunden mit einer Verkleinerung des Parlaments wird nach Holmeiers Auffassung erst der nächste Bundestag beschließen. Hier stehen die beiden Optionen Reduzierung der Wahlkreise oder Begrenzung der Abgeordnetenzahl auf 650 Mandate zur Disposition.

Entscheidung noch heuer

Zurück zum Wahlkreis 234: In den nächsten Wochen will Holmeier zusammen mit Flierl einen Zeitplan erarbeiten. Holmeier hat bereits einen Rahmen abgesteckt: "Im September oder Oktober sollen die Delegierten gewählt werden." Nach den Kreisversammlungen in Cham und Schwandorf möchte er gegen Ende des Jahres die Bundeswahlkreisversammlung einberufen, die über den Kandidaten oder die Kandidatin entscheidet. Dann habe dieser Gelegenheit, sich im Frühjahr in den Ortsverbänden bekannt zu machen. Flierl sieht das Schwandorfer Personaltableau als Vorteil, strebt aber "eine einvernehmliche Lösung an". Überrascht habe nicht nur ihn das Ergebnis des Neuzuschnitts, denn die Bundeswahlkreiskommission habe einen anderen Vorschlag gemacht. Allerdings habe der ländliche Raum über Landkreisgrenzen hinweg die gleichen Interessen.

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