18.04.2021 - 15:31 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kinderpornos auf Computer und Smartphone: Bewährungsstrafe

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Dass das Internet eine dunkle Seite hat, ist bekannt. Markus T. (Name geändert) ist oft dort, sammelt Bilder und Videos mit kinderpornografischem Inhalt und stellt sie anderen zur Verfügung. Dafür gibt es nun die strafrechtliche Quittung.

Weil er Bilder und Videos mit kinderpornografischem Inhalt gesammelt und anderen zur Verfügung gestellt hatte, wurde ein 24-Jähriger zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Der Psychotherapeut attestiert ihm keinerlei sexuellen oder pädophilen Auffälligkeiten. Markus T. (Name geändert) spricht ihm gegenüber vielmehr von einem "Kick", den es ihm gegeben hatte. Konkret bedeutete dieser "Kick" eine Vielzahl von Bildern und Videos mit kinder- und jugendpornografischem Inhalt auf dem Handy und den Computern des 24-Jährigen.

Als die Sache ans Licht kommt, schenkt der junge Mann den Ermittlern sofort reinen Wein ein: Er legt umgehend ein umfassendes Geständnis ab, das er nun auch bei der Verhandlung vor dem Schöffengericht am Schwandorfer Amtsgericht unter Vorsitz von Peter Jung über seien Anwalt wiederholen ließ. Außerdem, so teilte er dem Gericht mit, habe er sich bereits vor Monaten freiwillig in Therapie begeben. "Es tut mir unendlich leid. Ich weiß, dass das falsch war und werde alles dafür machen, dass das nicht mehr vorkommt", sagte der junge Mann aus dem nördlichen Landkreis Schwandorf den Richtern.

Das ist die eine Seite. Die andere ist natürlich der schwerwiegende Tatvorwurf. Ein Pappenstiel war es nämlich keineswegs, was die Ermittler bei Markus T. fanden. Und das betraf nicht alleine die große Menge an Fotos und Videos, die auf den Geräten des 24-Jährigen gespeichert waren. Es ging auch um die Art der Inhalte. Richter Peter Jung beschrieb sie als "starker Tobak".

Ins Rollen gebracht hatten die Ermittlungen drei Fotos, die der Angeklagte über einen Messengerdienst versandt hatte und die offenbar aufgefallen waren. Dies mündete schließlich in einem Durchsuchungsbefehl. Dabei stellten die Ermittler zahlreiche Geräte, darunter auch zwei Notebooks, ein Tablet und ein Smartphone bei Markus T. sicher. Schnell wurde klar: Die Menge an gefundenen Dateien ist groß. Wegen der Vielzahl der gefundenen Fotos und Videos übernahm schließlich die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die weitere Bearbeitung von der Staatsanwaltschaft Amberg.

Ein Gutachter wurde schließlich mit der Auswertung der gefundenen Geräte befasst und fand dort neben erwähnten Bildern und Videos auch Chatverläufe, eine Liste mit Links sowie einen speziellen Browser zum Surfen im sogenannten "Darknet". Er macht es außerdem möglich, sich im "normalen" Internet unerkannt zu bewegen.

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Unter dem Strich blieb also die Frage, wie der 24-Jährige zu bestrafen ist. Staatsanwältin Barbara Tutsch stellte gegenüber: Der Student sei geständig, bedauere seine Taten habe sich freiwillig in Therapie gegeben, sei bisher noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten und sozial integriert. Andererseits rief die Anklagevertreterin den sehr massiven Umfang der gefundenen Dateien in Erinnerung. Sie hielt nach Abwägung der Umstände eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren für angemessen, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Außerdem sollte Markus T. 2500 Euro Geldauflage zahlen.

Verteidiger Andreas Lösche wertete die Gesichtspunkte etwas anders und blieb unter der Forderung der Staatsanwältin: Ein Jahr und sechs Monate zur Bewährung sowie 1500 Euro Geldauflage hielt er für ausreichend.

Ziemlich genau den Mittelweg bei der Freiheitsstrafe ging das Schöffengericht unter Vorsitz von Peter Jung: Ein Jahr und 8 Monate zur Bewährung lautete der Urteilsspruch. Außerdem 2500 Euro Geldauflage. Die Summe bekommt die THW-Helfervereinigung Schwandorf.

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