21.08.2019 - 16:18 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kommunalwahl 2020: Wer fordert Landrat Thomas Ebeling heraus?

Amtsinhaber Thomas Ebeling (CSU) ist bereits nominiert, ebenso Rudi Sommer (Grüne). Wer geht bei der Kommunalwahl 2020 noch ins Rennen um den Chefsessel im Landratsamt? Es dürften mehr Kandidaten werden als 2014.

Thomas Ebeling (CSU, von links), Marianne Schieder (SPD), Jürgen Neuber (FW) und Rudi Sommer (Bündnis90/Die Grünen) bewarben sich bei der Kommunalwahl 2014 um die Nachfolge von Landrat Volker Liedtke (SPD), der nicht mehr angetreten war.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil
2014: Vier Kandidaten und ihre Ergebnisse:

Stichwahl nötig

Das Rennen um die Nachfolge von Landrat Volker Liedtke (SPD) wurde im Jahr 2014 in zwei Etappen entschieden. Im ersten Wahlgang erhielt Marianne Schieder (SPD) mit 44,15 Prozent die meisten Stimmen, dicht gefolgt von Thomas Ebeling (CSU) mit 43,6 Prozent. Jürgen Neuber (FW) kam auf 7,62 Prozent, Rudi Sommer (Grüne) auf 4,64. Weil kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hatte, ging es für Schieder und Ebeling in die Stichwahl am 30. März 2014. Sie gewann Thomas Ebeling mit 51,03 Prozent und einem Vorsprung von 1292 Stimmen auf Schieder, bei 62 898 abgegebenen Voten. (ch)

SPD-Kreisvorsitzender Peter Wein.
Dieter Jäger, Kreisvorsitzender der Freien Wähler.

Vor knapp sechs Jahren war klar: Der Landkreis wird einen neuen Landrat bekommen. Volker Liedtke (SPD) war nicht mehr angetreten. Das Rennen verlief knapp (Kasten): Am Ende war Thomas Ebeling als erster CSU-Landrat des Landkreises gewählt.

Wer fordert Ebeling 2020 heraus? Die Grünen haben Rudi Sommer bereits nominiert (wir berichteten). Die weiteren Parteien und Gruppierungen halten sich noch zurück. Als Kreisvorsitzender der Sozialdemokraten wäre Peter Wein (Burglengenfeld) ein klarer Anwärter. "Wir werden eine Kandidatin oder einen Kandidaten aufstellen", sagte Wein der Redaktion, "wer das sein wird, wird im Herbst entschieden." Dass sein Name fällt, sei klar, "aber entscheiden wird es die Partei", so Wein. "Es wird schwer", weiß der SPD-Kreisvorsitzende, "der Trend läuft bundesweit zur Zeit gegen die SPD". Außerdem stehe der Landkreis gut da - aus Sicht Weins vor allem auch deshalb, weil die großen Probleme wie zuletzt die Krankenhäuser von den SPD-Landräten Hans Schuierer und Volker Liedtke abgeräumt wurden. Es gebe auch jetzt genügend Persönlichkeiten in der SPD, die vor Ort sehr gute Arbeit leisten. Ende Oktober will laut Wein die SPD sowohl den Kandidaten als auch die Kreistagsliste öffentlich präsentieren.

Bei den Freien Wählern wird's wohl früher sein, wie Kreisvorsitzender Dieter Jäger (Schwandorf) im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien ankündigte. Die Entscheidung des Kreisvorstands darüber, ob ein Kandidat ins Rennen geschickt wird, werde relativ bald fallen. Dann wird es auch einen Personalvorschlag des Kreisvorstands an die Ortsvereine geben. "Ich bin mit Sicherheit eine der Personen, die dabei eine Rolle spielen," sagte Jäger. Anfang September werden die Freien Wähler ihren Kandidaten für den Landratssessel auf den Schild heben.

Die ÖDP, die derzeit mit Arnold Kimmerl einen Stellvertreter des Landrats stellt, werde wohl keinen Kandidaten bringen, erklärte Kreisvorsitzender Alfred Damm. Bleiben zwei Parteien, die derzeit nicht im Kreistag vertreten sind. Die AfD, die bei den Landtags- und Europawahlen zweistellige Ergebnisse einfuhr, wird laut dem Kreisvorsitzenden für Schwandorf und Cham, Wolfgang Pöschl, einen Landratskandidaten aufstellen. Wer, stehe noch nicht fest. Der Kreisverband befinde sich noch "mitten im Prozess der Kandidatenfeststellung", so Pöschl gegenüber der Redaktion.

Nominierung der CSU

Schwandorf

Gleiches gilt für "Die Linke". "Wir befinden uns grade noch im Programm-Findungsprozess", so die Vorsitzende des Kreisverbands Oberpfalz Mitte (Stadt und Kreis Amberg, Landkreise Schwandorf und Cham), Eva Kappl. Auf der Internet-Seite "dein-schwandorf.de" sammelt die Partei Ideen für das Wahlprogramm. "Höchstwahrscheinlich werden wir jemanden ins Rennen schicken", so Kappl. Ob sie selbst den Hut in den Ring wirft, "wird zu gegebener Zeit entschieden."

Somit dürften die Wähler aller Wahrscheinlichkeit nach am 15. März 2020 die Wahl zwischen sechs Kandidaten haben. Ob angesichts der fünf Gegenkandidaten Landrat Thomas Ebeling (CSU) in eine Stichwahl muss, ist entsprechend offen. Es wäre erst die Zweite in der Geschichte des Landkreises. Amtierende Landräte haben bisher immer im ersten Wahlgang die notwendige, absolute Mehrheit erreicht. Lediglich 2014 wurde eine Stichwahl fällig, als Marianne Schieder (SPD) und Thomas Ebeling (CSU) nach dem ersten Wahlgang Kopf an Kopf lagen.

Nominierung der Grünen

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