09.11.2018 - 11:46 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kulturpreis für Künstler Christian Schnurer

Objektkünstler Christian Schnurer aus Schwandorf erhält den Kulturpreis der Bayernwerk AG. An dem Abend erinnert er sich an seinen Weggefährten, der die Trophäe einst schuf: Künstler Peter Mayer.

Zwei Oberpfälzer und ein Oberbayer: Rundfunksprecher Thorsten Otto aus Weiden (links) moderierte, der gebürtige Schwandorfer Objktkünstler Christian Schnurer (Mitte) erhielt den Kulturpreis des Bayernwerks und Richard Loibl, Direktor des Haus der Geschichte in München, hielt die Laudatio.
von Autor HOUProfil

Viel Prominenz an ungewöhnlichem Ort: Das Kesselhaus in der Landeshauptstadt. umgestaltet zu einem reizvollen Veranstaltungsort, bildete den Rahmen zur Verleihung der Bayernwerks-Kulturpreise des Jahres 2018. Sie gingen zunächst an den aus dem Allgäu stammenden Klarinettisten Klaus Hampl (der sich mit Musik von George Gershwin zusammen mit dem legendären Gitarristen Sigi Schwab musikalisch bedankte), an die Rapperin und Moderatorin Nina Sonnenberg und an den Architekten Peter Haimerl, der aus Viechtach kommt und das Konzerthaus in Blaibach bei Cham gestaltete.

Mit Abwurfrakete zum Kulturpreis

Schwandorf

Im Foyer stand das ausgeglühte Wrack eines Wagens, den der Objektkünstler Christian Schnurer vor Jahren aus einem Kriegsgebiet mitgebracht hatte. Schnurer, 1971 in Schwandorf geboren, machte diesen bizarren Berg aus Stahl und Eisen zu einem Kunstobjekt. Und nicht nur das: Der 47-Jährige, im Nebenamt Vorsitzender des Verbands der Bildenden Künstler in Bayern, ist längst durch seine Aufsehen erregende Werke international zu einem Begriff geworden. Die Laudatio auf ihn hielt der Direktor des Hauses der Geschichte in München, Richard Loibl. Dabei wurde deutlich, dass da einer ist, der sich nahezu rastlos darum bemüht, der Kunst immer neue Gesichter zu geben.Ideengeber Elvis

Christian Schnurer, laut Loibl auch engagiert in der Bildung von Netzwerken innerhalb künstlerischen Schaffens, erinnerte sich an diesem Abend eines Mannes, der den Bayernwerk-Kulturpreis vor vielen Jahren als Trophäe schuf: Peter Mayer, zwischenzeitlich verstorben und an diesem Abend durch einen seiner Söhne vertreten.

Als Elvis Presley 1958 als US-Soldat erstmals in die Oberpfalz kam, drehte sich gerade der "Jailhouse Rock" auf den Plattentellern. In diesem Song kam ein gewisser Spider Murphy vor, der einer bayerischen Rock'n'Roll-Band den Namen gab. Die Gründer der flotten Combo fügten noch den Begriff "Gang" hinzu und haben nach 41-jährigem Bestehen längst Kultstatus. Ihr Frontmann und Sänger heißt Günther Sigl und auch er bekam einen der Kulturpreise. Als eine Art Krönung seines Lebenswerkes. Immerhin hat er bereits 2017 seinen 70. Geburtstag gefeiert.

"Wir haben immer bayerisch gesungen", unterstrich Sigl bei der Preisverleihung und fügte launig hinzu: "Das hat immer die vom Finanzamt besonders glücklich gemacht." Nicht lange danach holte er seine Kumpels auf die Bühne und ab ging die Post: "Rock'n'Roll-Schua", "That's Allright", "Skandal im Sperrbezirk" und "Schickeria" bis zum Abwinken.Sonderpreis für Schwarzmann

Einen Sonderpreis erhielt die Kabarettistin Martina Schwarzmann (39) aus Fürstenfeldbruck. Eine Frau und Mutter von drei Kindern, die bayernweit mit Gitarre vor ihr Publikum tritt und eine "große Kleinkunstkünstlerin ist", wie Wissenschaftsministerin Marion Kiechle bei der Überreichung sagte. "Bist Du aufgeregt?", wurde sie von Thorsten Otto, dem aus Weiden stammenden BR-Moderator gefragt. Antwort: "Des war i nur, wie i vor der Schulklasse von einem meiner Kinder eine Vortrag hab' haltn müssn."

Noch einmal gab es bei dieser Preisverleihung einen Oberpfälzer, der ins Rampenlicht trat. Der aus Mantel (Kreis Neustadt/WN) stammende Stefan Schumann wurde als bester Absolvent der OTH Amberg-Weiden ausgezeichnet. Er hatte sich in seiner Masterarbeit mit "Kavitätsweise Sensorik zur Überwachung und Regelung des Formbildungsvorgangs im Spritzgießprozess in der Medizintechnik" befasst. Schumann bekam 2000 Euro und die Bronzestatue "Gedankenblitz". Zudem erhielten zahlreiche Absolventen und Doktoranden Preise von Bayernwerks-Vorstand Raimund Gotzel.

Der in Velburg (Kreis Neumarkt) gebürtige Martin Sturm, herausragender Absolvent der Musikhochschule Würzburg, wurde für seine Arbeit über eine historische Orgel in seiner Heimatstadt geehrt. Bester Absolvent der Uni Regensburg war Jonas Hock. Er schrieb eine Dissertation zum Thema "Bekenntnis und Ambiguität ‒ Pierre Koslowskis ,La vocations suspendue' zwischen Renouveau Catholique und Nouveau Roman".

Martin Sturm spielt in Amberg

Amberg

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