04.12.2020 - 16:22 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Müllstationen: Neue Regeln für Privatanlieferer

Entrümpeln ist "in": Nach wie vor bringen Privatanlieferer Abfall in großen Mengen ins Müllkraftwerk und die Umladestationen. Nicht alle aber spielen ehrlich. Deshalb ändert der ZMS die Regeln – mit Vorteilen für einige.

Privatanlieferer können Abfall am Müllkraftwerk Schwandorf oder den Umladestationen des ZMS im Verbandsgebiet entsorgen. Für einen Großteil der Anlieferer wird dieses Angebot jetzt günstiger.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Was nicht (mehr) in die Mülltonne passt, kann am Schwandorfer Müllkraftwerk oder den Umladestationen des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf, ZMS, angeliefert werden. Zu günstigen Pauschalpreisen: Ein Kofferraum voll Abfall kostet 5 Euro, ein voller "Kombi" 10 und ein kleiner Anhänger Müll 15 Euro. Davon machten in den vergangenen Monaten viele Gebrauch - nach dem Lockdown im Frühjahr wurde der ZMS regelrecht überrollt. Das Pauschalmodell sei allerdings in der zurückliegenden Zeit immer häufiger missbraucht worden, wie Verbandsdirektor Thomas Knoll der Verbandsversammlung erläuterte.

Vorbereitungen wegen Coronapandemie

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"Wir haben einen explosionsartigen Anstieg der Kleinanlieferungen durch Gewerbebetriebe, den wir aber aufgrund der geltenden Satzung kaum unterbinden können", sagte Knoll. Da wurde dann aus Gewerbemüll aus einem Betrieb schnell mal ein Lieferwagen voll Hausmüll und wurde so günstig entsorgt. "Die Unterscheidung ist kaum möglich", sagte Knoll. Doch wie eine Lösung finden, ohne die ehrlichen Kunden zu verprellen? Der ZMS hat eine neue Regelung ausgetüftelt, die für die meisten Anlieferer finanziell keine Auswirkungen hat, teils sogar günstiger ist.

Riesiger Andrang an den Umladestationen

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Der Preis für einen Kofferraum voll "sperrmüllähnlichem Abfall", wie es offiziell heißt, bleibt gleich, auch für Kombis oder Wagen mit umgelegter Rücksitzbank. Einen kleinen Anhänger voll Müll zu entsorgen, wird dann günstiger.

Aber: Hat der Wiegemeister an der Einfahrt zum Kraftwerk oder der Umladestation den Eindruck, dass das mehr als 100 Kilogramm angeliefert werden, wird das Fahrzeug bei Ein- und Ausfahrt verwogen. Die Differenz wird dann nach dem regulären Tonnenpreis abgerechnet. Eine Unterscheidung in Haus- oder Gewerbemüll wird nicht mehr getroffen. Angenommen wird dieser Abfall rechtlich gesehen dann auch nicht mehr vom ZMS, sondern von seiner Tochter OVEG, die für Gewerbemüll zuständig ist.

"Bei der Massenanlieferung der vergangenen Jahre ist der Andrang auch gar nicht mehr anders bewältigbar", warb Knoll in der Sitzung für die Änderung. "Wer bisher ehrlich war, für den wird es eine Vereinfachung, es wird sogar etwas günstiger werden. Wer die Regel ausgenutzt hat, wird etwas mehr bezahlen dürfen." Die Versammlung beschloss die neuen Regeln einstimmig.

Hintergrund:

Zahlen explodieren

Die Zahl von Privatanlieferern im Müllkraftwerk und den zwölf Umladestationen im Verbandsgebiet hat enorm zugenommen. Anscheinend werde immer noch entrümpelt, was das Zeug hält, sagte Verbandsdirektor Thomas Knoll den Oberpfalz-Medien.

  • Pro Fünf-Tage-Woche schlugen zuletzt 800 Tonnen mehr von Privatanlieferern in den Umladestationen als üblich.
  • Hochgerechnet aufs Jahr wären das rund 40000 Tonnen.
  • Der ZMS rechnet laut Kämmerer Markus Decker dieses Jahr mit gut 200000 Privatanlieferungen. Das sind über 10000 mehr als 2019. Vor allem die Anlieferung mit Kombis und auf Anhängern macht diesen Anstieg aus.
  • Die neuen Regeln gelten ab 1. Januar 2021.
  • Es wird bei Kleinanlieferung nicht mehr nach Haus- oder Gewerbemüll unterschieden.
  • Wie bisher kostet ein Kofferraum voll Müll zur Entsorgung 5 Euro.
  • Wird in einem Kombi, SUV, oder einem Auto mit umgelegter Rückbank angeliefert, werden wie bisher 10 Euro fällig.
  • Auch die Anlieferung auf einem kleinen Anhänger wird dann mit 10 Euro (bisher 15 Euro) berechnet, bis zu einer Müllmenge von 100 Kilogramm.
  • Bei Anlieferung von mehr als 100 Kilogramm wird künftig gewogen. Dann wird der reguläre Tonnenpreis für Gewerbemüll fällig: 180 Euro plus Mehrwertsteuer (bei 19 Prozent gesamt 214,20 Euro), das Kilo Müll kostet also gut 21 Cent.

Demonstration vor der ZMS-Sitzung

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