29.06.2020 - 18:40 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Verdächtiger hatte Kontaktverbot zur Ex-Frau

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Hat der mutmaßliche Verdächtige tatsächlich seine Ex-Frau und deren Lebensgefährten getötet? Die Polizei sucht mit Nachdruck nach ihm und gibt sich bei Details bedeckt. Aber abseits der offiziellen Kanäle sickert doch einiges durch.

Polizei und Spurensicherung fanden sich am Montag vor dem Haus im Schwandorfer Stadtteil Büchelkühn ein, wo eine Bluttat begangen wurde, die zwei Tote gefordert hat. Nach dem mutmaßlichen Täter wird intensiv gesucht.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Der mutmaßliche Täter ist wohl das, was man eine gescheiterte Existenz nennt. Nach der Trennung von seiner Frau, die später einen neuen Lebensgefährten gefunden hat, wurde gegen den dringend Tatverdächtigen ein Kontaktverbot ausgesprochen. Darüber hat er sich immer wieder in seiner Stammkneipe im Schwandorfer Lindenviertel beklagt, wenn der Alkohol im Laufe des Abends seine Lippen geöffnet hat.

Untergekommen in einer Wohnung über dem „Café Linde“ ist der Vorbestrafte vor einigen Wochen, weil er dem Wirt wohl leid getan hat. So bekam er eine Bleibe und wurde regelmäßiger Gast in der Wirtsstube. Ein besonders „feiner Mensch“ sei er nicht gewesen, sagen die, die ihn im Wirtshaus erlebt haben. In der Hitze des verbalen Gefechts kamen ihm auch schon mal Zoten und anderes Nicht-Zitierbares über die Lippen; ganz abgesehen davon, dass er hin und wieder pleite zu sein schien und ihm wohlmeinende Mitzecher mit kleineren Eurobeträgen im zweistelligen Bereich aus der Patsche helfen mussten.

Grausame Tat schockiert die Große Kreisstadt

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Großer Traum Mexiko

Der Verdächtige, der wohl früher bei einem Schwandorfer Großbetrieb beschäftigt war und Schwandorfer Wurzeln hat, träumte eigentlich von einem Leben in Mexiko. Seinen Zechkumpanen erzählte er sogar, er habe nicht nur die deutsche, sondern auch die mexikanische Staatsbürgerschaft.

Der Verdächtige, den die Polizei in Zusammenhang mit einer blutigen Gewalttat sucht, wohnte zuletzt über dem Café Linde im Schwandorfer Lindenviertel. Dort konnte ihn die Ermittler aber nicht fassen, da er seine Wohnung wohl schon am Tag zuvor verlassen hatte.

Nicht lassen konnte er vermutlich von seiner gleichaltrigen Ex-Frau, die er laut Gerichtsbeschluss nicht sehen durfte, und die im Stadtteil Büchelkühn ein schmuckes Einfamilienhaus bewohnte, dessen Einliegerwohnung vermietet war. Mit im Haus lebte auch ihr 69-jähriger Lebensgefährte. Beide wurden am Montag gegen Mittag von der Polizei tot aufgefunden, nachdem sich Arbeitskollegen sorgen über deren Ausbleiben gemacht hatten.

Mit Kopfverletzungen

Schnell kam der Verdächtige ins Visier der Strafverfolgungsbehörden. Nachdem bekannt wurde, dass er im „Café Linde“ zu Hause sei, traf die Polizei dort ein und begann nach dem Mann zu suchen. Aber er war schon weg.

Auch wenn sich die Rechtsmedizin am späten Montagabend laut Polizeihauptkommissar Florian Beck von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberpfalz noch nicht auf einen Zeitpunkt des schrecklichen Geschehens festlegen wollte, kann man doch davon ausgehen, dass die beiden Getöteten nicht erst am Montag ums Leben kamen.

Fahndung läuft weiter

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Wahrscheinlicher ist der Samstag oder der Sonntag, wobei Zeugenaussagen für den späten Samstagnachmittag zu sprechen scheinen. So versicherte ein Bekannter des Gesuchten, er sei am Samstag mit dem mutmaßlichen Täter bis gegen 17 Uhr in der Kneipe gesessen und dann gegangen. Er ist danach wohl auch aufgebrochen und einige Stunden später mit Kopfverletzungen in das „Café Linde“ zurückgekehrt. „Wir waren besorgt, als wir die blutenden Wunden im Stirnbereich gesehen haben und wollten ihn ärztlich versorgen lassen“, sagte eine Augenzeugin gegenüber Oberpfalz-Medien aus. Der Verdächtige habe sich stattdessen nach oben in seine Unterkunft verzogen.

Als man am Sonntag nach ihm sehen wollte, ihm auch Überreste des Essens servieren wollte, scheint er schon fort gewesen zu sein. Am Montag gegen Mittag stürmte dann die Polizei das Café, blieb aber ebenfalls erfolglos bei der Suche nach dem Verdächtigen.

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