30.06.2020 - 18:28 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Doppelmord in Büchelkühn: Verdächtiger saß bis Mai in Haft

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Die Polizei fahndet weiter nach dem mutmaßlichen Mörder, der in Büchelkühn (Stadt Schwandorf) seine Ex-Lebensgefährtin und ihren neuen Partner getötet haben soll. Der flüchtige, mutmaßliche Täter ist mehrfach vorbestraft.

In Büchelkühn in einem Wohnhaus wurden zwei Leichen gefunden.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Nach dem Tötungsdelikt in Büchelkühn ist der Tatverdächtige weiter auf der Flucht. Das bestätigte der Sprecher des Polizeipräsidiums Regensburg, Florian Beck, am Dienstag. Gegen den Verdächtigen wurde ein internationaler Haftbefehl beantragt. Die ganze Nacht und auch am Dienstag waren starke Polizeikräfte auf der Suche nach dem mutmaßlichen Täter. Er steht in dringendem Tatverdacht, seine 57-jährige Ex-Freundin und ihren 69-jährigen Partner umgebracht zu haben. Zuletzt wurde der Gesuchte am Sonntagvormittag in einer Tankstelle im Rodinger Ortsteil Altenkreith (Kreis Cham) gesehen und gefilmt. Er ist mit dem Rad unterwegs, trägt einen großen Rucksack. Ob er weiter Richtung Osten unterwegs ist, ist unklar. "Die aktuellen Fahndungsmaßnahmen erstrecken sich deshalb auch auf das Gebiet rund um Furth im Wald und Bad Kötzting", so die Polizei.

Mehrere Stichverletzungen

Die Obduktion bestätigte am Dienstag, dass beide Personen durch mehrere Stichverletzungen zu Tode gekommen sind. Zur Tatwaffe und ihrem Verbleib machte die Polizei keine Angaben. Dagegen scheint klar, dass die Tat bereits am Wochenende begangen wurde: "Die Staatsanwaltschaft Amberg und die Kriminalpolizeiinspektion Amberg gehen derzeit davon aus, dass eine 57-jährige Hausbewohnerin und ihr 69-jähriger Lebensgefährte in den frühen Abendstunden des Samstags (27. Juni) getötet wurden und ermitteln derzeit wegen des Verdachts des Mordes in zwei Fällen", teilte die Polizei mit. Zur Aufklärung der Tat hat die Kriminalpolizeiinspektion Amberg eine Ermittlungsgruppe (EG) "Kreuzfeld" gegründet. Bislang seien etwa ein Dutzend Hinweise zu der Tat bei der Polizei eingegangen, sagte Beck den Oberpfalz-Medien.

Fahndung läuft

Schwandorf

Der Tatverdächtige ist mehrfach vorbestraft, auch wegen Körperverletzung. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Amberg, Stefan Täschner. Zuletzt habe er eine "kurzzeitige Haftstrafe" wegen eines Verkehrsdelikts "voll verbüßt", sagte Täschner. Ende Mai wurde der Verdächtige aus der Haft entlassen. Seitdem wohnte er wohl in Schwandorf, hatte ein Zimmer in einer Gaststätte. Dort tauchte der Verdächtige nach Recherchen der Oberpfalz-Medien am Samstag mit einer Kopfverletzung auf. Dann verschwand der mutmaßliche Doppelmörder. Die Ermittler der Kriminalpolizei waren auch am Dienstag am Tatort. Die Spurensicherung fertigte 3-D-Aufnahmen im Haus an, so Beck.

Wohnung in der Stadt

Schwandorf

Die 57-jährige Frau und der 69-jährige Mann waren am Montag nicht zur Arbeit erschienen, die Polizei wurde informiert. Beamte der Inspektion Schwandorf entdeckten daraufhin gegen 11 Uhr die beiden Leichen in dem Haus in Büchelkühn. Daraufhin startete die großangelegte Fahndung. Offenbar richtete sich der Verdacht schnell auf den Verdächtigen. Er ist für die Schwandorfer Beamten kein Unbekannter, auch wegen seiner Vorstrafen. Außerdem soll er ein Kontaktverbot zu seiner ehemaligen Lebensgefährtin auferlegt worden sein, weil er sie mehrfach bedroht haben soll.

Der mutmaßliche Mörder gilt als potenziell gefährlich. Er könne "gefährliche Gegenstände" mit sich führen, so die Polizei. Die Polizei fahndet weiter mit Hochdruck nach dem Mann.

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