27.12.2018 - 15:33 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Auf der "Wackersdorf"-Welle

Für Anne Madlene Schleicher war es ein "voll aufregendes" Jahr. Da ist der Film "Wackersdorf", an dem sie mitgearbeitet hat, da ist das Buch "WAA Wackersdorf", das sie herausgegeben hat. Und Yosha bereichert seit 29. September ihr Leben.

Anne Madlene Schleicher sitzt mit ihrem kleinen Yosha vor der Schrankwand aus dem Film "Wackersdorf".
von Irma Held Kontakt Profil

Für Anne Madlene Schleicher war es ein "voll aufregendes Jahr". Da ist der Film "Wackersdorf", an dem sie mitgearbeitet hat, da ist das Buch "WAA Wackersdorf", das sie herausgegeben hat. Und Yosha bereichert seit 29. September ihr Leben.

Sie blickt zärtlich auf ihren zehn Wochen alten Sohn und der Säugling schaut seine Mama interessiert, aufmerksam und irgendwie leicht lächelnd an. Yosha ist auch der Grund, warum die Zwickl-Fans bis zum nächsten Herbst auf die Dokumentarfilmtage warten müssen. Doch schon im Januar will die 30-Jährige mit den Vorbereitungen anfangen, "Filme schauen, wenn er im Bett ist". 40 bis 50 wird sie begutachten und abwägen, was passt, ankommt und so weiter. Zeit haben, jenseits der Mutterrolle, heißt sich freischaufeln, organisieren.

Das Zwickl-Büro hat sie nach Fronberg verlegt. Dorthin, wo ihre Mutter das Café Lawendls betreibt. In der heißen Zwickl-Phase geht dann Yoshas Papa in Elternzeit. "Ich freue mich auf die Planung," sagt sie offen und ehrlich. Auch 2017/18 ist sie voll eingespannt. Sie organisiert und macht zum Teil des Casting für den Film "Wackersdorf" selbstständig. Als Location Scout sucht und findet sie die meisten Drehorte und bei den Dreharbeiten arbeitet sie an Szenenbildern mit. Gerade als Location Scout "habe ich von meinem Zwickl-Netzwerk profitiert".

Während der Recherche für den Film im Bildarchiv von NT-Fotograf Gerhard Götz kommt ihr die Idee zu einem Bildband. Das Projekt wird dann in vier Monaten durchgezogen. "Ich wollte das Buch in Kombination mit dem Film machen und nicht diejenige sein, die hinterher noch was absahnen will. Das war die richtige Entscheidung". Nicht nur die Bilder müssen digitalisiert und chronologisiert werden, für Hintergründe stöbert die Schwangere an heißen Sommertagen im Schwandorfer Stadtarchiv. "Ich habe durchgemacht und bin stolz, dass ich es durchgezogen habe", sagt sie rückblickend. "Vielleicht ist es auch so gut geworden, weil man den Druck hatte. Wenn man Zeit hat, kann man sich in dem Thema auch verlieren und zwei Jahre sind schnell vorbei." Zusammen mit dem Verlag Wilhelm bringt sie eine Fotodokumentation von Gerhard Götz auf den Markt, dessen erste Auflage binnen Wochen vergriffen ist. Auch die zweite verkauft sich gut, sogar vom Kinderwagen aus. Zugetragen hat es sich so.

Schleicher will zehn Bücher zu einem Bekleidungsgeschäft an der Rathausstraße, das als Verkaufsstelle fungiert, bringen. Sie deponiert die Exemplare unten im Kinderwagen und schiebt mit Yosha los. Ein Mann, der die Bücher sieht, fragt unterwegs, ob man eines kaufen könne. Die Herausgeberin sagt: "Ja, für 29,90 Euro." "So habe ich nur noch neun zum Geschäft gebracht", erzählt sie. "Wackersdorf" bezeichnet sie "als Wucht". Wie Schleichers Buch, kommt der Streifen ihrer Ansicht nach zur rechten Zeit in die Kinos, zum Hambacher Forst. Der Film ist zwar "meine Leidenschaft", aber mit dem "Zwickl" ist sie im neuen Jahr gut beschäftigt. Veranstaltungsort für die siebten Dokumentarfilmtage ist die Spitalkirche. "Eine sakrale Architektur und ein besinnlicher Ort", charakterisiert sie die neue Spielstätte.

Ideen hat sie noch genug und eine Sorge nicht: "Dass ich nicht genug Arbeit habe". Vielleicht macht sie wieder einmal ein Buch. Von der Mitarbeit an "Wackersdorf" ist ihr eine Schrankwand geblieben und ein Traum. Die Möbel aus dem Chefbüro eines Münchner Schreibwarengeschäfts wurden für Kulissen gebraucht und wären danach weggeworfen worden. Dabei passen sie in Schleichers Wohnung als wären sie Maß geschreinert. Ihren Traum kann sie vielleicht realisieren, wenn Yosha größer ist. Filmbau hat es ihr angetan: "Ich würde gerne Mal vier Monate für einen Film mit rum reisen."

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