12.07.2021 - 15:25 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Zwickl-Dokumentarfilmtage: Blick über die Grenze

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Die Schwandorfer Zwickl-Dokumentarfilmtage als Wanderkino: Die "Roadshow" startet im Oktober und stoppt an sieben Spielorten – erstmals auch bei den tschechischen Nachbarn.

Die Zwickl-Dokumentarfilmtage sind bei dieser Auflage als "Roadshow" unterwegs. Dazu gehört ein Ausflug ins Nachbarland: Das Kulturzentrum Depo2015 in Pilsen wird einer der sieben Spielorte sein.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Jedes Zwickl hat seinen eigenen Charakter: Jede Ausgabe der Schwandorfer Dokumentarfilmtage setzt nicht nur auf aktuelle Filme, sondern auf besondere Aktionen, Spielorte: Ob in der profanierten Spitalkirche, in einem Blumenladen oder im Felsenkeller. Vergangenes Jahr bremste Corona das Zwickl aus, mit "Zwicklight" im Kartoffellager der Familie Brunner in Richt und im Autokino bot das Team um Initiatorin Anne Schleicher und das Schwandorfer Kulturamt dem Virus die Stirn und bot Filmkultur. Und jetzt? Im Herbst startet die Roadshow, eine filmische Kult(o)ur durch die Oberpfalz und Tschechien. "Der Start wird am 1. Oktober aus dem Lichtwerk-Kino auch im Netz übertragen", verrät Schleicher den Oberpfalz-Medien, die in diesem Jahr das Festival als Medienpartner eng begleiten. Bei allem ständigen Wechsel bleibt beim Zwickl eines Programm: Der Eintritt von zwei Euro, dem "Zwickl" eben. "Die zwei Euro Eintritt sind eher symbolisch. Das Festival wird von unseren Förderern finanziert", sagt Schleicher. Neben der Stadt Schwandorf sind das die örtlichen Veranstalter, aber unter anderem auch der Landkreis und das Heimatministerium sowie regionale Unternehmen.

43 Streifen werden gezeigt, und weil einige Kurzfilme darunter sind, wird es 30 Filmprogramme zu sehen geben. Nicht alle an allen Orten – das würde den Rahmen sprengen. Sechs Sparten hat das Zwickl-Team zusammengestellt: Zunächst natürlich den "Themenblock" zum Motto des Festivals - das wird aber noch nicht verraten. Eine kleine Werkschau wird die Filme eines Filmschaffenden bieten, die fünf Finalisten-Filme des Dokumentarfilmpreises "Zett" werden zu sehen sein, sieben tschechische Filmprogramme, Filme für Kinder. Und "Ausreißer": Filme, die in keine Sparte passen wollen, die aber das Zwickl-Team auf jeden Fall dabei haben will. Hier geht das Zwickl über die Leinwand:

  • Lichtwerk-Kino Schwandorf: Im Kino an der Postgartenstraße starten am 1. Oktober die Zwickl-Dokumentarfilmtage, mit Übertragung im Netz. Anschließend geht das Team auf "Roadshow." und kehrt Ende Oktober zurück: In Schwandorf werden vom 27. bis 31. Oktober alle Filme gezeigt. Veranstalter ist das Kulturamt der Großen Kreisstadt.
  • CeBB Schönsee: Im Centrum Bavaria Bohemia widmen sich die Dok-Tage am 2. Oktober vor allem den tschechischen Filmen. Das CeBB hat das Zwickl-Team zusammen mit der Uni Leipzig bei Übersetzungen unterstützt: So entstanden Untertitel zu den Filmen aus dem Nachbarland.
  • Bahnhof Bad Kötzting: Der Oberpfälzer Kulturbund tritt hier am 3. Oktober als Veranstalter auf. Der Bahnhof ist mittlerweile Musiktempel, und für seine Konzertangebot bekannt. Hier sollen vor allem Musik-Dokus laufen.
  • Kinocenter Nittenau: Das Kult-Kino in der Stadt am Regenknie ist vom 8. bis 10. Oktober Gastgeber der Dokumentarfilmtage. Eine spannende Filmauswahl ist garantiert.
  • Andreasstadel Regensburg. Die Kinos im Stadl in Stadtamhof sind für ihr fein auswähltes Programm bei Cineasten bekannt. Von 15. bis 17. Oktober wird im Zuge des MišMaš-Festivals eine Zusammenstellung von tschechischen Filmen und Bewerbern um den Zwickl-Filmpreis "Zett" zu sehen sein. Veranstalter ist die Stadt Regensburg.
  • Ring-Theater Amberg. Der Amberger Kulturverein und das Kino-Team um Andreas Wörz gehören schon lange zum Zwickl-Netzwerk, das "Ring" war auch schon Spielstätte. Vom 22. bis 24. Oktober ist ein Querschnitt des diesjährigen Programms zu sehen.
  • Depo2015 Pilsen. Die Nachbarn in Tschechien müssen etwas länger auf das Zwickl warten: Beim "Treffpunkt Festival" in Pilsener Kulturzentrum werden von 22. bis 24. April vor allem die tschechischen Filme gezeigt.

"Das sind alles coole Locations", ist Schleicher überzeugt. Natürlich wird es bei den Dokumentarfilmtagen wieder Gespräche und Diskussionen mit Filmemachern geben. Selbst für den Fall, dass die Pandemie noch einmal zuschlagen sollte, ist vorgesorgt: Das Zwickl steigt dann als Online-Festival, die Filme können gestreamt werden. Aber natürlich hoffen alle Beteiligten darauf, sich in den Kinos und Filmsälen treffen zu können. Das macht schließlich den Reiz der Schwandorfer Dokumentarfilmtage aus.

Zwickl-Rucksäcke von der Diakonie

Schwandorf

Die Onetz-Themenseite zu den Zwickl-Dokumentarfilmtagen

"Die zwei Euro Eintritt sind eher symbolisch. Das Festival wird von unseren Förderern finanziert."

Anne Schleicher, Zwickl-Initiatorin

Anne Schleicher, Zwickl-Initiatorin

 

 

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