26.07.2019 - 19:50 Uhr
Schwend/BirglandOberpfalz

Nach Brand in Gronatshof: Decker-Gymnasium spendet für Familie Loos

Ein großes soziales Herz zeigte das Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium Amberg. Lehrerin Doris Riedel mit sieben Schülerinnen der 9. Klassen haben im Rathaus in Schwend 1100 Euro an die Familie Loos aus Gronatshof übergeben.

Schülerinnen des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums Amberg überreichten mit ihrer Lehrerin Doris Riedel (Vierte von links) eine Spende von 1100 Euro an die Familie Loos (sitzend). Mit im Bild (Fünfte von links) Birgland-Bürgermeisterin Brigitte Bachmann.
von Norbert WeisProfil

Die Familie hat bei einem Großbrand am 6. Mai ihr Zuhause verloren. Hartmut Loos und seine Lebensgefährtin Martina Kessler leben seitdem mit vier Kindern in vier Containern auf 60 Quadratmetern.

Die Vorgeschichte

Gronatshof/Birgland

Doris Riedel, die am Gymnasium Biologie und Chemie unterrichtet, hatte mit den Klassen 9a und 9b an einem Anti-Raucher-Projekt teilgenommen. Die Mädchen haben bei diesem Kreativwettbewerb einen Film eingereicht. Er brachte eine Prämie von 100 Euro in die Klassenkasse. Auf Initiative der Schülerin Katja Huber, die in Schwend wohnt, einigten sich die Mädchen einstimmig darauf, das Geld der Familie Loos zu spenden. Katja hatte vom tragischen Schicksal der Familie erzählt.

Als Schulleiter Günther Jehl davon erfuhr, war er sofort bereit, 1000 Euro vonseiten des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums dazuzulegen. Sie kommen aus den Erträgen des Solidaritätslaufs, den die Schule alle zwei Jahre im Landesgartenschaugelände veranstaltet. Sponsoren zahlen für jede gelaufene Runde einen Betrag nach eigener Wahl für einen wohltätigen Zweck. Somit überreichten die Schülerinnen in Schwend 100 Euro in bar sowie einen Scheck in Höhe von 1000 Euro.

Die Familie Loos zeigte sich gerührt von der Hilfsaktion. Sie sei dankbar über jede Geld- oder Sachspende. Martina Kessler brach eine Lanze für die Jugend, die oft zu schlecht in der Öffentlichkeit dargestellt werde. Hartmut Loos erzählte, dass die Brandursache laut Experten ein alter, nicht eingeschalteter Röhrenfernseher war. Das alte Haus sei schon teilweise umgebaut gewesen, als es zum Großbrand kam. Man wollte es eigentlich fertig renovieren. Die Familie möchte nun ein neues Haus bauen und hofft, dass der Rohbau bis zum Winter steht.

Besondere Dankesworte richtete Hartmut Loos an Bürgermeisterin Brigitte Bachmann, die sich sehr stark dafür eingesetzt habe, dass der Familie Hilfe zuteil wird. Bachmann ergänzte, dass der Gemeinderat Birgland in einer außerordentlichen Sitzung in den nächsten Tagen über die vorliegenden Pläne für einen Neubau entscheiden werde. Das Landratsamt wurde im Vorfeld bereits eingeschaltet. Man hoffe, dass die Brandversicherung bald grünes Licht gibt, damit mit der Maßnahme zügig begonnen werden kann.

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