16.08.2021 - 17:24 Uhr
Schwend/BirglandOberpfalz

Schwend-Poppberg-Gruppe sammelt Gebäude- und Grundstücksdaten aus der Luft

Drohnen sind über Monate hinweg im Birgland und den Nachbargemeinden unterwegs gewesen und haben Häuser fotografiert. Warum, das weiß der Zweckverband zur Wasserversorgung der Schwend-Poppberg-Gruppe.

Verbandsräte der Schwend-Poppberg-Gruppe machen sich ein Bild des Hochbehälters im Raum Alfeld.
von Robert DimperProfil

Sanierungen an veralteten Wasserleitungen und die Erneuerung des Hochbehälters Schwenderöd beschäftigten die Räte des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Schwend-Poppberg-Gruppe bei einer Sitzung in der Birglandhalle. Zunächst hatte der Verbandsvorsitzende Elmar Halk eine wichtige Information für Haus- und Grundbesitzer.

Um Grundstücks- und Geschossflächen zu ermitteln, die bei Beitragsberechnungen zugrunde gelegt werden, flogen in den vergangenen Monaten Drohnen über die Anwesen und machten Luftbilder. Sobald sie ausgewertet sind, bekommen die Grundstückseigner Erhebungsbögen zugestellt und haben dann die Gelegenheit, Berichtigungen mitzuteilen. Die Drohnen könnten ja zum Beispiel nicht erkennen, ob das Haus einen Keller hat oder nicht, sagte Halk.

Die Drohnenflüge ersetzten die herkömmlichen Erhebungsmethoden, als ein Vermessungsingenieur und Vertreter der Verwaltung von Haus zu Haus gingen, um vom Keller bis hinauf zum Spitzboden die Geschossflächen zu ermitteln. Das hätte die Privatsphäre noch mehr verletzt als eine Drohne es tue. "Und schließlich haben wir mit diesen Flügen einen größeren vierstelligen Betrag sparen können", fügte Halk hinzu.

"Aufschub nicht mehr zu verantworten"

Der Vorsitzende gab das Ziel aus, von den hohen Reparaturkosten durch Rohrbrüche herunterzukommen und den zeitlichen Vorgaben der Gesetzgebung und der Gesundheitsverwaltung zu entsprechen. "Jeder Autofahrer weiß: Einen Auspuff kann man mehrmals schweißen, irgendwann aber ist ein neuer fällig", machte Halk klar, dass ein weiterer Aufschub der Sanierungsmaßnahmen an Wasserleitungen und am Hochbehälter Schwenderöd nicht mehr zu verantworten sei. Bis 2025 stünden Fördergelder zur Verfügung, und so lange gelte auch die befristete Erlaubnis für den Zweckverband, Grundwasser zu entnehmen. Schließlich dürften die Kosten für Baumaterial auf absehbare Zeit nicht wieder sinken.

Mit welchen Zahlungen die Grundstückseigner zu rechnen hätten, könne derzeit noch nicht gesagt werden. Wenn die Datenerfassung abgeschlossen ist, werde die Verbandsversammlung bis Ende 2022 den Betrag festsetzen. Darüber hinaus werde es aber noch eine Informationsveranstaltung für die Bürger geben.

Wasserleitungsbau Frechetsfeld

Die Maßnahme ist mittlerweile fast abgeschlossen. 4,5 Kilometer Wasserleitungen wurden dabei verlegt. Der Aushub von mehr als 1000 Kubikmeter konnte an die Autobahndirektion abgegeben werden, berichtete der Vorsitzende. Zehntausende Euro Ersparnis dürften die Kosten spürbar unter die veranschlagten 1,8 Millionen Euro drücken.

Wasserleitungsbau Dettnach

Bei der Wasserleitung zwischen Dettnach und Betzenberg würden Kosten durch Eigenleistung und Eigenregie gesenkt. Halk erwartete gegenüber den üblichen Baukosten Einsparungen um bis zu 30 Prozent, ohne dass sich das negativ auf die beantragten Fördermittel auswirken werde.

Hochbehälter Schwenderöd

Theoretisch reicht der in Schwenderöd geplante neue Hochbehälter zur Versorgung der Schwend-Poppberg-Gruppe insgesamt aus, aber aus Sicherheitsgründen soll der Poppberger Behälter weiter genutzt werden. Schon im Vorfeld der Verbandsversammlung ließen sich die Verbandsräte bei einem Ortstermin im Bereich Alfeld über einen Hochbehälter informiert, den die Pettenhofer Gruppe schon lange erfolgreich betreibt. Er ist in moderner Edelstahltechnik ausgeführt.

Jahrelange Trockenheit macht sich bemerkbar

Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach
Einen Edelstahl-Hochbehälter, wie ihn die Pettenhofer-Gruppe schon lange in Alfeld betreibt, nimmt sich die Schwend-Poppberg-Gruppe für ihr Projekt in Schwenderöd zum Vorbild.
Hintergrund:

Anlagen der Schwend-Poppberg-Gruppe

  • Leitungsnetz: 110 Kilometer
  • Hausanschlüsse: 752
  • Brunnen: 2
  • Hochbehälter: 2 (einer davon erneuerungsbedürftig)

"Jeder Autofahrer weiß: Einen Auspuff kann man mehrmals schweißen, irgendwann aber ist ein neuer fällig."

Zweckverbands-Vorsitzender Elmar Halk

 

 

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