Speichersdorf
21.11.2024 - 11:31 Uhr
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Nach Ziegler-Insolvenzantrag: Arbeiten am Speichersdorfer Wohnquartier "Laibacher Weg" ruhen

Wirkt sich der Insolvenzantrag der Ziegler Holding GmbH beim Amtsgericht Weiden auch auf den Bau des Wohnquartiers "Laibacher Weg" in Speichersdorf aus? Die Lage ist noch unklar. Die Arbeiten stehen jedoch dem Anschein nach still.

Wirklich überrascht war der Speichersdorfer Bürgermeister Christian Porsch nicht vom Insolvenzantrag, den die Ziegler Holding GmbH am Mittwochvormittag beim Amtsgericht Weiden gestellt hat. Eine Vorahnung, dass dieser Schritt kommen könnte, hatte er schon Ende der vergangenen Woche. Auch die Gerüchte der zurückliegenden Tage sind ihm natürlich zu Ohren gekommen, wie er gegenüber Oberpfalz-Medien erklärt.

In „seiner“ Gemeinde hatte die MZ Immobilien GmbH & Co.KG aus Plößberg, die auf den Namen der Frau von Stefan Ziegler, Geschäftsführer der Ziegler-Group, läuft, den Bauantrag für das Wohnquartier „Laibacher Weg“ gestellt. Am vergangenen Samstag hat Porsch auf der Baustelle für das auf 30 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben gesehen, dass die Firma Donhauser ihre Maschinen abgezogen habe. Das Subunternehmen aus Schwandorf sei für die Erdbewegungen und die Erschließung mit Wasser, Kanal, Strom und Straße zuständig gewesen, zählt er auf. Auch für die Bodenplatten der Mehrzweckhäuser hat das Unternehmen den Auftrag erhalten.

Doch nicht nur die Donhauser-Beschäftigten sind mittlerweile weg. Die Baustelle war am Mittwochnachmittag verwaist, und war es auch schon die Tage zuvor, wie Anwohner beobachtet haben. Dabei sei am Donnerstag vergangener Woche "noch fleißig gebaut worden", weiß Christian Porsch. Auch seien Module für das Bauvorhaben mit geplanten 99 Wohnungen aufgestellt worden. Wie Porsch berichtet, stehen aktuell 3 der 14 geplanten Mehrfamilienhäuser. Zwei davon sind seines Wissens nach komplett fertig, am dritten fehle noch die Außenfassade. Abschlossen seien – mit Ausnahme der Straße – auch die Erschließungsarbeiten.

Keine Auskunft

Wie es mit dem Wohnkomplex weitergehen wird, kann Porsch nicht sagen. Alarmiert durch die Nachrichten und Gerüchte der vergangenen Tage, sei am Dienstag der Kontakt zur Immobilien GmbH gesucht worden, erklärt Christian Porsch. Jedoch habe man der Gemeinde keine Auskünfte geben können.

Nachdem sich die Ziegler-Group als Investor vor ziemlich genau einem Jahr aus dem Kemnather 100-Millionen-Euro-Städtebauprojekt "Neues Leben an der Seepromenade" zurückgezogen hatte, sei er schon einmal nach der Zukunft des Speichersdorfer Wohnquartiers gefragt worden. Laut der damaligen Auskunft sollte es am "Laibacher Weg" wie geplant weitergehen. Und tatsächlich: Nach dem Spatenstich im Oktober 2023 haben heuer im März die Bauarbeiten begonnen. Eigentlich war Porsch guter Dinge, sei das Speichersdorfer Projekt doch kompatibel mit der Holzmodulbauweise der Ziegler-Group. "Diese Bauweise hat funktioniert", verweist Christian Porsch auf ein auf diese Weise errichtetes Hotel in Passau.

Gemeinde muss abwarten

Für die Gemeinde gelte es, die nächsten Tage abzuwarten, ob die Immobilien GmbH von einem Insolvenzverfahren überhaupt betroffen wäre. Gegebenenfalls müsse dann nachgefragt und nachgeforscht werden, wer für das Bauvorhaben zuständig sein wird.

Finanziell hätte eine Insolvenz keine Auswirkungen für die Gemeinde. Es gebe keine Außenstände, die nicht beglichen werden konnten, betont der Bürgermeister. Alle anfallenden Gebühren, Herstellungsbeiträge und dergleichen sind demnach als Vorauszahlungen geleistet worden. So wie dies im Kaufvertrag für die Grundstücke geregelt gewesen sei, schiebt Porsch nach.

Wenn ein Bauprojekt stockt oder gar ein Baustopp erfolgt, "ist das für eine Gemeinde zunächst einmal blöd", jedoch stellt der Rathauschef die von einer Insolvenz Betroffenen in den Vordergrund. "Man muss sehen, wie viele Existenzen daran hängen", gibt er zu bedenken. Die Gemeinde Speichersdorf selbst werde damit schon irgendwie zurecht kommen.

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Hintergrund:

Wohnquartier "Laibacher Weg"

  • Was? 14 Gebäude, gegliedert in vier Höfe und ein Einzelhaus, insgesamt 99 Wohneinheiten, drei- und viergeschossig
  • Wie? Modulbauweise aus Holz, 60 Einzelmodule pro Gebäude
  • Wer?: MZ Immobilien GmbH & Co KG aus Plößberg
  • Kosten: rund 30 Millionen Euro
  • Bauzeit: März 2024 bis eigentlich Februar 2025
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